Laut Strategy-CEO Phong Le würde die potenziell bevorstehende Exklusion aus den MSCI-Indizes keine nennenswerten Auswirkungen auf den MSTR- und Bitcoin-Kurs haben. Außerdem argumentierte er gegen den Vorschlag, indem er auf die konträre Einordnung wichtiger US-Institutionen verwies.

MSCI mit neuem Versuch, Strategy zu exkludieren

MSCI hat in diesem Monat einen neuen Vorschlag eingebracht, der darauf abzielt, „nicht-operative Unternehmen“ aus den eigenen Indizes zu werfen. Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, wäre neben dem japanischen Nachahmer Metaplanet und einem Uran-Investor davon betroffen, wie dem offiziellen Dokument zu entnehmen ist.

Tatsächlich ist das auch nicht der erste Versuch dieser Art. Im Oktober 2025 unternahm MSCI bereits Anstrengungen, um „Digital Asset Treasury Companies“ zu exkludieren. Im Januar dieses Jahres gab es dann aber die Meldung, dass der wichtige Indexherausgeber zunächst davon absieht.

Die Sorge vor einer Exklusion von Strategy sorgte Ende 2025 für fallende Kurse bei Bitcoin und der MSTR-Aktie – unter anderem angefacht durch eine Research-Note der Großbank JPMorgan, in der der potenzielle Verkaufsdruck vorgerechnet wurde.

Demnach liegt die Vermutung nahe, dass es jetzt wieder zu einem Abverkauf kommen könnte. Phong Le, CEO von Strategy, erklärte heute in einer Fragerunde mit Kleinanlegern, wieso dies keine nennenswerten Auswirkungen auf Strategy und vor allem auch nicht auf Bitcoin haben würde. Außerdem lieferte er Argumente gegen eine Exklusion.

Strategy sieht keine Gefahr für das Geschäftsmodell

Der neue Vorschlag von MSCI ist bereits seit Anfang dieses Monats öffentlich. Doch erst gegen Ende vergangener Woche machte die Meldung die Runde. Am Freitag sah sich dann auch Strategy dazu genötigt, ein Statement abzugeben.

In diesem hieß es, dass Indexherausgeber Märkte abbilden und nicht nach den Assets eines Unternehmens diskriminieren sollten. Außerdem wurde unterstrichen, dass weder Strategy noch Bitcoin MSCI brauchen würden.

Digitale Vermögenswerte sind Vermögenswerte. Indexanbieter sollten Märkte messen und nicht entscheiden, welche Vermögenswerte Unternehmen besitzen dürfen. Mit dem Vorschlag gerät MSCI in Konflikt mit den Aufsichtsbehörden, den Märkten und seinen eigenen Kunden. Bitcoin braucht MSCI nicht. Strategy ebenso wenig.

Phong Le ging bei der heutigen Fragerunde schließlich etwas detaillierter auf das Thema ein. Dabei erklärte er zunächst, wie groß der Anteil an Strategy-Aktien sei, der von einer Exklusion betroffen wäre. ETFs, die MSCI-Indizes abbilden, würden bei der angestrebten Anpassung nämlich entsprechend ihre MSTR-Aktien verkaufen müssen.

Die MSCI-Indizes machen irgendwo zwischen 3 und 4 % unserer derzeitigen Aktien aus. Sollten wir aus den Indizes ausgeschlossen werden, wäre über einen gewissen Zeitraum entsprechender Verkaufsdruck zu erwarten. Aber das ist wirklich nicht wesentlich für uns. 3 bis 4 % sind nichts, wovon ich erwarten würde, dass es unseren Aktienkurs über einen gewissen Zeitraum erheblich verändert. Deshalb würde ich das als unwesentlich bezeichnen. Und für Bitcoin ist die Bedeutung sogar noch geringer, richtig? Vielleicht 0,1 %, wenn man die Bitcoin berücksichtigt, die wir halten.
Phong Le, Strategy-CEO

Überdies machte der Strategy-CEO darauf aufmerksam, dass die Position von MSCI im Konflikt mit den Einordnungen wichtiger US-Institutionen stehen würde und für ihn eine Art Angriff auf Bitcoin darstelle.

