Strategy, der mit Abstand größte Bitcoin-Halter der Welt, hat alleine in der vergangenen Woche mehr als 1 Milliarde US-Dollar durch die Ausgabe der Vorzugsaktie STRC eingenommen. Die Erlöse flossen, wie für das Unternehmen üblich, in den Kauf weiterer Bitcoin. Was hat es mit STRC auf sich, woher kommt die große Nachfrage nach dem Produkt und wie stellt Strategy sicher, dass die üppige Dividende von derzeit 11,5 % auch ausgeschüttet werden kann?

Michael Saylors neue Strategie

Seit mehr als einem Jahr setzt Strategy auf Vorzugsaktien. Das offen kommunizierte Ziel ist inzwischen, die Wandelanleihen gänzlich von der Bilanz zu tilgen und „Hebel“ nur noch durch STRC und Co. aufzubauen. Die Vorzugsaktien bieten nämlich den entscheidenden Vorteil, dass sie – anders als die Wandelanleihen – kein Ablaufdatum haben. Das bedeutet: Das eingesammelte Geld muss nicht auf einen Schlag zurückgezahlt werden.

Dafür zahlt Strategy hohe Dividenden. Hinzu kommt, dass Halter der Wertpapiere bei einer Unternehmenspleite vor den Aktionären – aber nach den Gläubigern – bedient werden. Vorzugsaktien sind faktisch betrachtet keine Schulden. Da sie mit Zahlungsverpflichtungen einhergehen, erfüllen sie trotzdem die Funktion eines Hebels, der die Wette auf Bitcoin verstärkt – auch wenn die Dividenden notfalls ausgesetzt werden können.

Strategys „iPhone-Moment“

STRC ist nach STRK, STRF und STRD die vierte Vorzugsaktie, die Strategy herausgebracht hat. Danach kam bislang nur noch STRE, ein STRF-Äquivalent für den europäischen Markt. 

Bei der Vorstellung von STRC im Sommer 2025 sprach Strategy vom „iPhone-Moment“ des Unternehmens. Später erklärte „Executive Chairman“ Michael Saylor, dass er rückblickend betrachtet am liebsten mit STRC begonnen hätte.

STRC ist inzwischen das Flaggschiffprodukt von Strategy. Es handelt sich um eine ganz besondere Vorzugsaktie: Die Dividende ist nämlich variabel. Monatlich kann sie schrittweise angepasst werden.

Tatsächlich ist STRC die weltweit erste Vorzugsaktie mit einer variablen Dividende. Auch die monatliche Ausschüttung ist etwas Unkonventionelles für Vorzugsaktien. Üblicher ist es nämlich, Dividenden quartalsweise zu bezahlen.

Initial verkaufte Strategy etwas mehr als 28 Millionen STRC-Aktien zu einem Kurs von 90 US-Dollar und nahm so rund 2,5 Milliarden US-Dollar ein. Das machte es in den USA zum bis dahin größten „Initial Public Offering (IPO)“ des Jahres 2025.

Doch so wie bei STRK, STRF und STRD gibt es auch für STRC ein „At-the-market (ATM) offering“-Programm. Das bedeutet: Strategy kann diese Vorzugsaktien direkt am Markt verkaufen, um noch mehr Kapital darüber einzusammeln. 

Bei STRC ist die Besonderheit, dass Strategy erst ab einem Kurs von 100 US-Dollar neue STRC-Aktien emittiert, mit dem Ziel, den Kurs beim gewünschten Niveau zu halten.

Ein weiterer Mechanismus, der den Kurs des Wertpapiers bei 100 US-Dollar stabilisieren soll, ist die monatlich anpassbare Dividende.

Durch die geringen Schwankungen soll STRC eine Art Äquivalent zu den mehr als 7 Billionen US-Dollar schweren Geldmarktfonds sein.

Seit dem Launch wurde die Dividende von STRC jeden Monat angehoben. Dies resultierte in einer aktuellen Dividende von 11,5 %.

Info

Bei den anderen Vorzugsaktien von Strategy (STRK, STRF, STRD und STRE) sind die Dividenden fixiert. Die Wertpapiere unterliegen aber größeren Schwankungen, wodurch die „effektive Rendite“ nicht konstant ist. Ein Beispiel: STRK hat eine Dividendenrendite von 8 %; es werden pro Aktie im Jahr 8 US-Dollar ausgeschüttet. Der STRK-Kurs handelt aber nicht bei der Liquidationspräferenz von 100 US-Dollar, sondern in etwa bei 80 US-Dollar, womit die „effektive Dividendenrendite“ rund 10 % beträgt.

