Strategy hat 1.690 Bitcoin verkauft, um STRC zurückzukaufen
Strategy hat in der vergangenen Woche schon wieder Bitcoin verkauft. Dieses Mal waren es 1.690 BTC für 108,6 Millionen US-Dollar. Die gesamten Erlöse flossen in STRC-Rückkäufe. Gleichzeitig wurde die Cash-Reserve auf 4,65 Milliarden US-Dollar vergrößert. Können diese Schritte dabei helfen, bald wieder auf der Käuferseite aktiv zu werden?
Von Tristan
Strategys Geschäftsmodell vor Herausforderungen
Für Strategy, den größten börsennotierten Bitcoin-Halter der Welt, startete das Jahr 2026 verhältnismäßig gut. Das von Michael Saylor gegründete Unternehmen kaufte nämlich bis in den Mai hinein mehr Bitcoin als in den Bullenmarktjahren 2024 und 2025 zum selben Zeitpunkt.
Dies gelang vor allem auch durch die Neuausgabe von STRC. Das ist eine Vorzugsaktie, deren Kurs unter anderem durch Dividendenanpassungen bei 100 US-Dollar stabil gehalten werden soll. Aktuell zahlt STRC aufs Jahr gerechnet eine Dividende von 12 %.
Erst ab einem Kurs von 100 US-Dollar sollen neue STRC-Aktien direkt am Markt emittiert werden, um mit den Erlösen Bitcoin zu kaufen.
Mitte Mai handelte STRC aber zuletzt bei diesem Zielniveau. Von dort an ging es deutlich bergab. Ende Juni kostete eine STRC-Aktie im Tief nur noch 71,25 US-Dollar. Problematisch war dabei, dass das Produkt als eine Alternative zu Geldmarktfonds beworben wurde.
Ein Grund für den Einbruch war neben dem seither stark gefallenen Bitcoin-Kurs, dass Strategy 1,38 Milliarden US-Dollar aus der Cash-Reserve nahm, um Wandelanleihen vorzeitig zurückzukaufen. Die Reserve sank infolgedessen von 2,25 Milliarden auf 871 Millionen US-Dollar.
Damit reichte der Puffer nur noch für circa 6 Monate an Zahlungsverpflichtungen, obwohl beim Aufbau der Reserve Ende 2025 kommuniziert wurde, dass diese immer 2 bis 3 Jahre abdecken soll – was schon vor Schuldentilgung wegen der weiteren Ausgabe von STRC nicht mehr der Fall war.
Um den Kurs wieder zu stabilisieren, begann Strategy dann damit, die Cash-Reserve Schritt für Schritt auszubauen. Außerdem wurde Ende Juni ein neues Framework vorgestellt. Teil dieses ist ein Rückkaufprogramm für Vorzugsaktien in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar.
STRC-Rückkäufe laufen auf Hochtouren
In der Woche vom 20. bis zum 26. Juli kaufte Strategy schließlich die ersten STRC-Aktien zurück – und zwar für insgesamt 25 Millionen US-Dollar. Die Mittel beschaffte sich das Unternehmen durch die Ausgabe von MSTR-Stammaktien.
Im gleichen Zuge erklärte das Unternehmen, dass es von nun an als kontinuierlicher STRC-Käufer auftreten wird und mehr Aktien gekauft werden, je weiter sich der Kurs von der Zielmarke entfernt befindet.
Außerdem soll die Dividendenrendite bei 12 % belassen und die Stabilisierung durch Rückkäufe sowie die Vergrößerung der Cash-Reserve erreicht werden. STRC handelte zu der Zeit noch unter 90 US-Dollar.
In der darauffolgenden Woche kaufte Strategy wieder STRC-Aktien zurück. Dieses Mal für 81,2 Millionen US-Dollar. Dies wurde durch Bitcoin-Verkäufe sowie die Emission von MSTR finanziert. Zum Zeitpunkt der Mitteilung notierte STRC immer noch bei um die 90 US-Dollar.
Doch die vergangene Woche konnte STRC dann bei circa 95 US-Dollar beenden. Wie sich heute herausgestellt hat, wurden weitere STRC-Aktien zurückgekauft – und das für mehr als in den beiden Wochen davor.
Rückkauf von 1,15 Millionen STRC-Aktien
Aus dem heute eingereichten 8-K-Filing geht hervor, dass Strategy in der vergangenen Woche insgesamt 1.152.020 STRC-Aktien für 108,6 Millionen US‑Dollar zurückgekauft hat.
Dies impliziert einen durchschnittlichen Kaufkurs von circa 94,27 US-Dollar.
Damit verbleiben von dem Rückkaufprogramm, das theoretisch jederzeit angepasst werden kann, noch 785,2 Millionen US-Dollar.
Überdies emittierte Strategy in der vergangenen Woche neue MSTR-Stammaktien für insgesamt 653,1 Millionen US-Dollar.
Mit den Erlösen wurde die Cash-Reserve von 4 auf 4,65 Milliarden US-Dollar vergrößert. Damit reicht sie jetzt für 2,7 Jahre an Zins- und Dividendenzahlungen ab.
