Nach Kursrutsch: China verschärft „Krypto-Verbot“
Stellungnahme zum Krypto-Verbot
Nachdem es in letzter Zeit vermehrt zu spekulativen Aktivitäten im Zusammenhang mit virtuellen Währungen und der Tokenisierung realer Vermögenswerte gekommen war, haben sich die chinesischen Behörden dazu entschlossen, die im Jahr 2021 beschlossenen grundlegenden Anti-Krypto-Maßnahmen weiter zu verschärfen.
Bereits Ende November 2025 wurden Stablecoins verstärkt ins Visier genommen und als zentraler Risikofaktor eingestuft. Nun haben acht chinesische Behörden am 6. Februar 2026 eine „Bekanntmachung zur weiteren Prävention und zum Umgang mit Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen“ veröffentlicht.
Neben der chinesischen Zentralbank waren mehrere Ministerien – darunter jene für öffentliche Sicherheit sowie für Industrie und Informationstechnologie –, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie vier weitere Behörden (Finanzaufsicht, Wertpapieraufsicht, Devisenverwaltung und Marktregulierung) beteiligt.
In der gemeinsamen Stellungnahme betonen die staatlichen Institutionen, dass virtuelle Währungen in China weiterhin keine gesetzlichen Zahlungsmittel darstellen. Sofern keine behördliche Genehmigung im Rahmen der geltenden Gesetze vorliegt, gelten sämtliche geschäftlichen Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten als illegale Finanzaktivitäten und sind strengstens verboten.
Dazu gehören unter anderem:
- die Ausgabe virtueller Währungen durch chinesische Akteuere im In- und Ausland,
- der Umtausch gesetzlicher Zahlungsmittel in virtuelle Währungen sowie der Tausch digitaler Vermögenswerte untereinander,
- die Tätigkeit als zentrale Gegenpartei beim Kauf und Verkauf virtueller Währungen,
- der Handel mit Finanzprodukten, die mit virtuellen Währungen in Zusammenhang stehen,
- Informations-, Preis- oder Abwicklungsdienste für entsprechende Transaktionen im Internet,
- Token-Finanzierung sowie
- die Tokenisierung realer Vermögenswerte einschließlich zugehöriger Vermittlungs- und IT-Dienstleistungen.
Darüber hinaus werden strenge rechtliche Maßnahmen gegen Betrug, Geldwäsche, illegale Geschäftspraktiken, Schneeballsysteme sowie Spendenaktionen im Zusammenhang mit Kryptowährungen vorgeschrieben sowie die Fortsetzung eines entschlossenen Vorgehens gegen Krypto-Mining gefordert.
Zudem dürfen Unternehmensnamen und Geschäftsbereiche bestimmte Begriffe nicht enthalten, darunter „virtuelle Währung“, „virtuelle Vermögenswerte“, „Kryptowährung“, „Krypto-Assets“, „Stablecoins“, „Tokenisierung realer Vermögenswerte“ oder „RWA“ (Real World Assets).
Aufsicht auch außerhalb Chinas
Während es ausländischen Entitäten untersagt ist, Unternehmen in Festlandchina illegale Dienstleistungen im Zusammenhang mit virtuellen Währungen anzubieten, gelten die neuen Regelungen ausdrücklich auch für von chinesischen Akteuren kontrollierte Unternehmen im Ausland, einschließlich Tochtergesellschaften und Joint Ventures.
Chinesisch kontrollierte Unternehmen im Ausland dürfen demnach keine virtuellen Währungen oder RWA-Tokens ausgeben. Dies betrifft auch Yuan-basierte Stablecoins.
Verbot von Yuan-basierten Stablecoins
Bereits Ende November 2025 hatten chinesische Behörden auf die Risiken von Stablecoins hingewiesen. Einen klaren regulatorischen Rahmen für an den Yuan gekoppelte Krypto-Werte gab es bislang jedoch nicht – abgesehen von einem Vorschlag einer Wirtschaftsbehörde zur Einführung solcher Modelle in der Sonderverwaltungszone Hongkong, wo Kryptowährungen nicht grundsätzlich verboten sind.
Die aktuelle Bekanntmachung stellt nun jedoch klar, dass die Ausgabe Yuan-basierter Stablecoins im Ausland ohne Zustimmung und Registrierung der zuständigen Behörden allen in- und ausländischen Akteuren strengstens verboten ist.
Ziel ist es, die unkontrollierte Auslandsemission tokenisierter Währungen und Yuan-basierter Stablecoins zu unterbinden und die monetäre Souveränität sowie die finanzielle Stabilität Chinas zu schützen, heißt es in der Stellungnahme. Die einzige offiziell zugelassene digitale Währung bleibt damit der e-CNY, die Digitale Zentralbankwährung (CBDC) Chinas.
Mit diesen Maßnahmen setzt die chinesische Regierung ihre lange und strikte Politik gegen Kryptowährungen fort – und das, während andere Wirtschaftsräume wie die USA regulatorische Rahmen schaffen wollen, unter denen sich Innovationen entfalten sollen. Es verdeutlicht, dass China auch im digitalen Zeitalter die vollständige Kontrolle über Währungssystem und Kapitalströme behalten will und keine Kryptowährungen außerhalb staatlicher Kontrolle für den Handel zulässt.