Staatlich kontrollierte Dubai-Bank plant Bitcoin-Investition
Maurice Gravier, CIO für Wealth Management bei Emirates NBD, war gestern bei CNBC im Interview. Dabei spielte auch Bitcoin eine große Rolle. Die von der Regierung kontrollierte Großbank befinde sich derzeit nämlich in dem Prozess, eine Bitcoin-Allokation möglich zu machen.
Bis zu 1 % des Portfolios sollen in das Asset, das laut Emirates NBD „digitales Gold“ darstelle, investiert werden. Die Wortwahl der Führungskraft lässt darauf schließen, dass die Entscheidung eigentlich schon getroffen ist.
Wir haben gerade die Möglichkeit in unserem Prozess geöffnet, Bitcoin aufzunehmen, weil wir denken, dass es als Wertaufbewahrungsmittel funktioniert. Wir sehen es als eine Art digitales Gold. [...] Eines Tages werden wir den Abzug drücken, aber es werden wahrscheinlich, ich weiß nicht, 0,5 oder 1 % sein.
Maurice Gravier, Emirates NBD
Die größte Bank aus Dubai, @EmiratesNBD_AE, erwägt, einen kleinen Teil ihres Portfolios in Bitcoin zu investieren. 🇦🇪
— Blocktrainer (@blocktrainer) February 25, 2026
Dies teilte Maurice Gravier, CIO für Wealth Management bei der von der Regierung kontrollierten Bank, gestern in einem @CNBC-Interview mit. 👀
„Wir haben gerade… pic.twitter.com/5WeoE44oXa
Die letzten Hürden
Momentan scheitere es noch daran, Bitcoin richtig bewerten zu können. Die Bank arbeite dafür aber an einem eigenen Modell. Außerdem sei man, so Gravier, vor 6 Monaten noch der Meinung gewesen, dass Bitcoin zu teuer sei. Dies dürfte nach der starken Korrektur nun nicht mehr der Fall sein. Laut dem Modell der Bank liege der faire Bitcoin-Kurs auf 12-Monats-Sicht nämlich bei circa 100.000 US-Dollar.
Doch Emirates NBD hat auch etwas an Bitcoin auszusetzen. Laut Gravier seien die hohe Volatilität sowie die Korrelation mit Risiko-Assets noch Gründe, die zögerlich machen. Mit der richtigen Kalibrierung könne dem jedoch entgegengewirkt werden, fügte Gravier hinzu.
Es funktioniert mit einer begrenzten Allokation. Grundsätzlich lieben wir Bitcoin, aber es korreliert immer noch mit dem Risikoappetit, was etwas ist, das uns nicht gefällt. Man will Diversifikation, und es ist auch sehr, sehr volatil, was eine gewisse Kalibrierung erfordert, aber wir sind sehr offen dafür.
Maurice Gravier, Emirates NBD
Absage für andere Kryptowährungen
In dem Interview wurde der CIO für Wealth Management von Emirates NBD schließlich auch auf eine mögliche Investition in andere Kryptowährungen wie Ethereum angesprochen. Gravier erklärte daraufhin, dass andere Krypto-Assets Disruptionsrisiken ausgesetzt seien, Bitcoin aber als Wertaufbewahrungsmittel bereits gewonnen habe.
Vorläufig schauen wir nur auf Bitcoin. […] Wir glauben, dass Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel bereits gewonnen hat.
Maurice Gravier, Emirates NBD
VAE im Bitcoin-Fieber
In den vergangenen Monaten wird zunehmend deutlich, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Bitcoin für sich entdecken. Mubadala Investment, ein Staatsfonds von Abu Dhabi, hält seit dem vierten Quartal 2024 Bitcoin-ETFs. Die Position wurde im vergangenen Quartal sogar um 45,6 % weiter ausgebaut, womit der Staatsfonds zum 31. Dezember 2025 mehr als 630 Millionen US-Dollar in BlackRocks IBIT hielt. Auch Al Warda Investment, ein Anlagevehikel des staatlichen Abu Dhabi Investment Council (ADIC), sitzt auf mehreren hundert Millionen US-Dollar an Bitcoin-ETFs.
Die VAE halten anscheinend sogar selbst eine Bitcoin-Reserve, die über staatliches Mining-Engagement aufgebaut worden sein soll. Dies enthüllte die Analyseplattform Arkham Intelligence im August 2025. Laut Arkham haben die VAE so mehr als 6.800 BTC akkumuliert, die aktuell rund 460 Millionen US-Dollar wert sind.
Dass nun auch die zweitgrößte Bank der VAE, die staatlich kontrolliert ist, auf den Zug aufspringen möchte, unterstreicht, dass es sich vielmehr um eine langfristige Ausrichtung handelt. Bislang gibt es noch keine Großbanken, die aktiv in BTC investieren – auch wenn sich immer mehr Institutionen für die Anlageklasse öffnen, indem sie ihren Kunden Handel und Verwahrung anbieten oder BTC als Kreditsicherheit akzeptieren.
Die Aussagen von Gravier von Emirates NBD lassen überdies vermuten, wie viel Kapital noch in den Markt fließen würde, wenn irgendwann die Volatilität von Bitcoin sowie die Korrelation mit „Risk-On-Assets“ abnimmt. Eine 1-%-Allokation von Emirates NBD wäre unter dem Strich insbesondere wegen der Signalwirkung relevant – und weniger aufgrund der investierten Summe. 0,5 bis 1 % des Portfolios entsprechen nämlich voraussichtlich „nur“ einer zwei- oder dreistelligen Millionensumme. Aus dem Interview geht nicht eindeutig hervor, welches Portfolio konkret gemeint ist.