Der republikanische Kongressabgeordnete Nick Begich hat heute gemeinsam mit seinem demokratischen Kollegen Jared Golden sowie einigen Unterstützern den Gesetzentwurf „American Reserve Modernization Act (ARMA)“ eingereicht. Der überparteiliche Entwurf ist eine Überarbeitung des „Bitcoin Act“ und sieht unter anderem die Errichtung und langfristige Verwaltung einer strategischen Bitcoin-Reserve vor. Auch budgetneutrale Käufe sollen erlaubt sein. Begich wünscht sich einen staatlichen Bitcoin-Bestand in Höhe von 1 Million BTC.

Gesetzgebungsprozess zur BTC-Reserve

Nachdem US-Präsident Donald Trump im März 2025 eine Executive Order zur Etablierung einer strategischen Bitcoin-Reserve unterzeichnet hatte, bemühten sich verschiedene Politiker im Repräsentantenhaus und im Senat um eine gesetzliche Verankerung und damit um eine dauerhafte Absicherung der Reserve. Andernfalls könnte Trumps Dekret von einer Nachfolgeregierung wieder gekippt werden.

Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis hat bereits im Jahr 2024 den „Bitcoin Reserve Bill“ vorgestellt, der den Aufbau einer Reserve in Höhe von 1 Million BTC vorsieht – unter anderem durch die Neubewertung der Goldzertifikate. Der Gesetzentwurf kam im Senat jedoch nie zur Abstimmung.

Am 11. März 2025 brachte Lummis gemeinsam mit dem republikanischen Kongressabgeordneten Nick Begich einen überarbeiteten Entwurf unter dem Namen „Bitcoin Act of 2025“ erneut ein – diesmal erstmals auch im Repräsentantenhaus.

Im November 2025 versuchte der Kongressabgeordnete Warren Davidson, mit dem „Bitcoin for America Act“ ebenfalls die BTC-Reserve gesetzlich zu verankern sowie Steuerzahlungen in BTC zu ermöglichen, die der Reserve zugutekommen sollen.

Zusätzlich brachte Lummis im März 2026 gemeinsam mit dem Senator Bill Cassidy den „Mined in America Act“ auf den Weg, der neben der gesetzlichen Verankerung der Bitcoin-Reserve auch auf die Förderung der US-amerikanischen Mining-Industrie abzielt.

Ende April 2026 verkündete Nick Begich schließlich auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas, dass er eine weitere überarbeitete Version des „Bitcoin Act“ einreichen werde – diesmal unter der neuen Bezeichnung „American Reserve Modernization Act (ARMA)“ und mit Unterstützung des Weißen Hauses.

„American Reserve Modernization Act of 2026“

Nun hat Begich gemeinsam mit 18 weiteren Mitinitiatoren den parteiübergreifenden ARMA-Gesetzentwurf schließlich offiziell eingereicht.

Der Gesetzestext von ARMA ist bislang nicht öffentlich verfügbar. Aus der dazugehörigen Pressemitteilung und den Aussagen der Initiatoren lassen sich dennoch die zentralen Inhalte ableiten:

  • Errichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve sowie einer separaten „Digital Asset Stockpile“ für andere Kryptowährungen, die insbesondere durch Beschlagnahmungen und andere rechtmäßige staatliche Verfahren aufgebaut werden soll
  • Mindesthaltedauer der Bitcoin von 20 Jahren
  • Veräußerung der BTC-Bestände ausschließlich zur Reduzierung der Staatsverschuldung
  • Evaluierung budgetneutraler Erwerbsstrategien, die weder den Staatshaushalt noch die Steuerzahler zusätzlich belasten sollen
  • Verpflichtung der Behörden zur Transparenz über die kontrollierten digitalen Vermögenswerte

  • Verwahrung und Verwaltung der digitalen Assets durch das US-Finanzministerium

  • strenge und regelmäßige Kontrolle, etwa durch Proof-of-Reserve-Verfahren und die Aufsicht des Kongresses

  • Schutz von digitalen Eigentumsrechten der Bevölkerung, darunter Besitz, Übertragung und Selbstverwahrung von Kryptowährungen


Der „American Reserve Modernization Act“ verfolgt offenbar eine breitere politische Ausrichtung als frühere Bitcoin-Initiativen. Im Mittelpunkt steht nicht nur Bitcoin selbst, sondern eine moderne Reservepolitik, wirtschaftliche Resilienz sowie der Schutz individueller Freiheits- und Eigentumsrechte.