Strategy konzentriert sich insbesondere darauf, STRC an den Mann zu bringen. Michael Saylor verkauft es als eine Art Tagesgeldkonto mit überdurchschnittlich hohen Renditen.

Laut dem Strategy-Gründer ist STRC ein Produkt, das – anders als Bitcoin – wirklich alle schnell verstehen und auch gebrauchen können. Denn, so seine Argumentation, quasi jeder hat Rücklagen, die nicht in einen volatilen Vermögenswert wie Bitcoin investiert werden können.

Für alle, die sich nicht sicher sind, was sie von Bitcoin halten oder wie sie zu dem Unternehmen, zu Digital Credit oder zu anderen Themen stehen. Die einfachste Idee ist: 10,5 % Dividende, die monatlich ausgezahlt wird – für alle, die Geld mögen. So einfach ist das. Du magst Geld, du vertraust dem Unternehmen, aber sonst verstehst du nichts davon: Du erhältst 10,5 % Dividende, […] die monatlich ausgezahlt werden – erzähl es deinen Freunden.
Michael Saylor im Q3 2025 Earnings Call

Derart hohe Dividendenrenditen sind aber oftmals ein Anzeichen für große Risiken. Lässt sich diese Weisheit auch auf die Vorzugsaktien von Strategy übertragen?

Wie groß sind die Risiken von STRC und Co.?

Grundsätzlich ist das Ziel von Strategy, Kapital durch die Ausgabe von Vorzugsaktien einzunehmen und damit über langfristige Zeiträume eine höhere Rendite zu erwirtschaften, als für das beschaffte Geld zu bezahlen ist. Saylors Annahme lautet, dass der Bitcoin-Kurs im Jahr 2046 bei 21 Millionen US-Dollar stehen wird.

Aber bedeutet das, dass die Vorzugsaktien von Strategy nur bestehen können, wenn es genau so kommt beziehungsweise wenn die Bitcoin-Performance die Dividendenrendite übersteigt?

Wie Strategy die Risiken minimiert

Wie in den Erklärungen von Saylor immer wieder durchscheint, ist es aber unerlässlich, bei dem Kauf der Wertpapiere Strategy zu vertrauen. Ob die Dividenden gezahlt werden können, hängt von der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ab. Und dafür ist nicht allein der Bitcoin-Kurs ausschlaggebend.

Bitcoin ist eine hochvolatile Anlageklasse, die des Öfteren schon um mehr als 70 % eingebrochen ist. Damit Strategy von solchen Bewegungen nicht auf dem falschen Fuß erwischt wird, verfolgt das Unternehmen einen sehr konservativen Ansatz.

Insgesamt befinden sich rund 10 Milliarden US-Dollar an Vorzugsaktien von Strategy im Umlauf. Hinzu kommen noch etwas mehr als 8 Milliarden US-Dollar an Wandelanleihen, die ab dem Jahr 2028 Schritt für Schritt getilgt werden müssen.

Für die Vorzugsaktien müssen Stand jetzt aufs Jahr gerechnet 1,08 Milliarden US-Dollar an Dividenden gezahlt werden. Demgegenüber stehen die 761.068 Bitcoin auf der Bilanz, die momentan rund 56 Milliarden US-Dollar wert sind.

Damit sind die Vorzugsaktien quasi deutlich „überbesichert“. Denn der Bitcoin-Bestand entspricht mehr als 50 Jahren an Dividendenzahlungen. 

Strategy möchte aber überhaupt erst gar nicht in die Situation geraten, dass Bitcoin verkauft werden müssen, um den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ziel ist es, das Geld über die Ausgabe von Stammaktien (MSTR) zu einer hohen Bewertung einzusammeln.

Laut Saylor und CEO Phong Le würden Bitcoin-Verkäufe erst bei einem mNAV von unter 1 x infrage kommen, also wenn das Unternehmen weniger wert ist als die Bitcoin-Bilanz abzüglich der ausstehenden Wandelanleihen und Vorzugsaktien.

