Laut Ko Ju-Chun, Abgeordneter des Legislativ-Yuan, haben sich der Premierminister und die Zentralbank Taiwans dazu entschieden, eine Bitcoin-Reserve für Testzwecke aufzulegen. Für das Projekt werden vorerst konfiszierte BTC genutzt – und das Thema soll weiter geprüft werden.

Taiwan & Bitcoin-Reserve

Der Premierminister Taiwans, Cho Jung-tai, und die Zentralbank (CBC) sollen zugesagt haben, ein Pilotprojekt zur strategischen Bitcoin-Reserve zu starten. Dies teilte der taiwanische Parlamentsabgeordnete Ko Ju-Chun heute in einem Post auf der Plattform 𝕏 mit.

Für das Pilotprojekt sollen konfiszierte Bitcoin in eine Reserve übertragen werden. Überdies soll das Thema der Bitcoin-Reserve noch weiter geprüft werden sowie Bitcoin-freundliche Regeln innerhalb der nächsten sechs Monate erarbeitet werden.

🚨 Durchbruch in Taiwan! Der Premier und die CBC sagen zu:

1️⃣ Bitcoin als strategische Reserve zu studieren

2️⃣ innerhalb von 6 Monaten BTC-freundliche Regeln zu entwerfen

3️⃣ ein Pilotprojekt für BTC-Bestände im Staatsbesitz zu starten – beginnend mit der Inventarisierung beschlagnahmter BTC, die versteigert werden sollten!
Ko Ju-Chun, Kongressabgeordneter Taiwans

Der Politiker sagte, er habe die Initiative selbst angeführt.

Außerdem bedankte er sich bei dem Bitcoin-Unternehmer Samson Mow und seiner Firma JAN3. Mow hat sich zur Aufgabe gesetzt, Staaten rund um den Globus von Bitcoin zu überzeugen.

Der 𝕏-Account von JAN3 kommentierte die Meldung mit den folgenden Worten:

Der Premierminister und die Zentralbank von Taiwan haben vereinbart, Bitcoin als strategische Reserve zu untersuchen, Pro-Bitcoin-Vorschriften zu entwerfen und BTC-Treasury-Bestände zu testen, beginnend mit beschlagnahmten Bitcoin.

Dies wird von Ko Ju-Chun geleitet und von Samson Mow unterstützt.
JAN3 auf 𝕏

Schon im Mai dieses Jahres setzte sich Ko Ju-Chun öffentlichkeitswirksam für eine taiwanische Bitcoin-Reserve ein. In einer Rede betonte der Politiker, dass Taiwan in Zeiten zunehmender Inflation und geopolitischer Risiken überlegen sollte, die Währungsreserven mit Bitcoin zu diversifizieren.

Sein Aktivismus scheint nun Früchte getragen zu haben. Wie viele Bitcoin Taiwan für die Testphase in eine Reserve überführen wird und ob diese dann auch fortgeführt werden soll, gilt es zum aktuellen Zeitpunkt noch abzuwarten.

Immer mehr staatliche BTC-Reserven

Nachdem US-Präsident Donald Trump im März dieses Jahres das Dekret zur strategischen Bitcoin-Reserve unterzeichnete, laut dem beschlagnahmte BTC in eine Reserve überführt und nicht mehr verkauft werden sollen, springen nun immer mehr Länder auf den Zug auf.

Erst verkündete der CEO des „Pakistan Crypto Council“ auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas im Mai, dass Pakistan eine Bitcoin-Reserve ins Leben rufen wird. Danach wurde ersichtlich, dass Kirgistan in Kooperation mit der Krypto-Börse Binance eine neue Pro-Krypto-Ausrichtung vornimmt, im Rahmen derer auch schon eine Krypto-Reserve errichtet wurde, wie Binance-Gründer Changpeng „CZ“ Zhao kürzlich mitteilte.

Vor wenigen Tagen gab es dann auch noch die Meldung, dass Kasachstan einen Krypto-Reserve-Fonds aufbauen wird, der 500 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar schwer sein soll. Dies teilte der Chef der Zentralbank in einem Bloomberg-Interview mit. Auch in Kasachstan sollen konfiszierte Krypto-Assets zum Aufbau der Reserve mobilisiert werden. Zudem seien Investitionen in ETFs oder Unternehmen mit Krypto-Bezug geplant.

In Europa gab es diesbezüglich ebenfalls spannende Entwicklungen. Der EU-Mitgliedstaat Luxemburg gab kürzlich bekannt, über den eigenen Staatsfonds in Bitcoin-ETFs investiert zu sein. Währenddessen prüft die Tschechische Zentralbank noch, ob Bitcoin in die Währungsreserven aufgenommen werden soll.

El Salvador, das Königreich Bhutan und die Vereinigten Arabischen Emirate halten derweil schon seit geraumer Zeit strategische Bitcoin-Reserven, die über On-Chain-Daten einsehbar sind.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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