Der Zahlungsriese PayPal treibt die Integration von Kryptowährungen massiv voran. Mit dem neuen Dienst „Pay with Crypto“ ermöglicht das Unternehmen US-Händlern künftig die direkte Annahme von über 100 Kryptowährungen. Für die Unternehmen bedeutet dies drastisch reduzierte Transaktionsgebühren und nahezu sofortige Abwicklung.

Unternehmen jeder Größe stehen bei ihrer globalen Expansion unter enormem Druck, angefangen bei den gestiegenen Kosten für die Abwicklung internationaler Zahlungen bis hin zu komplexen Integrationen. Heute beseitigen wir diese Hindernisse und helfen Unternehmen jeder Größe dabei, ihre Ziele zu erreichen.
Alex Chriss, Präsident und CEO bei PayPal

Der neue Service zielt darauf ab, die bisherigen Hürden grenzüberschreitender Zahlungen zu beseitigen, die Unternehmen weltweit jährlich Milliarden kosten. Laut PayPal lassen sich durch die Nutzung von „Pay with Crypto“ die Transaktionskosten um bis zu 90 Prozent senken – der feste Satz liegt bei lediglich 0,99 Prozent bis Juli 2026.

Zum Vergleich: Internationale Kreditkartenzahlungen schlagen oft mit deutlich höheren Gebühren von drei, vier und mehr Prozent zu Buche, insbesondere bei Währungsumrechnungen.

Zugang zu über 650 Millionen Krypto-Nutzern

Das Produkt richtet sich an Unternehmen jeder Größe und soll laut PayPal Zugang zum globalen Krypto-Markt, der immerhin mehr als 3 Billionen US-Dollar groß ist, ermöglichen. Über 650 Millionen Menschen weltweit besitzen dem Unternehmen zufolge Kryptowährungen und „Pay with Crypto“ verbindet diese Nutzer nun direkt mit den Händlern - allerdings voerst nur in den USA.

Unterstützt werden neben Bitcoin (BTC) auch viele weitere Kryptowährungen. Darüber hinaus lässt sich eine breite Auswahl an Wallets und Dienstleistern wie MetaMask, Coinbase, Kraken, Binance, OKX und mehr ebenfalls mit dem System verknüpfen.

PYUSD im Zentrum der Strategie

Im Mittelpunkt der neuen Initiative steht der firmeneigene Stablecoin PayPal USD (PYUSD), der durch Dollar-Reserven gedeckt und von der Paxos Trust Company ausgegeben wird. Bei Verwahrung auf PayPal können Händler eine Verzinsung von aktuell 4 % erhalten. PYUSD spielt in dem Modell auch eine zentrale Rolle bei der schnellen Konvertierung von Kryptowährungen in Fiatgeld oder andere Stablecoins.

Gleichzeitig kündigte PayPal eine strategische Partnerschaft mit dem Zahlungsabwickler Fiserv an, um die Nutzung von Stablecoins in der internationalen Geschäftswelt weiter voranzutreiben. Diese Initiative soll laut Unternehmen Effizienzsteigerungen ermöglichen und neue Standards für digitale Zahlungen setzen.

„Stellen Sie sich vor, ein Käufer in Guatemala kauft ein Geschenk bei einem Händler in Oklahoma City – mit unserer offenen Plattform kann dieser Händler Kryptowährungen akzeptieren, seine Gewinnmargen steigern, Gebühren sparen und die Mittel nahezu sofort als PYUSD auf PayPal erhalten und mit 4 % verzinsen“
PayPal-CEO Alex Chriss in der heutigen Pressemitteilung.

Einschränkungen und regulatorische Hinweise

Wie bei allen Krypto-Initiativen betonte PayPal natürlich auch die damit verbundenen Risiken. Insbesondere verweist das Unternehmen auf regulatorische Unsicherheiten, Abhängigkeiten von Drittanbietern, potenzielle Sicherheitsprobleme auf der Blockchain sowie die fehlende Absicherung durch Einlagensicherungseinrichtungen wie FDIC oder SIPC.

Ein für einige US-Amerikaner besonders relevanter Punkt betrifft die regulatorische Genehmigung durch die New York State Department of Financial Services (NYDFS) – für Einwohner des Bundesstaats New York ist der Service bis auf Weiteres nicht verfügbar, da PayPal bislang keine explizite Freigabe für diese neue Funktion erhalten hat.

Unklar bleibt zudem, ob und wann „Pay with Crypto“ auch außerhalb der USA – insbesondere in der Europäischen Union und in Deutschland – verfügbar sein wird. In der Pressemitteilung ist ausschließlich von einem Start für US-Händler in den kommenden Wochen die Rede. Eine Ausweitung auf weitere Märkte dürfte maßgeblich von den jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängen, die in Europa durch die kommende MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) geregelt werden könnten. 

René

Über den Autor: René

René ist Blocktrainer-Mitarbeiter der ersten Stunde. Als „Chief Operation Officer“ ist er mittlerweile hauptsächlich mit strategischen und organisatorischen Aufgaben betraut, findet jedoch Freude daran, zeitweise redaktionell tätig zu sein. In den vielen Jahren, in denen er im Bitcoin-Kosmos unterwegs ist, hat er sich ein breit gefächertes Know-how in sämtlichen Bereichen rund um die bedeutendste Kryptowährung angeeignet.

Artikel des Autors

Kommentare aus unserem Forum