Norwegischer Staatsfonds vergrößert Bitcoin-Engagement
Zusätzliche 3.340 BTC im ersten Halbjahr
Der norwegische Staatsfonds, der vom Finanzministerium Norwegens beaufsichtigt wird, hält inzwischen eine beträchtliche Bitcoin-Position.
Über die Investition in Aktiengesellschaften mit Bitcoin auf der Bilanz besitzt der größte Staatsfonds der Welt indirekt 7.161 BTC. Dies berechnete Vetle Lunde, „Head of Research“ des norwegischen Krypto-Unternehmens K33.
Im Vorjahresvergleich hat der Staatsfonds diese Anzahl fast verdreifacht. Und alleine seit Jahresauftakt sind 3.340 BTC hinzugekommen, zeigt Lunde in seiner Grafik.
Das indirekte BTC-Engagement des norwegischen Staatsfonds hat mit 7.161 BTC einen neuen Höchststand erreicht. Dies ist mein Lieblingschart, den ich immer aktualisiere, wenn der weltweit größte Staatsfonds seine Bestände offenlegt. Er zeigt deutlich, dass BTC seinen Weg in jedes gut diversifizierte Portfolio findet, ob bewusst oder unbewusst.
Vetle Lunde, Head of Research bei K33
Mehr als 3.000 der 3.340 BTC, um die das Bitcoin-Exposure des Staatsfonds angewachsen ist, sind auf die Position in Strategy (ehemals MicroStrategy) zurückzuführen. Strategy ist mit 628.946 BTC auf der Bilanz der mit Abstand größte Firmenhalter von Bitcoin. Zum 30. Juni hielt der Staatsfonds mehr als eine Milliarde US-Dollar in Strategy-Aktien – dies entsprach etwas mehr als einem Prozent der gesamten Aktiengesellschaft.
Durch die Investition in Metaplanet, das „japanische MicroStrategy“, vergrößerte sich die indirekte Bitcoin-Position im ersten Halbjahr um 50,8 Coins. Die Position in Tesla sorgte derweil für zusätzliche 3,9 BTC. Da der Autobauer in diesem Jahr – anders als Strategy und Metaplanet – keine weiteren Bitcoin erwarb, ist dieser Zuwachs durch weitere Aktienkäufe zu erklären.
Multipliziert man den Anteil, den eine Entität an einer Aktiengesellschaft hält, mit dem Bitcoin-Bestand dieser, so erhält man die Anzahl an indirekt gehaltenen Coins. Hierbei wird jedoch nicht berücksichtigt, wie viel Fremdkapital diesen Bitcoin gegenübersteht.
Bei einer Investition in Aktiengesellschaften mit Bitcoin auf der Bilanz gehört dem Anleger zwar ein Anteil des Unternehmens. An den Bitcoin, die seine Aktien repräsentieren, kann er jedoch keine Ansprüche geltend machen. Außerdem können Aktiengesellschaften ihre Bitcoin wieder verkaufen oder sich verspekulieren und gar pleitegehen.
Obwohl die Aktien von „Bitcoin Treasury Companies“ eine hohe Korrelation mit dem Bitcoin-Kurs aufweisen, können diese sich auch deutlich schlechter entwickeln – auch wenn Unternehmen wie Strategy oder Metaplanet seit ihrem ersten Kauf deutlich besser als BTC gelaufen sind.
Bitcoin-Position aus Überzeugung?
Der norwegische Staatsfonds investiert in Aktien, Anleihen, Immobilien und Infrastruktur. Beim Aktienportfolio verfolgt der Fonds – so wie viele andere konservative institutionelle Anleger – den Ansatz der Diversifikation. Das bedeutet, dass keine bestimmten Sektorwetten eingegangen werden.
Im Kontext der rund zwei Billionen US-Dollar, die der norwegische Staatsfonds verwaltet, ist das Bitcoin-Exposure fast schon vernachlässigbar. Die 7.161 indirekt gehaltenen Bitcoin haben momentan einen Gegenwert von weniger als einer Milliarde US-Dollar, womit diese nur rund 0,05 Prozent des gesamten Portfoliowertes entsprechen.
Von größerer Bedeutung wäre, wenn der norwegische Staatsfonds Bitcoin direkt oder über Spot-ETFs kaufen würde. Dies hat beispielsweise Mubadala Investment, ein Staatsfonds von Abu Dhabi, getan. Zum Ende des ersten Quartals hielt der mehr als 300 Milliarden US-Dollar schwere Fonds Anteile des Bitcoin-ETFs von BlackRock im Gegenwert von circa 400 Millionen US-Dollar.
Bitcoin-Exposure unausweichlich
Obwohl in das Bitcoin-Exposure des norwegischen Staatsfonds, der von der Zentralbank Norwegens (Norges Bank) verwaltet wird, wohl kaum Überzeugung hineininterpretiert werden sollte, unterstreicht es Folgendes: Anleger, die breit gestreut in Aktien investieren, kommen nicht mehr um Bitcoin herum.
Dies gilt auch für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Zum Ende des ersten Quartals hielt die Zentralbank 639.800 Strategy-Aktien. Alleine diese Position entspricht aktuell mehr als 1.400 BTC. Ob die SNB im vergangenen Quartal weiter nachgelegt hat, wird das 13F-Filing zeigen, das bis morgen bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde eingereicht werden muss.
Neben großen Unternehmen wie Tesla, die nur einen kleinen Teil ihrer Bilanz in Bitcoin investiert haben, ist inzwischen auch Strategy Teil großer bekannter Aktienindizes wie dem MSCI World oder Nasdaq 100. Nach dem für Q2 vermeldeten Milliardengewinn qualifiziert sich die „Bitcoin Treasury Company“ sogar für die Aufnahme in den S&P 500, den wohl relevantesten Aktienindex der Welt.
Sollte der Erfolg von Bitcoin sowie von Unternehmen, die sich in erster Linie auf die Akkumulation des Assets konzentrieren, voranschreiten, so dürfte auch das indirekte Bitcoin-Exposure von konservativen Anlegern wie dem norwegischen Staatsfonds oder ETF-Investoren in Zukunft weiter ansteigen.