Um sicherzustellen, dass dies selbst bei einer längeren, schwachen Marktphase nicht so leicht passieren kann, hat Strategy Ende 2025 begonnen, eine Cash-Reserve aufzubauen. Diese ist aktuell 2,25 Milliarden US-Dollar schwer und „garantiert“ damit Dividendenzahlungen für 25 Monate.

Die US-Dollar-Reserve dient dazu, die Vorzugsaktien attraktiver zu machen. Denn selbst diejenigen, die nicht von einem in der Zukunft weiter steigenden Bitcoin-Kurs überzeugt sind, dürften sich bei einem Blick auf die Zahlen ziemlich sicher sein, dass die Dividenden in den kommenden Monaten beziehungsweise Jahren weiter bezahlt werden.

Hinzu kommt, dass nur bei STRD die Dividenden konsequenzlos ausgesetzt werden können. Bei STRC, STRK, STRF und STRE müssen diese dann nachgelagert noch ausgeschüttet werden – und das inklusive einer Art Strafzahlung.

Dennoch: Dividenden der Vorzugsaktien nicht mehr zu zahlen, führt – anders als wenn Schulden nicht getilgt werden – nicht zu einer Insolvenz. Da das Vertrauen der Kapitalmärkte in Strategy von enormer Relevanz ist, besteht letztlich aber ohnehin ein großes Interesse daran, die Halter von Vorzugsaktien nicht zu verärgern.

Der neue Markt für „Digital Credit“

Neuartige Produkte brauchen immer etwas Zeit, um vom Markt richtig angenommen zu werden. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um Vorzugsaktien eines Unternehmens handelt, dessen gesamte Strategie auf Bitcoin ausgelegt ist.

„Digital Credit“, Michael Saylors Buzzword für Vorzugsaktien von „Bitcoin Treasury Companies“, ist etwas grundlegend Neues. 

Doch die Produkte sind nicht nur durch Strategys starke finanzielle Aufstellung, die hohen Dividenden oder die möglichen Wertzuwächse von Bitcoin attraktiv. Ein oft unterschätzter Faktor ist die Transparenz.

Strategys Bilanz lässt sich quasi in Echtzeit verfolgen. Das Asset, auf dem alles aufbaut, wird 24/7 gehandelt. Das heißt: Investoren können sich jederzeit ein Bild von den Risiken der Produkte machen.

Anders ist es bei „Private Credit“. In dem großen Hochrisikomarkt für außerbörslich gehandelte Unternehmenskredite kommt es seit geraumer Zeit zunehmend zu Verwerfungen.

Mehrere große Finanzdienstleister – darunter BlackRock – haben jüngst die hohen Auszahlungsanfragen aus den eigenen „Private Credit“-Fonds nicht mehr bedient.

Strategy stellte in dem Kontext in einem Post auf der Plattform 𝕏 heraus, wieso „Digital Credit“ weitaus besser sein soll als „Private Credit“.

Womöglich haben die Turbulenzen im „Private Credit“-Markt dazu beigetragen, dass STRC in den vergangenen Wochen eine Rekordnachfrage verzeichnen konnte. Denn vielleicht ist einigen „Fixed Income“-Investoren aufgefallen, dass maximale Transparenz und liquide Wertpapiere mit einer 24/7 handelbaren „Absicherung“ gar nicht so unattraktiv sind.

Ein weiterer Vorteil: US-Investoren müssen auf die Ausschüttungen der Vorzugsaktien von Strategy zunächst keine Steuern zahlen. Denn wenn diese nicht aus unternehmerischen Gewinnen finanziert werden, gelten sie steuerlich als Rückzahlung des eingesetzten Kapitals (Return of Capital; ROC). Erst wenn die Anschaffungskosten durch die Dividenden auf null gesunken sind, werden weitere Zahlungen besteuert.

Nachfrage nach STRC explodiert

Obwohl der Bitcoin-Kurs sich noch mehr als 40 % vom Allzeithoch entfernt befindet, handelte STRC in den vergangenen Wochen konstant über der Marke von 100 US-Dollar. Dazu dürfte beigetragen haben, dass es Strategy trotz Bitcoin-Bärenmarkt seit Jahresauftakt gelungen ist, mehrere Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe von Stammaktien einzunehmen.

Überdies zeigte sich, dass das STRC-Handelsvolumen zeitweise mehrere 100 Millionen US-Dollar pro Tag betragen hat. Eine hohe Liquidität ist für Investoren wichtig, da sie es ermöglicht, jederzeit mit großen Summen ein- oder auszusteigen, ohne den Kurs nennenswert zu bewegen.

