Strategy und Co. bleiben vorerst in MSCI-Indizes
Am 10. Oktober gab MSCI Inc. bekannt, dass geprüft wird, ob Aktiengesellschaften, deren Bilanz sich zu mehr als 50 % aus Kryptowährungen zusammensetzt, die Indizes verlassen müssen. Dieser Schritt, für den sich der Indexherausgeber selbst aussprach, hätte bedeutet, dass Strategy aus dem MSCI World, MSCI ACWI und MSCI USA geworfen wird.
Erst nach einer Research-Note von JPMorgan, in der die Großbank den potenziellen Verkaufsdruck für die MSTR-Aktie vorrechnete, rückte das Thema so richtig in den Mittelpunkt. Die Angst vor der Indexexklusion sorgte in den vergangenen Wochen für Gegenwind bei den Aktien von Strategy und Co. und folglich auch bei Bitcoin selbst.
Strategy wehrte sich mit einem offenen Brief, in dem das Unternehmen den Vorschlag als unfair bezeichnete und darauf aufmerksam machte, dass er mit der Vision der Krypto-freundlichen Trump-Administration kollidieren würde. Auch Matt Cole, CEO des Strategy-Nachahmers Strive, wandte sich mit einem Schreiben an den Indexherausgeber.
Vorerst kein Indexausschluss
Laut der MSCI-Mitteilung vom 10. Oktober sollte die Konsultationsphase bis zum 31. Dezember 2025 anhalten und die endgültige Entscheidung bis zum 15. Januar 2026 verkündet werden. Vor wenigen Stunden gab es schließlich schon die heiß erwartete Mitteilung, die vorerst Erleichterung nach sich zog:
MSCI hat zum jetzigen Zeitpunkt entschieden, den Vorschlag, Unternehmen mit DATCOs aus den MSCI Global Investable Market Indexes auszuschließen, im Rahmen der Indexüberprüfung im Februar 2026 nicht umzusetzen.
MSCI Inc.
Eine positive Überraschung?
Laut der Wettplattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit, dass Strategy bis Ende März aus den MSCI-Indizes geworfen wird, vor der Mitteilung bei 77 % – jetzt sind es nur noch 4 %. Demnach lässt sich die Behauptung aufstellen, dass die heutige Meldung durchaus positiv überraschte.
Die Strategy-Aktie legte im nachbörslichen Handel in Reaktion auf die Meldung um circa 6 % zu. Damit wurde aber nur ein kleiner Teil der Kursverluste der vergangenen Wochen wieder wettgemacht. Trotz der kleinen Erholung handelt MSTR nämlich noch knapp 50 % unter dem Niveau vom 10. Oktober.
Das liegt aber nicht nur an dem ebenfalls gefallenen Bitcoin-Kurs. Denn auch in BTC gemessen ist MSTR seither mehr als 30 % unter Wasser.
Ob die Erholung im New Yorker Handel weiter ausgebaut werden kann, muss sich noch zeigen. Noch bleiben Sorgen vor einer Indexexklusion nämlich – wenn auch zu einem geringeren Ausmaß – bestehen, während das Nichtwiderspiegeln von Kapitalerhöhungen ein kleiner Dämpfer ist.
Der 𝕏-Account von Strategy bezeichnete die Entscheidung von MSCI Inc. als „ein starkes Ergebnis für eine neutrale Indexierung und die wirtschaftliche Realität“.
Das Unternehmen bedankte sich zudem bei Investoren und der Bitcoin-Community.
MSCI confirmed Digital Asset Treasury Companies will remain in MSCI Indexes for the Feb 2026 review. A strong outcome for neutral indexing and economic reality. Thank you to our investors and the $BTC community.
— Strategy (@Strategy) January 6, 2026
Bitcoin reagierte auf die Meldung mit einem kleinen Kursplus. BTC dürfte davon profitieren, wenn die Aktienkurse von Strategy und Co. wieder zulegen, da eine höhere Unternehmensbewertung den „Bitcoin Treasury Companies“ erleichtert, weitere BTC zu kaufen.
Strategy gab am Montag bekannt, in der Woche zuvor 1.287 Bitcoin gekauft zu haben – finanziert durch die Ausgabe von Stammaktien. Der größte Firmenhalter von Bitcoin sitzt inzwischen auf 673.783 BTC im Gegenwert von rund 63 Milliarden US-Dollar.