Die Cash-Reserve ist nicht nur auf US-Dollar-Basis auf einem Allzeithoch, sondern auch was die Abdeckung der Zahlungsverpflichtungen betrifft.
Maßnahmen dienen Bitcoin-Käufen in der Zukunft
Strategy ist jetzt seit Ende Mai ein Nettoverkäufer von Bitcoin.
Seitdem wurden nämlich insgesamt 6.948 BTC verkauft, während nur 3.657 BTC hinzugekauft wurden.
Die Bitcoin-Reserve fiel vom Höchststand aus gemessen von 847.363 auf 840.447 BTC – ein Rückgang um 0,82 %.
Seit Jahresauftakt kamen unter dem Strich aber noch 167.947 BTC netto hinzu.
Mittlerweile zeigt sich der Bitcoin-Kurs weitestgehend unbeeindruckt von den Verkaufsmeldungen. Am Montag vergangener Woche legte BTC sogar zu, während es heute keine nennenswerte Reaktion gab.
Vorstellbar ist dennoch, dass vom Markt jetzt weitere BTC-Verkäufe für STRC-Rückkäufe eingepreist werden, was BTC potenziell unter Druck bringen könnte.
Wie in der Quartalspräsentation Ende Juli aber noch einmal klargemacht wurde, sei das Ziel, Nettokäufer von Bitcoin sowie Nettoemittent von STRC zu bleiben.
Die BTC-Verkäufe sowie die STRC-Rückkäufe dienen laut dem Management vielmehr der Vision, langfristig umso mehr Bitcoin kaufen zu können.
Sollte es mit den Maßnahmen gelingen, das Vertrauen für STRC wiederherzustellen, so könnten die verkauften Bitcoin schnell wieder hinzugekauft werden.
Strategy konnte durch die Neuausgabe von STRC nämlich teilweise in diesem Jahr mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Woche in Bitcoin investieren.
Dass für STRC-Rückkäufe inzwischen Bitcoin verkauft werden, könnte dazu dienen, dem Markt zu signalisieren, dass das Unternehmen die nötigen Mittel hat, um STRC wieder auf 100 US-Dollar steigen zu lassen.
Strategy hält nämlich noch 840.447 BTC im Wert von knapp 55 Milliarden US-Dollar. Zeitgleich sind 6,7 Milliarden US-Dollar an Wandelanleihen ausstehend, womit die Schuldenquote nur noch weniger als 4 % beträgt. Hierbei werden nämlich auch die 4,65 Milliarden US-Dollar an Cash berücksichtigt.
Die entscheidende Frage wird letztlich sein, ob sich genügend Käufer für STRC bei 100 US-Dollar finden lassen. Denn erst ab diesem Kurs sollen neue Wertpapiere am Markt emittiert werden.
Strategy kann den Kurs mit Rückkäufen zwar in die Höhe treiben und den Investoren signalisieren, dass man bereit ist, das Wertpapier zu stützen, doch es braucht die richtige Nachfrage bei 100 US-Dollar, damit Strategy durch die Neuausgabe Bitcoin kaufen kann.
Die Dividendenrendite von 12 % bei halbmonatlicher Ausschüttung, 4,65 Milliarden US-Dollar an Cash sowie eine Bitcoin-Bilanz, die über 30 Jahren an Zahlungsverpflichtungen entspricht, scheinen gerade noch nicht ganz auszureichen.
Zum heutigen Börsenstart handelt STRC ungefähr bei 95,4 US-Dollar.
Strategy könnte theoretisch auch wieder Stammaktien emittieren, um Bitcoin zu kaufen. Denn nach der neuen mNAV-Definition sei dies aktuell wieder zuträglich, wenn das mNAV über 1,0 x liegt – was derzeit der Fall ist.
Das Management machte im letzten „Earnings Call“ überdies klar, dass die Cash-Reserve 2 bis 3 Jahre abdecken soll. Mit aktuell 2,7 Jahren ist das Maximum also fast erreicht. Demnach könnte in absehbarer Zeit auch die MSTR-Emission für Cash wieder eingestellt werden.
Dies dürfte auch im Interesse der Stammaktionäre sein, die in den vergangenen Wochen kontinuierlich verwässert wurden. Die seit Jahresauftakt erzielte „BTC Yield“, also die Änderungsrate der Ratio „BTC je Aktie“, lag im Mai noch bei 13,3 %. Jetzt sind es nur noch 1,7 %.
Die MSTR-Aktie handelt derweil bei circa 100 US-Dollar und damit über 80 % vom Allzeithoch entfernt. Dies liegt neben der Verwässerung aber in erster Linie auch am gefallenen Bitcoin-Kurs sowie der seither deutlich zurückgelaufenen Unternehmensbewertung in Relation zur BTC-Bilanz.
Problematisch ist unter dem Strich aber, dass Strategy inmitten eines Bärenmarkts Bitcoin verkauft, um STRC-Aktien zurückzukaufen, die emittiert wurden, um zu einem deutlich höheren Kurs Bitcoin zu kaufen.
Hinzu kommt, dass Strategy mit dem mNAV-Framework aus August 2025 noch in Aussicht stellte, dass Vorzugsaktien emittiert werden könnten, um die Stammaktie bei einem mNAV von unter 1,0 x zurückzukaufen.
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