Private Eigentumsrechte sind grundlegend für das amerikanische Ideal, und diese Rechte müssen sich uneingeschränkt auf den digitalen Raum erstrecken. Angesichts der Entwicklung der Weltwirtschaft müssen die Vereinigten Staaten Maßnahmen ergreifen, die die individuelle Freiheit schützen, neue Innovationssysteme fördern und die Bilanz der amerikanischen Kernreserven diversifizieren.
Nick Begich, Kongressabgeordneter und Initiator

Passend hierzu betonte Begich in einem Beitrag auf 𝕏, dass die amerikanischen Reserven als eine Art nationale „Versicherungspolice“ verstanden werden müssten. Der ARMA-Gesetzentwurf solle sicherstellen, dass digitale Vermögenswerte der Regierung langfristig konsolidiert und generationsübergreifend geschützt werden – unabhängig von politischen Mehrheiten oder zukünftigen Regierungen.

Im Zentrum des Entwurfs bleibt jedoch weiterhin Bitcoin, der von den Initiatoren als digitales Äquivalent zu Gold betrachtet wird.

So wie Goldreserven seit Generationen die finanzielle Sicherheit Amerikas sichern, positioniert eine strategische Bitcoin-Reserve die Vereinigten Staaten an der Spitze der Finanzwelt des 21. Jahrhunderts – mit voller Transparenz, strenger Aufsicht und einem klaren Auftrag, eine Führungsrolle zu übernehmen, anstatt nur von der Seitenlinie aus zuzusehen.
Pat Harrigan, Kongressabgeordneter und Mitinitiator


Gegenüber Fox Business erklärte Begich zudem, dass er hoffe, die USA würden eines Tages 1 Million BTC halten. Budgetneutrale Käufe, wie sie das Dekret von Donald Trump erlaubt, sollen explizit untersucht werden.

Das Gesetz sieht eine Studie über haushaltsneutrale Beschaffungsstrategien vor, um rechtmäßige Methoden zur Aufstockung der strategischen Reserven zu prüfen, ohne dabei Steuern zu erhöhen, Defizitausgaben zu tätigen oder die Staatsverschuldung zu vergrößern.
Aus der Pressemitteilung

Das übergeordnete Ziel des Gesetzes ist es, Präsident Trumps strategische Vision für Bitcoin dauerhaft zu verankern und zugleich eine schlüssige Strategie für dessen verantwortungsbewusste Verwaltung zu schaffen. Die Vereinigten Staaten sollen dadurch langfristig wirtschaftlich widerstandsfähiger werden und zugleich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Der American Reserve Modernization Act versetzt die Vereinigten Staaten in die Lage, im digitalen Zeitalter selbstbewusst eine Führungsrolle zu übernehmen und gleichzeitig die Interessen der Steuerzahler zu schützen, die finanzielle Souveränität zu stärken und die Grundsätze der Transparenz und der soliden Verwaltung zu festigen.
Nick Begich, Kongressabgeordneter und Initiator

Sollte ARMA umgesetzt werden, könnten die Vereinigten Staaten erstmals Bitcoin offiziell und nachhaltig in ihre langfristige nationale Reserve- und Finanzstrategie integrieren. Der Gesetzgebungsprozess zur BTC-Reserve insgesamt verläuft auf Bundesebene bislang jedoch schleppend: Trotz mehrerer Anläufe und überarbeiteter Entwürfe fand bisher noch keine Abstimmung im US-Kongress statt.

Ob jetzt mit überparteilicher Unterstützung und einigen Co-Sponsoren erstmals Erfolge zu verzeichnen sein werden, wird spannend zu beobachten sein. Patrick Witt, der Exekutivdirektor des US-Crypto-Council, erklärte in einem kürzlich erschienenen Interview, dass das Weiße Haus zusammen mit Begich an dem Gesetzentwurf gearbeitet habe. Laut Witt werde es in Kürze zudem eine große Mitteilung zur strategischen Bitcoin-Reserve geben – voraussichtlich dazu, dass die Coins jetzt in einer richtigen Reserve konsolidiert wurden.

Stefan

Über den Autor: Stefan

Stefan ist studierter Medienwissenschaftler und Sinologe sowie selbstständig im künstlerisch-publizistischen Bereich. Neben den monetären Eigenschaften interessiert er sich vor allem für die sozialen und ökologischen Aspekte von Bitcoin und dem Bitcoin-Mining.

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