Die vergangene Woche war eine besonders starke für STRC. Der Kurs handelte die meiste Zeit sogar ein gutes Stück über der angepeilten Marke. Das führte letztlich dazu, dass Strategy für sage und schreibe 1,18 Milliarden US-Dollar neue STRC-Aktien emittieren konnte, um Bitcoin zu kaufen.

Die folgende Grafik, die den ausstehenden Nennwert der Vorzugsaktien von Strategy zeigt, verdeutlicht, wie sehr die Kapitalaufnahme durch STRC, Strategys mit Abstand größte Vorzugsaktie, kürzlich an Fahrt aufgenommen hat:

Strategy konnte das ATM-Programm von STRC aufgrund des Kurses, der lange unter der 100-US-Dollar-Marke handelte, bisher nur in wenigen Wochen und einem verhältnismäßig geringen Umfang nutzen. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert:

  • 03.11.2025 – 09.11.2025: 26,2 Millionen US-Dollar
  • 10.11.2025 – 16.11.2025: 131,2 Millionen US-Dollar
  • 05.01.2026 – 11.01.2026: 119,1 Millionen US-Dollar
  • 12.01.2026 – 19.01.2026: 294,3 Millionen US-Dollar
  • 09.02.2026 – 16.02.2026: 78,4 Millionen US-Dollar
  • 23.02.2026 – 01.03.2026: 7,1 Millionen US-Dollar
  • 02.03.2026 – 08.03.2026: 377,1 Millionen US-Dollar
  • 09.03.2026 – 15.03.2026: 1.180,4 Millionen US-Dollar

Hierbei fällt das klare Muster auf, dass die Kapitalaufnahme immer am stärksten zur Mitte eines Monats war. Das liegt an dem „Ex-Dividend-Date“.

Bei festverzinslichen Wertpapieren ist es normalerweise so, dass nach diesem Datum der Kurs erst einmal um die Höhe der Dividende fällt. Denn diejenigen, die danach erst kaufen, haben keinen Anspruch mehr auf die kommende Ausschüttung.

Bemerkenswert ist, dass STRC wenige Tage nach dem „Ex-Dividend-Date“ dieses Monats wieder nahe der 100-US-Dollar-Marke handelt. Dies verdeutlicht, wie groß das Interesse an dem Produkt ist.

Das Handelsvolumen beträgt über die vergangenen 30 Handelstage im Schnitt 200 Millionen US-Dollar, also rund 4 % der Marktkapitalisierung. Das ist ein erstaunlich hoher Wert – vor allem für eine Vorzugsaktie.

Dennoch: Die hohe Nachfrage lässt sich Strategy auch einiges kosten. Bei Dividenden von über 10 % wird das initial eingesammelte Kapital in weniger als einem Jahrzehnt wieder an die Halter zurückgezahlt.

Sollte „Digital Credit“ aber weiter in die Verbreitung kommen, ist davon auszugehen, dass die Dividendenrenditen zurücklaufen werden. Bei STRC kann die Dividende nach unten angepasst werden, während bei den anderen Produkten die Kapitalbeschaffung durch höhere Kurse günstiger werden würde.

Bis es soweit ist, könnte Strategy weiter daran arbeiten, einen „Track Record“ als verlässlicher Ausschütter aufzubauen, der trotz der Volatilität von Bitcoin seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt.

Strategy ist damit den Wettbewerbern ein großes Stück voraus. Denn je etablierter und liquider eine Vorzugsaktie, desto besser. Die vielen anderen „Bitcoin Treasury Companies“, von denen bislang nur Strive und Metaplanet Vorzugsaktien herausgebracht haben, werden da wohl nie mehr mithalten können.

Implikationen für Bitcoin

Strategy ist das wohl wichtigste Unternehmen für die Kursentwicklung von Bitcoin. Allein in den vergangenen zwei Wochen kaufte Strategy jeweils für mehr als 1 Milliarde US-Dollar weitere Bitcoin. Und da das Unternehmen voraussichtlich an den Coins festhalten wird, verschwinden diese Coins womöglich für immer aus der Zirkulation.

