Strategy verbucht Milliardenverlust mit Bitcoin-Investment
17,4 Milliarden US-Dollar Verlust
In einem SEC-Filing vom 5. Januar 2026 teilte Strategy bereits mit, dass im vierten Quartal 2025 mit den gehaltenen Bitcoin ein unrealisierter Verlust in Höhe von 17,44 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet wurde. Für das gesamte Fiskaljahr 2025, das ein negatives für den Bitcoin-Kurs war, sind es ein Minus von 5,40 Milliarden US-Dollar, so Strategy in dem damaligen Dokument.
Da die Größenordnung des Verlustes bekannt war und jeder diese Zahl ohnehin selbst anhand des Bitcoin-Kurses und der Bilanz von Strategy hätte nachrechnen können, sorgte die Veröffentlichung der Quartalszahlen für wenig Überraschung. Das ohnehin kaum noch ins Gewicht fallende Softwaregeschäft hatte keine nennenswerten Auswirkungen auf die zuvor kommunizierten Zahlen:
Der Betriebsverlust für das vierte Quartal 2025 belief sich auf 17,4 Milliarden US-Dollar [...]. Der Betriebsverlust für das vierte Quartal 2025 beinhaltet einen nicht realisierten Verlust aus den digitalen Vermögenswerten des Unternehmens in Höhe von 17,4 Milliarden US-Dollar.
Strategy in der Pressemitteilung zu den Quartalszahlen
Seitdem Aktiengesellschaften die gehaltenen Bitcoin zum fairen Wert bilanzieren müssen, spiegelt sich die Volatilität der Kryptowährung in den Quartalszahlen von Strategy wider. Da BTC im bereits angebrochenen Quartal weiter gefallen ist – und zwar deutlich – wird Strategy Stand jetzt auch für Q1 2026 einen Milliardenverlust ausweisen müssen.
MSTR verlor im Tagesverlauf 17,12 %, womit die Aktie rund 80 % vom Allzeithoch, das im November 2024 erreicht wurde, entfernt handelt. Dieser gestrige Kursrutsch war in erster Linie auf den Bitcoin-Preis zurückzuführen, der um 13 % einbrach und inzwischen mehr als 50 % unter dem Höchststand notiert.
Eine MSTR-Aktie kostet – so wie ein Bitcoin – derzeit so viel wie zuletzt im Sommer 2024. Dennoch: Seit Beginn der BTC-Strategie im August 2020, bei einem Bitcoin-Kurs von circa 10.000 US-Dollar, verzeichnet MSTR noch ein Kursplus von mehr als 700 %.
Rekordjahr trotz schwachem Bitcoin-Kurs
Obwohl der Bitcoin-Kurs im Jahr 2025 mehr als 6 % verloren hat, konnte Strategy Rekorde brechen. Die Aktiengesellschaft beschaffte sich nämlich insgesamt 25,3 Milliarden US-Dollar über die Kapitalmärkte und damit etwas mehr als im Jahr 2024, als der Bitcoin-Kurs um circa 120 % steigen konnte.
Der Großteil des Geldes, 16,3 Milliarden US-Dollar, kam durch die Ausgabe von Stammaktien, also durch Kapitalerhöhungen. Das dadurch eingesammelte Kapital geht mit keinerlei Zahlungsverpflichtungen einher und reduziert sogar die Fremdkapitalquote des Unternehmens.
In dem bereits angebrochenen Jahr beschaffte sich Strategy schon 3,9 Milliarden US-Dollar. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, so würde 2026 ebenfalls ein Rekordjahr werden.
Mit dem eingesammelten Kapital kauft Strategy hauptsächlich Bitcoin oder nutzt es, um Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Im Jahr 2025 erhöhte Strategy die Bilanz von weniger als 450.000 auf über 670.000 BTC. Dabei gelang es dem Unternehmen, die Ratio „BTC je Aktie“ um 22,8 % zu steigern.
Seit Jahresauftakt erwarbt Strategy bereits mehr als 40.000 zusätzliche Bitcoin; die „BTC Yield“ betrug dabei aufgrund der eher schlechten Marktbedingungen jedoch nur 0,3 %.
