Neuer Bitcoin-Spot-ETF von Morgan Stanley kommt voraussichtlich morgen
Morgan Stanleys überraschende Bitcoin-Pläne
Anfang dieses Jahres, zwei Jahre nach der Zulassung für Bitcoin-Spot-ETFs in den USA, reichte Morgan Stanley einen Antrag für ein eigenes Anlageprodukt ein. Dies überraschte nicht nur, weil es schon zwölf etablierte Anlageprodukte mit einem großen, zeitlichen Vorsprung gibt, sondern auch, weil Morgan Stanley nicht der typische ETF-Emittent ist.
Die Großbank verwaltet zwar schon 20 ETFs, dies aber überwiegend über eingekaufte Tochtermarken. Bislang wurden nur zwei ETFs unter der Marke „Morgan Stanley“ lanciert. Dass dieses kleine Portfolio nun um einen Bitcoin-ETF – sowie einen für Ethereum und Solana – ergänzt wird, hat entsprechend eine große Signalwirkung.
Morgan Stanley scheint den eigenen Namen nämlich nun mit Bitcoin beziehungsweise Kryptowährungen in Verbindung bringen zu wollen. Außerdem geht die Großbank wohl davon aus, dass die Nachfrage nicht abreißen wird – ansonsten würden sich die Bemühungen nämlich kaum lohnen.
Handelsstart von MSBT rückt näher
In den vergangenen Wochen gab es dann weitere Informationen zu dem Morgan Stanley Bitcoin Trust. Zuerst wurde der Ticker MSBT offengelegt und anschließend die Gebühr von 0,14 %. Mit dieser ist MSBT der günstigste Bitcoin-ETF – vor dem Grayscale Bitcoin Mini Trust mit 0,15 % und BlackRocks IBIT mit 0,25 %.
Heute teilte Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas schließlich mit, dass das Startdatum des Anlageprodukts laut der „Listing Notice“ der NYSE Mittwoch, der 8. April 2026, ist. Das heißt: Voraussichtlich wird MSBT morgen erstmals handelbar sein.
Der Bitcoin-ETF von Morgan Stanley $MSBT wird laut einer Mitteilung der NYSE morgen, Mittwoch, dem 8. April, den Handel beginnen.
Eric Balchunas
Morgan Stanley Bitcoin ETF $MBST going effective tomorrow looks like, Wed 4/8, via NYSE listing notice. pic.twitter.com/n95IKdbefU
— Eric Balchunas (@EricBalchunas) April 7, 2026
Die Implikationen des neuen ETFs
Morgan Stanley betreut rund 8 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen, in etwa ein Viertel davon direkt über das eigene Vermögensverwaltungsgeschäft. Gleichzeitig empfiehlt die Großbank ihren Kunden, bei Multiasset-Portfolios eine Krypto-Allokation von bis zu 4 % vorzunehmen – abhängig von der Risikotoleranz.
Aufbauend auf diesen Zahlen erklärte Phong Le, CEO des größten Bitcoin-Firmenhalters Strategy, dass eine 2-%-Bitcoin-Allokation der Kunden von Morgan Stanley das Dreifache der derzeitigen Marktkapitalisierung von IBIT entsprechen würde.
Morgan Stanley Wealth Management verwaltet ein Vermögen von rund 8 Billionen US-Dollar und empfiehlt eine Bitcoin-Allokation von 0 bis 4 %. Eine Allokation von 2 % entspräche 160 Milliarden US-Dollar, also dem Dreifachen der Größe von $IBIT. $MSBT: Monster Bitcoin.
Phong Le, Strategy-CEO
Morgan Stanley Wealth Management oversees about $8 trillion in AUM and recommends 0–4% bitcoin allocation. A 2% allocation would represent $160 billion, ~3X the size of IBIT. $MSBT: Monster Bitcoin. https://t.co/TNYLYRXPiz
— Phong Le (@phongle) March 20, 2026
Natürlich bedeutet das aber nicht, dass mit 160 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen in MSBT zu rechnen ist. Denn die Kunden von Morgan Stanley haben schon seit geraumer Zeit Zugang zu Bitcoin-Spot-ETFs.
Im Oktober 2025 gab es die Meldung, dass jetzt alle Kunden der Großbank – selbst die Nutzer von Altersvorsorge-Accounts – Bitcoin-ETFs kaufen können. Überdies dürfen die mehr als 15.000 Finanzberater von Morgan Stanley seitdem aktiv Bitcoin-ETFs empfehlen. Zuvor war das nur bei Kunden mit hoher Risikobereitschaft und 1,5 Millionen US-Dollar möglich.
Das heißt: Morgan Stanley lässt die vielen Millionen Kunden nicht erst durch den eigenen ETF Bitcoin kaufen. Tatsächlich soll in diesem Jahr auch noch über die hauseigene Plattform e*Trade der direkte Handel mit Bitcoin und Kryptowährungen möglich gemacht werden.
MSBT könnte aber dennoch ein zusätzlicher Anreiz sein, den Kunden eine Bitcoin-Allokation nahezulegen.
Kurzfristig wird sich das aber wohl kaum in steigenden Kursen widerspiegeln. Denn selbst als Vanguard, der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, die Kunden zum ersten Mal Bitcoin-ETFs kaufen ließ, resultierte dies nicht in einem nachhaltigen Kursanstieg bei Bitcoin.
Unter dem Strich zeigen die Bitcoin-Pläne von Morgan Stanley vielmehr, dass das Unternehmen an jeder Stelle der Wertschöpfungskette mitverdienen möchte und dabei noch großes Potenzial sieht beziehungsweise wohl kaum davon ausgeht, dass Bitcoin wieder in der Versenkung verschwinden wird.
Letztlich bleibt aber fraglich, ob MSBT ganz oben mitspielen kann. BlackRocks IBIT verwaltet aktuell mehr als 785.000 Bitcoin mit einem Gegenwert von 55 Milliarden US-Dollar. Größe und Liquidität spielen bei der Auswahl eines ETFs eine besonders große Rolle. Ob die niedrigeren Gebühren Anreiz genug sind, Kapital entsprechend umzuschichten, wird die Zukunft zeigen müssen.
Bei dem Start von MSBT, der voraussichtlich morgen sein wird, werden insbesondere die initialen Zuflüsse sowie das Handelsvolumen viel Beachtung finden.