Ein Vorteil der Vorzugsaktien ist zudem, dass diese es dem Unternehmen ermöglichen, auch in schwächeren Marktphasen in großem Stil zugreifen zu können. Die neue Strategie führte letztlich dazu, dass Strategy 2026 bereits mehr Bitcoin gekauft hat, als in den Bullenmarktjahren 2024 und 2025 zu diesem Zeitpunkt des Jahres.

Der lange gültige Vorwurf, dass sich Strategy in Bärenmärkten die günstigen Kurse nicht wirklich zunutze machen kann, dürfte jetzt so ziemlich vom Tisch sein. Für Bitcoin bedeutet das, dass schwache Phasen künftig durch die Kaufkraft des größten Bitcoin-Halters stärker abgefedert werden könnten.

Demnach ergibt es Sinn, als Bitcoin-Halter die Performance der Vorzugsaktien von Strategy – insbesondere STRC – im Blick zu behalten. Handelt STRC über 100 US-Dollar und beträgt das Handelsvolumen an dem Tag mehrere 100 Millionen US-Dollar, so ist davon auszugehen, dass Strategy gerade einige Bitcoin aufkauft.

Auf Basis dessen gibt es sogar Hochrechnungen, wie viele Bitcoin von Strategy in diesem Moment durch STRC finanziert gekauft werden. Die Website strc.live hatte bei ihrer Prognose für die Käufe in der vergangenen Woche eine Genauigkeit von über 80 %.

STRC hat letztlich das Potenzial, eine Brücke zwischen dem hunderte Billionen US-Dollar schweren Anleihemarkt und Bitcoin zu schlagen. Denn wenn Strategy auf Erfolgskurs bleibt und die Bitcoin-Kursentwicklung mitspielt, gibt es wenige gute Gründe, wieso Investoren lieber niedriger verzinste Staatsanleihen oder illiquide und risikoreiche „Junk Bonds“ halten sollten.

Michael Saylor sagte bereits, dass er inzwischen verstanden habe, dass nicht jedes Unternehmen oder jede Institution zwingend selbst Bitcoin kaufen muss. Sein Vorschlag: Alle, die von Bitcoin profitieren wollen, aber die Volatilität nicht stemmen können, sollen einfach STRC kaufen. Er könne dann die Risiken selbst tragen und hohe Dividenden weitergeben.

Die Differenz zwischen Dividenden und Bitcoin-Performance soll derweil den MSTR-Aktionären, die auf eine gehebelte Bitcoin-Wette setzen, zugutekommen.

Wissen Sie, wir sind um die ganze Welt gereist und haben mit Unternehmen über den Kauf von Bitcoin gesprochen. Nun, ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Bitcoin für Unternehmen STRC ist. […] Es ist so: Anstatt dass du 100 Millionen nimmst, Bitcoin kaufst und dich auf die Achterbahn begibst, gib mir einfach die 100 Millionen. Ich übernehme das gesamte Risiko, ich übernehme die Achterbahnfahrt. Ich werde es überbesichern, ich werde dir die 10 oder 11 % Rendite zurückgeben, ich werde das Steuerproblem lösen und ich verspreche, die Bitcoin nicht zu verkaufen.
Michael Saylor bei „Bitcoin for Corporations“

Es gibt tatsächlich auch die ersten Unternehmen, die sich STRC auf die Bilanz gelegt haben. Beispielsweise investierte die „Bitcoin Treasury Company“ Strive 50 Millionen US-Dollar in die Vorzugsaktie. Strive hat mit SATA ein STRC-Äquivalent herausgebracht, hält aber ebenfalls eine Cash-Reserve, um die Zahlungen der Dividenden sicherstellen zu können.

Überdies empfahl Saylor bereits Banken und Vermögensverwaltern, Geldmarktfonds beziehungsweise Sparkonten auf Basis von STRC zu errichten. Dadurch wäre es möglich, so Saylor, die Volatilität komplett herauszunehmen, aber trotzdem noch weiter überdurchschnittlich hohe Renditen an Sparer zu bezahlen.

Sollten immer mehr große Institutionen STRC als geeignetes Instrument für sich erkennen, so könnten über diesen Kanal künftig noch einige weitere Milliarden US-Dollar in den Bitcoin-Markt fließen. Der Anleihemarkt ist insgesamt mehr als 300 Billionen US-Dollar schwer. Und mit STRC soll dieser Markt auf den Kopf gestellt werden.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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