Iran verkauft Waffen gegen Kryptowährungen
Kriegswaffen für Krypto
Der Iran akzeptiert beim Verkauf von Militärausrüstung inzwischen Kryptowährungen. Dies geht aus der Website von Mindex, dem Exportzentrum des iranischen Verteidigungsministeriums, hervor. Die Financial Times berichtete zuerst darüber.
In der FAQ-Rubrik der Website von Mindex werden Kryptowährungen als eine der möglichen Zahlungsmethoden aufgeführt – neben Bezahlung im iranischen Rial oder sonstigen Tauschgeschäften.
Zahlungen können, so Mindex, auch im Zielland arrangiert werden. Außerdem wird eine persönliche Besichtigung der Militärgüter im Iran angeboten, sofern die Sicherheitsbehörden dies genehmigen.
Das Online-Portal des iranischen Exportzentrums, das in mehreren Sprachen abrufbar ist, verfügt über einen virtuellen Chatbot, der potenzielle Kunden durch den Kaufprozess führt. Überdies heißt es auf der Website, dass die Sanktionen kein Problem bei der Umsetzung des Vertrags darstellen.
Das kürzlich eingeführte Angebot ist wohl der erste bekannte Fall, in dem ein Staat öffentlich signalisiert, Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Militärequipment zu akzeptieren.
Die Behörde Mindex, die laut eigener Angabe Kundenbeziehungen zu 35 Ländern unterhält, erklärt, dass Käufer Bedingungen akzeptieren müssen, wie die Waffen während eines Krieges eingesetzt werden. Diese Abmachungen seien aber verhandelbar, heißt es weiter.
Der Iran war zwischen 2020 und 2024 laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) der 18. größte Waffenexporteur weltweit. Zudem scheint die Islamische Republik davon zu profitieren, dass Russland aufgrund der Sanktionen in Reaktion auf den Ukrainekrieg nicht mehr im gleichen Umfang Waffen exportieren kann wie zuvor.
Krypto gegen Sanktionen
Der Waffenverkauf des Iran gegen Kryptowährungen ist eines von vielen Beispielen dafür, wie Bitcoin und Co. zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden.
Anton Siluanov, der Finanzminister des ebenfalls von westlichen Sanktionen betroffenen Russlands, erklärte im Dezember 2024, dass die im Land geschürften Bitcoin von Unternehmen für den internationalen Handel eingesetzt werden würden, und fügte hinzu, dass dies ausgeweitet werden solle.
Dies geschah kurz nachdem der russische Präsident Wladimir Putin auf dem Investment-Forum „Russia Calling!“ im Kontext der abnehmenden US-Dollar-Dominanz betonte, dass andere Instrumente Zulauf erhalten und niemand Bitcoin verbieten könne.
Der Anteil der USA an der Weltwirtschaft nimmt ab, und das bedeutet, dass auch der Einfluss des Dollars auf die weltwirtschaftlichen Prozesse zurückgeht. Deshalb sehen wir ganz natürlich Prozesse mit der Verwendung anderer Instrumente. Wer kann zum Beispiel die Verwendung von Bitcoin verbieten? Keiner. Oder die Verwendung anderer elektronischer Zahlungsmittel.
Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir #Putin hat sich heute auf dem Investment Forum „Russia Calling!“ zu #Bitcoin geäußert. 🇷🇺👀
— Blocktrainer (@blocktrainer) December 4, 2024
„Wer kann Bitcoin verbieten? Niemand.“ pic.twitter.com/3E8Hit59tP
Im März 2025 berichtete Reuters unter Bezugnahme auf anonyme Quellen, dass Russland bei Ölgeschäften mit Indien und China zunehmend auf Bitcoin und Stablecoins setzen würde.
Stablecoins sind jedoch nicht wirklich zensurresistent. Tether, der Emittent des mit Abstand größten Stablecoins USDT, teilte in der Vergangenheit schon mit, dass betroffene Adressen umgehend eingefroren werden würden.
Demnach ist es naheliegend, dass sich Nationen wie der Iran, Russland oder auch Venezuela, in erster Linie auf Bitcoin konzentrieren werden. Auch wenn dieser Umstand häufig angeführt wird, um Bitcoin zu kritisieren, ist dies ein unausweichlicher Nebeneffekt eines dezentralen, inklusiven Geldsystems.
Generell ist der Trend beobachtbar, dass von Sanktionen betroffene Länder zunehmend auf Kryptowährungen ausweichen. Anfang 2025 berichtete die Blockchain-Analysefirma Chainalysis, dass Länder, gegen die die USA Sanktionen verhängt hatten, im Jahr zuvor digitale Vermögenswerte im Wert von fast 16 Milliarden US-Dollar erhalten hatten.
Die USA versuchen dies derweil trotz der Pro-Krypto-Politik von Präsident Trump zu unterbinden. So ist Washington gegen russische Akteure vorgegangen, denen vorgeworfen wurde, mit Krypto westliche Sanktionen zu umgehen.
Auch der Iran wurde von US-Behörden beschuldigt, Kryptowährungen zu nutzen, um Ölverkäufe zu erleichtern und große Summen am formellen Bankensystem vorbei zu bewegen.
Im September 2025 verhängte das US-Finanzministerium überdies Sanktionen gegen Entitäten, die laut Behörden mit den Revolutionsgarden, die einen Putsch verhindern und die iranische Staatsideologie schützen sollen, in Verbindung stehen und ein „Schattenbanken“-Netzwerk betrieben hätten, das Kryptowährungen zur Abwicklung von Zahlungen im Auftrag Teherans nutzen würde.
Der Iran setzt schon seit geraumer Zeit auf Bitcoin im internationalen Handel – etwa mit Venezuela. In einem Investigativreport eines venezolanischen Mediums aus dem Jahr 2020 hieß es beispielsweise, dass Zahlungen an Unternehmen aus verbündeten Ländern wie dem Iran oder der Türkei in Bitcoin abgewickelt würden.