SpaceX versendet 1.308 Bitcoin
SpaceX und Bitcoin
Anfang 2021 sorgte eine Meldung für viel Aufsehen: Der Autobauer Tesla gab bekannt, 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert zu haben und die Kryptowährung als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Später stellte sich heraus, dass Elon Musk nicht nur mit Tesla, sondern auch mit SpaceX auf BTC setzt.
Das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX ist jedoch – anders als Tesla – ein privates Unternehmen, weswegen die Öffentlichkeit kaum Einblick in die Zahlen hat. Das Wall Street Journal bekam jedoch interne Dokumente zu sehen, aus denen hervorging, dass neben Tesla auch SpaceX im Jahr 2022 den Großteil der Bitcoin-Bilanz verkauft hatte.
Die Analyseplattform Arkham Intelligence identifizierte sowohl die Bitcoin-Adressen von Tesla als auch die von SpaceX. Wie sich durch die jüngsten Quartalsergebnisse des Autobauers herausstellte, hält Tesla tatsächlich die 11.509 BTC, die Arkham dem Unternehmen zuordnet – der Höchststand waren rund 44.000 Coins. Hätte Tesla nicht verkauft, wäre das Unternehmen jetzt fast 4 Milliarden US-Dollar reicher.
Laut Arkham hielt SpaceX einst circa 28.000 BTC. Nach dem Verkauf im Bärenmarkt 2022 waren es noch 8.300 Coins. Danach gab es drei Jahre lang keine Aktivität auf der Bitcoin-Wallet von SpaceX – bis heute früh. Nach der Transaktion am heutigen Morgen zeigt Arkham Intelligence nur noch einen Bestand von 6.977 BTC im Gegenwert von 830 Millionen US-Dollar.
Verkauft SpaceX Bitcoin?
Bislang hat Arkham Intelligence die Empfangsadresse der 1.308 BTC nicht identifiziert. Würde es sich dabei um eine bekannte Börse wie Coinbase handeln, auf der SpaceX die Bitcoin verkaufen möchte, wäre dies vermutlich bereits bekannt. Als das Bundesland Sachsen im Sommer vergangenen Jahres knapp 50.000 BTC „notveräußerte“, waren die Transaktionen an die jeweiligen Dienstleister über Arkham Intelligence nachvollziehbar.
Nichtsdestotrotz könnte es sich bei der Verschiebung der Coins um einen Verkauf an einer Börse vorbei handeln – beispielsweise ein direkter Übertrag an eine andere Entität. Interessanterweise empfing die besagte SpaceX-Adresse vor der Transaktion BTC im Gegenwert von rund 30 US-Dollar vom Dienstleister Coinbase.
Möglich wäre außerdem, dass SpaceX die Coins intern verschiebt – und zwar auf ein neues Adressformat. Die Empfangsadresse ist eine neuere „SegWit-Adresse“, wie durch die Anfangsziffern „bc1q“ erkennbar ist. Die Ursprungsadresse („15oKQ …“) ist eine sicherheitstechnisch leicht unterlegene „Legacy-Adresse“.
Tesla verschob vor rund neun Monaten ebenfalls Bitcoin-Bestände. Dabei handelte es sich jedoch um alle 11.509 Coins, woraufhin Arkham zwischenzeitlich eine leere Wallet anzeigte. Wenig später ordnete die Analyseplattform jedoch die neuen Adressen wieder dem Autobauer zu – und das richtigerweise, wie Teslas Quartalszahlen offenbarten.
Da Tesla bei der internen Verschiebung im vergangenen Jahr aber wieder auf „Legacy-Adressen“ setzte und die Transaktionen ausnahmslos alle Coins umfassten, scheint die heutige Wallet-Aktivität von SpaceX nicht in dieses Bild zu passen. Ob die Empfangsadresse bald identifiziert wird oder noch weitere Transaktionen stattfinden werden, bleibt vorerst offen. Der 𝕏-Account von Arkham Intelligence stellte selbst die bislang unbeantwortete Frage, ob es sich um eine interne Verschiebung oder Verkäufe handelt, in den Raum.
Findet Elon Musk zu Bitcoin zurück?
Nachdem Elon Musk Anfang des Monats auf der Plattform 𝕏 erklärt hatte, dass seine neue Partei Bitcoin unterstützen werde, da Fiatgeld hoffnungslos sei, kam in der Bitcoin-Community die Hoffnung auf, der reichste Mann der Welt könnte das Asset wieder für sich entdecken. Ob die Aktivität in der Bitcoin-Wallet von SpaceX ein Vorbote einer Neuausrichtung sein könnte, dürfte die Zukunft zeigen.
Morgen nach Börsenschluss wird Tesla die Zahlen für das zweite Quartal offenlegen. Dabei könnte es Neuigkeiten zum Umgang mit Bitcoin geben. Bitcoin-Befürworter warten gespannt darauf, dass Tesla wieder Bitcoin-Zahlungen akzeptiert. Dies hatte Elon Musk aufgrund von Umweltbedenken eingestampft. Es sollte aber wieder eingeführt werden, wenn der Energiemix des Bitcoin-Minings zu mindestens 50 Prozent nachhaltig ist – was mittlerweile selbst laut Daten der Elite-Uni Cambridge der Fall ist.
Nachtrag: Arkham identifiziert Empfänger
Die Analyseplattform Arkham Intelligence hat mittlerweile den Empfänger identifiziert. Dabei soll es um eine Adresse des Dienstleisters Coinbase Prime handeln.
Die Coins seien, so Arkham, immer noch im Besitz von SpaceX und nur zur Verwahrung übertragen worden.
Dies würde auch erklären, dass auf der SpaceX-Wallet zuvor ein kleiner Betrag von Coinbase Prime einging, der wohl für die Transaktionsgebühren gedacht war. SpaceX hält somit anscheinend immer noch an den 8.285 BTC fest.