Der Dienstleister Galaxy Digital bestätigte in der vergangenen Nacht, dass der Verkauf der 80.000 Bitcoin des bekannten „Satoshi-Ära-Wals“ nun abgeschlossen sei. Der BTC-Kurs gab im Rahmen des Abverkaufs von Coins im Gegenwert von rund 9 Milliarden US-Dollar kaum nach.

Wal aus der Satoshi-Ära erwacht

Anfang Juli sorgte die Wallet-Aktivität eines Bitcoin-Wals für Aufsehen. Nachdem dieser Drohungen in Form von OP_Return-Nachrichten erhalten hatte, verschob er seine 80.000 BTC auf neue Adressen. Seit dem Frühjahr 2011 blieben die Coins, die inzwischen einen Gegenwert von mehreren Milliarden US-Dollar haben, unberührt. Damals kosteten 80.000 BTC nur einen niedrigen 5-stelligen Betrag.

Wenige Tage später verdichteten sich die Hinweise, dass der „Satoshi-Ära-Wal“ tatsächlich verkaufen möchte. Am 15. Juli sendete er 40.000 BTC an den Dienstleister Galaxy Digital. Ein Teil dieser Coins floss direkt weiter an bekannte Krypto-Börsen. Drei Tage später transferierte der Wal auch seine restlichen Bitcoin an den Dienstleister, wie über die Plattform Arkham Intelligence nachzuverfolgen war.

Abverkauf von 80.000 BTC

Gestern früh war schließlich zu beobachten, dass Galaxy Digital Zehntausende dieser Coins an unterschiedliche Börsen weiterleitete. In der vergangenen Nacht gab es dann schließlich die Bestätigung des Dienstleisters, dass der Verkauf der gesamten 80.000 BTC abgeschlossen sei.

Galaxy hat den Verkauf von mehr als 80.000 Bitcoin – mit einem Wert von über 9 Milliarden US-Dollar basierend auf den aktuellen Marktpreisen – für einen Investor aus der Satoshi-Ära abgeschlossen, was einen der jüngsten und bedeutendsten Ausstiege aus dem Markt für digitale Vermögenswerte darstellt.
Aus der offiziellen Pressemitteilung

Hintergrund des Verkaufs sei eine Nachlassplanung, also die geregelte Vermögensübertragung zur Vorbereitung auf den Erbfall. Wann genau und zu welchem Durchschnittskurs die Coins des „Satoshi-Ära-Wals“ abgestoßen wurden, teilte Galaxy Digital nicht mit.

In der Bitcoin-Community machte sich Unverständnis über die Art und Weise der Veräußerung breit. Das Bitcoin-Urgestein Adam Back bezeichnete es beispielsweise als „ungeschickt“ und betonte, dass man noch auf den anstehenden Bitcoin-Kauf in Höhe von rund 2,5 Milliarden US-Dollar durch das Unternehmen Strategy, der voraussichtlich am Dienstag kommender Woche stattfinden wird, hätte warten können.

Der Bitcoin-Kurs gab gestern nach und fiel kurz unter die Marke von 115.000 US-Dollar. Doch als der Verkaufsdruck abnahm und deutlich wurde, dass der Wal sein Pulver bereits verschossen hat, konnte sich BTC schnell wieder erholen und einen großen Teil der Kursverluste wettmachen.

Momentan handelt die bedeutendste Kryptowährung nur circa 4,5 % unter dem am 14. Juli gesetzten Allzeithoch von 123.231 US-Dollar.

Bitcoin-Markt wird resistenter

Dass der Bitcoin-Markt mittlerweile einen zusätzlichen Abverkauf von 80.000 BTC über wenige Tage hinweg ohne größere Verwerfungen wegstecken kann, ist bemerkenswert – insbesondere auch, weil die gestrigen Transaktionen von Galaxy Digital an die Börsen vor dem Handelsstart in den USA stattfanden. 

Die Liquidität am Bitcoin-Markt ist geringer, wenn die Wall Street geschlossen ist. Das liegt unter anderem auch an der Relevanz der im Januar 2024 in den USA zugelassenen Bitcoin-Spot-ETFs. Außerhalb der US-Börsenzeiten können größere Verkäufe den Kurs grundsätzlich leichter nach unten ziehen, weil viele relevante Käufer dann nicht aktiv sind.

Als das Bundesland Sachsen zwischen dem 19. Juni und dem 12. Juli 2024 knapp 50.000 BTC „notveräußerte“, korrigierte der Bitcoin-Kurs zeitweise um mehr als 17 %. Aber auch damals setzte schnell eine Erholung ein. Der Freistaat hätte heute 2,3 Milliarden Euro mehr, wenn die Coins nicht abgestoßen worden wären. Ob sich der Verkauf des „Satoshi-Ära-Wals“ in wenigen Monaten bereits als ein ebenso großer Fehler herausstellen wird, gilt es noch abzuwarten.

Die Nachfrage nach Bitcoin scheint momentan groß genug zu sein, sodass der Abverkauf von großen Mengen BTC leicht absorbiert werden kann. Sollte der Verkaufsdruck durch Wale bald abnehmen – beispielsweise weil ihnen die Coins ausgehen oder sie lieber ihre Bitcoin beleihen –, dann wäre der Weg wohl frei für deutlich höhere Notierungen.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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