Noch wichtiger ist, dass ich nicht glaube, dass MSCI mit der US-Regierung, den Weltmärkten oder anderen Indizes auf einer Linie liegt. Die Tatsache, dass sie diese Position wieder einnehmen, ist aus meiner Sicht fehlgeleitet. Denn hier entscheidet sich ein Indexanbieter im Grunde dazu, neu zu definieren, was ein operativer Vermögenswert ist. Die SEC und das FASB haben definiert, was ein operativer Vermögenswert ist. […] Bitcoin ist ein operativer Vermögenswert. Ich denke deshalb, dass sie damit auch eine Position einnehmen, die den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen und der SEC entgegensteht.
Phong Le, Strategy-CEO

Strategy werde sich an der Konsultationsphase, die bis Ende September läuft, beteiligen, so Le weiter.

Wir werden also darauf zurückkommen und ihnen entsprechend antworten. Wir werden versuchen, besser zu verstehen, wieso sie diesen Vorschlag unterbreiten, der gegenüber Bitcoin und der Anlageklasse ablehnend ist. Ich glaube aber, dass sie unsere Stellungnahme und die Stellungnahmen anderer im Rahmen dieser Konsultation berücksichtigen werden und hoffentlich mit diesem Vorschlag nicht weitermachen. Aber selbst wenn sie es tun, denke ich nicht, dass das für uns von großer Relevanz sein wird.
Phong Le, Strategy-CEO

Ende 2025 wandten sich Le und Michael Saylor mit einem offenen Brief an MSCI.

Wirklich kein Risiko für MSTR?

Für das Geschäftsmodell von Strategy ist der Aktienkurs essenziell. Das Unternehmen hat sich nämlich bislang das meiste Geld durch die Emission von MSTR-Aktien beschafft. Das ist lukrativer, je höher die Aktie in Relation zu den Bitcoin auf der Bilanz bewertet ist.

Ein Verkaufsdruck in Höhe von 3 bis 4 % der ausstehenden Aktien wäre zwar kein Todesurteil, aber sicherlich ein Katalysator, der für weiteren Abverkauf sorgen dürfte. Schließlich war Ende 2025 schon beobachtbar, dass es in Antizipation erheblichen Gegenwind gab.

Als CEO von Strategy hat Phong Le selbstverständlich einen Anreiz, die Auswirkungen nicht größer zu machen, als sie am Ende sein werden. Das könnte dem Aktienkurs nämlich im Hier und Jetzt bereits schaden.

Theoretisch kann das Geschäftsmodell von Strategy aber auch ohne die Ausgabe weiterer Stammaktien funktionieren, indem die Dividenden durch Bitcoin-Verkäufe finanziert werden und die Kapitalaufnahme durch Vorzugsaktien für eine steigende Anzahl an BTC pro MSTR-Aktie sorgt.

MSCI wird die Entscheidung bis Mitte Oktober bekannt geben. Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Strategy in diesem Jahr noch exkludiert wird, derzeit bei 80 %.

Vor der Entscheidung im Januar, die am Ende positiv ausfiel, wurde die Exklusion zu 77 % eingepreist. Die MSTR-Aktie reagierte entsprechend mit einem deutlichen Kursplus.

Sollte sich MSCI dazu entscheiden, den Vorschlag umzusetzen, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen letztlich vom Markt vorweggenommen werden.

Inwieweit die hohe Wahrscheinlichkeit jetzt schon im MSTR- oder Bitcoin-Kurs enthalten ist, ist unklar. Denn bislang gab es noch keine Berichte in Leitmedien wie Bloomberg zu dem Thema – geschweige denn eine neue Analyse von JPMorgan.

Eine Gefahr, auf die die Großbank damals aufmerksam machte, ist, dass andere Indexherausgeber nachziehen werden. Strategy ist auch Teil des Technologieindex Nasdaq 100.

In den noch relevanteren S&P 500 wurde Strategy hingegen noch nicht aufgenommen, obwohl das Unternehmen im Jahr 2025 zeitweise die Anforderungen – unter anderem Profitabilität – erfüllte.

Google

Blocktrainer bei Google bevorzugt anzeigen

Lege blocktrainer.de in deinem Google-Konto als bevorzugte Quelle fest - dann erscheinen unsere Artikel in den Google-Nachrichten weiter oben. Freiwillig und jederzeit widerrufbar.

Als bevorzugte Quelle festlegen
Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Kommentare aus unserem Forum