Am Donnerstagabend hat schon wieder ein Bitcoin-Miner, der eine eigene Mining-Infrastruktur über eine Umbrel-Node betreibt, einen Block gefunden. Damit konnte er sich nicht nur die Block-Belohnung von rund 3,14 BTC im Wert von mehr als 347.000 US-Dollar für sich allein sichern, sondern noch einmal zeigen, dass Mining auch unabhängig von großen Akteuren erfolgreich betrieben werden kann.

Zweiter Fund über eigenen Pool

Am 23. Oktober hat ein unbekannter Miner den Bitcoin-Block 920.440 gefunden. Laut bitaps.com lag der gültige Hash („Share“) bei etwa 2.075,44 Tera (T) beziehungsweise rund 2,08 Peta (P) – also mehr als 14-mal besser als erforderlich, um einen gültigen Block bei der aktuellen Netzwerkschwierigkeit von rund 146,72 T zu finden.

Die Bezeichnung „Public Pool on Umbrel“ deutet darauf hin, dass der Miner eine Umbrel-Node mit Bitcoin- und Public-Pool-Software betrieben und damit seinen eigenen Mining-Pool gehostet hat. Es ist der bisher zweite Block-Fund dieser Art.

Der erfolgreiche Solo-Miner konnte sich die gesamte Block-Belohnung in Höhe von 3,14115228 BTC sichern – bestehend aus der Block-Subvention (3,125 BTC) und den in diesem Block enthaltenen Transaktionsgebühren (0,01615228 BTC).

Vor wenigen Wochen hatte bereits ein anderer Solo-Miner mit eigenem Mining-Pool großes Glück, als er Block 888.989 fand. Beim ersten Block dieser Art äußerte sich der Miner öffentlich zu den Details seiner Mining-Infrastruktur und klärte die neugierige Community auf: Demnach war ein Avalon-Miner A1246 von Canaan mit 90 TH/s für den ersten Block verantwortlich, der über den „Public Pool on Umbrel“ gefunden wurde.

Der dritte Bitaxe-Block?

Offizielle Angaben zum Miner, der Block 920.440 geschürft hat, gab es zunächst nicht. Mehrere größere 𝕏-Accounts haben in den Raum gestellt, dass es sich um den dritten Fund eines Bitaxe-Miners handeln könnte.

Inzwischen ist klar, wem der Fund des Blocks zu verdanken ist: Ein privater Home-Miner mit dem Reddit-Nutzernamen u/EightofSpace meldete sich im Subreddit r/BitAxe und bestätigte, dass er den Block eigenständig gefunden hat.

Der Miner betreibt laut seinem Beitrag eine kleine Home-Mining-Farm mit rund 120 bis 130 TH/s, bestehend aus sechs NerdQaxe++-Minern sowie einem zusätzlichen Avalon Q. Damit gelang ihm das scheinbar Unmögliche – ein erfolgreicher Solo-Blockfund mit einer vergleichsweise geringen Hashrate.

Ich habe das verdammte Unmögliche geschafft. Alle sagen, du verschwendest nur Geld und wirst nie einen Block finden – nun ja, scheiß drauf. Ich hab’s gemacht. Ein winziger NerdQaxe hat gegen alle Erwartungen einen Block gefunden.
u/EightofSpace auf Reddit

Der verwendete NerdQaxe++ arbeitet mit vier ASIC-Chips (u. a. BM1370) und kann bis zu 6 TH/s bei einer Leistungsaufnahme von etwas über 100 Watt erreichen. Das Gerät wurde laut Hersteller auf Basis des Open-Source-Projekts Bitaxe entwickelt und nutzt dessen Firmware und Hardware-Designs. Damit gehört das Gerät konzeptionell zur Bitaxe-Familie – einer Community-getriebenen Reihe offener DIY-Mining-Geräte.

Block 920.440 dürfte somit der dritte bekannte Bitcoin-Block sein, der mit Bitaxe-basierter Hardware gefunden wurde.

Bitaxe 601 Gamma

  • kinderleichte Einrichtung
  • übersichtliche Benutzeroberfläche
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Selbstbestimmtes Mining

Die Anzahl der Blöcke, die von einzelnen Entitäten unabhängig von großen Mining-Pools gefunden werden, nimmt stetig zu. Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass einzelne Miner mit vergleichsweise kleinen Setups eigenständig Bitcoin-Blöcke finden – mitunter sogar über selbst gehostete Nodes.

Auch größere Mining-Projekte setzen zunehmend auf eigene Infrastruktur statt auf etablierte Pools. So hat der Miner Est3lar mit dem Coinbase-Tag „ckpool /mined by Tether/Est3lar“ und einer Hashrate von mehr als 7 EH/s in den letzten vier Tagen zwei Blöcke gefunden: Block 919.923 und Block 920.472.

Laut Beobachtern soll Est3lar – der offenbar mit Tether in Verbindung steht – zuvor auf dem F2Pool mit ein paar hundert PH/s gemined haben. Nun nutzt er offenbar die ckpool-Software (nicht den Pool) für eine eigene Mining-Infrastruktur – selbstbestimmt, ohne Vermittler oder Dritte und ohne Zahlung der ohnehin optionalen ckpool-Gebühr.

Projekte wie Public Pool oder ckpool senken damit die Hürden für unabhängiges Mining, indem sie es ermöglichen, selbst einen Pool-Server zu betreiben oder Mining direkt über eine eigene Node – etwa Umbrel – auszuführen.

Jeder gefundene Solo-Block ist somit nicht nur ein seltener technischer Erfolg, sondern auch ein Symbol für die Grundidee von Bitcoin: Dezentralität, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von zentralen Akteuren.

Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Obwohl der Großteil der weltweiten Hashrate heute von großen, professionellen Pools wie Antpool oder Foundry dominiert wird, zeigen die Bitcoin-Blöcke der selbstbestimmten Miner, dass erfolgreiches unabhängiges Mining weiterhin möglich ist.  

Die Wahrscheinlichkeit, einen eigenen Block zu finden, ist zwar äußerst gering, aber eben nicht null. Wer selbst einmal berechnen möchte, wie hoch die Chance auf einen eigenen Solo-Block ist, dem sei unser Solo-Mining-Rechner empfohlen.

Manchmal braucht es nur ein einzelnes Gerät mit etwas Hashrate und eine Portion Glück, um Bitcoin-Geschichte beziehungsweise die Blockchain weiter zu schreiben.

Stefan

Über den Autor: Stefan

Stefan ist studierter Medienwissenschaftler und Sinologe sowie selbstständig im künstlerisch-publizistischen Bereich. Neben den monetären Eigenschaften interessiert er sich vor allem für die sozialen und ökologischen Aspekte von Bitcoin und dem Bitcoin-Mining.

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