Sparkassen bieten Bitcoin- und Krypto-Handel in der eigenen App an
Laut Informationen von DER PLATOW Brief werden die Sparkassen ab Mitte Oktober den Krypto-Handel für ihre Kunden freischalten. Über die Sparkassen-App soll es dann möglich sein, Bitcoin und eine Handvoll anderer Kryptowährungen zu kaufen.
Von Tristan
Sparkassen öffnen sich für Bitcoin und Krypto
Früher hieß es noch vonseiten des Gesamtvorstands des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), dass man die Kunden vor unkalkulierbaren Risiken schützen und entsprechend keine Krypto-Dienstleistungen anbieten wolle.
Nach einer erneuten Prüfung Ende 2024 entschied man sich schließlich doch dafür, in den Markt einzusteigen. Im Sommer 2025 verkündete der DSGV, dass innerhalb der nächsten 12 Monate ein entsprechendes Angebot entwickelt werde.
Die Verantwortung übernimmt dabei die DekaBank, eine 100-%-ige Tochter der Sparkassen. Diese baute Ende 2025 schließlich auch die Partnerschaft mit Börse Stuttgart Digital aus, um das bereits vorhandene Angebot für Institutionen auf Privatkunden auszuweiten.
Mit einer von der DekaBank bereitgestellten Lösung muss nicht jede einzelne Sparkasse eine entsprechende Lizenz als „Crypto-Asset Service Provider (CASP)“ erhalten, um loslegen zu können.
Neue Details zum geplanten Angebot
Laut einem neuen Exklusivbericht von DER PLATOW Brief soll der Krypto-Handel ab Mitte Oktober dieses Jahres Schritt für Schritt ausgerollt werden. Ab September starte die Testphase für „Friends & Family“.
Die Kunden sollen dann über die Sparkassen-App die Möglichkeit erhalten, einige wenige Krypto-Assets zu handeln – und zwar zunächst Bitcoin, Ethereum, Solana, Polygon und XRP, so die Informationen von DER PLATOW Brief.
Die Handelsgebühren werden derweil von der DekaBank vorgegeben. Zu einem in dem Exklusivbericht nicht weiter definierten Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) soll eine fixe Ordergebühr in Höhe von 99 Cent erhoben werden.
Deutsche Bankenlandschaft drängt in den Krypto-Markt
Auch die Volks- und Raiffeisenbanken befinden sich derzeit in dem Prozess, ein Krypto-Angebot an den Start zu bringen – entwickelt von der DZ Bank, dem Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken.
Im Mai dieses Jahres gab es die Meldung, dass die VR-Bank Würzburg als erste „meinKrypto“ für die Kunden freischaltet. Weitere Institute werden wohl folgen. Die Nachfrage scheint nämlich groß zu sein.
Laut einer Umfrage des Genoverbands aus September 2025 gaben 71 % der VR-Banken an, sich mit der Einführung von Angeboten zum Krypto-Handel befassen zu wollen.
Obwohl sich immer mehr etablierte deutsche Hausbanken für Bitcoin und Co. öffnen, warnt Mark Branson, Chef der Finanzmarktaufsichtsbehörde BaFin, immer noch vor der Anlageklasse. Laut ihm bleibe eine Investition in Krypto so spekulativ wie zuvor.
In den USA hingegen sind die großen Finanzdienstleister schon länger auf den Bitcoin-Zug aufgesprungen. Der Vermögensverwalter BlackRock lancierte einen Bitcoin-Spot-ETF, während Morgan Stanley über E*Trade ein Handelsangebot an den Start gebracht hat.
Sogar die vom Bitcoin-Kritiker Jamie Dimon geführte Großbank JPMorgan akzeptiert inzwischen Bitcoin als Kreditsicherheit, während es Ende 2025 die Meldung gab, dass institutionellen Anlegern der Handel mit Krypto ermöglicht werden soll.
Dennoch gibt es selbst in den USA noch viel Luft nach oben. Das Unternehmen Strategy, der größte börsennotierte BTC-Halter der Welt, stellte kürzlich einen Banken-Adoptions-Index vor, laut dem erst 32 % erreicht seien.
Wir stellen den Bitcoin-Bank-Adoptions-Index vor. Die Adoption von Bitcoin und des damit verbundenen Ökosystems digitaler Vermögenswerte bei großen Banken und Finanzinstituten nimmt zu, befindet sich mit 32 % jedoch noch in einem frühen Stadium.
Phong Le, Strategy-CEO
Introducing the Bitcoin Bank Adoption Index. Adoption of Bitcoin and the related digital asset ecosystem across major banks and financial institutions is accelerating, but still early at 32%.
— Phong Le (@phongle) July 13, 2026
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