Unter Druck wegen fallendem BTC-Preis?
Die Tatsache, dass Strategy hohe unrealisierte Investitionsverluste für das vierte Quartal 2025 ausweisen musste, ist jedoch nicht das einzige, was Marktteilnehmer aktuell besorgt. Der Bitcoin-Kurs ist nämlich deutlich unter den durchschnittlichen Einstiegskurs des Unternehmens gefallen.
Nach der am Montag verkündeten Akquisition weiterer 855 Bitcoin liegt der Kaufpreis für die insgesamt 713.502 BTC inzwischen bei 76.052 US-Dollar je Coin. Also gab Strategy insgesamt 54,263 Milliarden US-Dollar aus, um rund 3,4 % aller jemals existierenden BTC zu kaufen.
Das bedeutet aber auch, dass Strategy mit dem Gesamtinvest bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von circa 65.000 US-Dollar fast 8 Milliarden US-Dollar im Minus ist. Bei dem Tiefstkurs von 60.000 US-Dollar je BTC waren es sogar mehr als 10 Milliarden US-Dollar.
Da Strategy ausstehende Schulden hat, denken einige, dass es einen Liquidierungspreis geben würde – und in seltenen Fällen sogar, dass dieser beim Einstiegskurs liegen würde.
Relevant ist jedoch, ob das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Das sind zum einen die Dividenden der Vorzugsaktien, die notfalls auch ausgesetzt werden könnten, und zum anderen die Wandelanleihen, die ab dem 2028 Schritt für Schritt fällig werden.
Insgesamt hat Strategy 8,244 Milliarden US-Dollar an Wandelanleihen ausstehend. Hinzukommen 8,389 Milliarden US-Dollar an Vorzugsaktien, für die Stand jetzt 888 Millionen US-Dollar an jährlichen Dividenden gezahlt werden müssen.
Um sicherzustellen, dass in einer potenziell noch schlechteren Marktphase diesen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen werden kann, begann Strategy Ende 2025 damit, eine Crash-Reserve zu etablieren, die inzwischen schon 2,25 Milliarden US-Dollar schwer ist. Damit können die Dividenden der Vorzugsaktien Stand jetzt für mehr als 30 Monate geleistet werden.
Außerdem steht den Vorzugsaktien und Wandelanleihen noch die rund 46,5 Milliarden US-Dollar schwere Bitcoin-Bilanz gegenüber. Notfalls, wenn sich Strategy nicht mehr zu guten Konditionen Geld über die Kapitalmärkte beschaffen kann, könnten auch BTC verkauft werden, wie bereits „Executive Chairman“ Michael Saylor und CEO Phong Le erklärten.
Im „Earnings Call“ betonte Le zudem, dass der Bitcoin-Kurs noch deutlich weiter einbrechen und lange auf einem niedrigen Niveau handeln müsste, damit Strategy ernsthafte Liquiditätsprobleme bekommt.
Bitcoin muss auf 8.000 Dollar pro Coin fallen und dort fünf, sechs Jahre lang – bis 2032 – verweilen, bevor wir wirklich ein Problem haben.
Strategy-CEO Phong Le im Earnings Call
Strategy hat überdies bereits bewiesen, dass das Unternehmen durch schwierige Marktphasen navigieren kann. Im Bitcoin-Bärenmarkt 2022 war es beispielsweise so, dass das Unternehmen einen durchschnittlichen Einkaufskurs von 30.639 US-Dollar hatte, während der Bitcoin-Kurs auf 15.500 US-Dollar im Tief fiel. Damals lag der Wert der Bitcoin-Bilanz sogar unter dem Nennwert der ausstehenden Schulden, die in den darauffolgenden Jahren alle erfolgreich getilgt wurden.
Die Tatsache, dass das Unternehmen diese Situation überstand und aus dieser sogar gestärkt herausgehen konnte, zeigt, dass zum aktuellen Zeitpunkt wohl noch keine Panik angebracht ist. Aber auch wenn es unwahrscheinlich scheint, dass Strategy die Pforten schließen muss, könnte die Aktie natürlich weiter leiden, sofern der Bitcoin-Kurs sich nicht bald wieder deutlich erholen sollte.