FBI-Chef Kash Patel hat heute bekannt gegeben, dass der mutmaßliche Dieb von über 46 Millionen US-Dollar an Krypto-Assets aus staatlichen Wallets verhaftet wurde. Das Brisante an dem Fall: Der Verdächtige namens John Daghita ist der Sohn des Geschäftsführers eines IT-Dienstleisters, mit dem die USA für die Verwahrung von Kryptowährungen zusammenarbeiten. Die Inside-Job-These scheint sich zu bewahrheiten.

Mutmaßlicher Inside-Job

Vor wenigen Wochen enthüllte der Krypto-Ermittler ZachXBT, dass hinter dem Krypto-Diebstahl aus staatlichen Wallets ein Insider stecken könnte. 

Eine Person namens „John Lick“ soll sich in Telegram-Chats mit Personen aus dem Cybercrime-Milieu aufgehalten und dabei mit seinem Krypto-Vermögen angegeben haben. 

Laut ZachXBT habe er dabei bewiesen, dass er mehrere Adressen kontrolliert, auf denen sich aus staatlichen Wallets gestohlene Krypto-Werte – insbesondere ETH – befinden sollen.

Die Aufzeichnungen belegen eindeutig, dass John die Kontrolle über mehrere Wallets ausübte, in denen sich zweistellige Millionenbeträge befanden.
ZachXBT

ZachXBT meinte sogar, die Person hinter dem Pseudonym „John Lick“ ausfindig gemacht zu haben.

Durch die Kombination aus öffentlich zugänglichen Informationen und Account-Historien fand er nämlich anscheinend heraus, dass es sich um John Daghita handele.

Der Mittezwanzigjährige ist der Sohn von Dean Daghita, CEO von Command Services & Support Inc. (CMDSS), einem IT-Dienstleister mit Regierungsaufträgen.

CMDSS unterstützt auch den US Marshals Service (USMS) bei der Verwahrung beschlagnahmter Krypto-Assets.

Laut seinem mittlerweile gelöschten LinkedIn-Profil arbeitete John Daghita selbst für die Firma seines Vaters.

Die Ermittlungen von ZachXBT legten demnach nahe, dass die Kryptowährungen durch einen Inside-Job gestohlen wurden.

Kurz nach der Veröffentlichung dieser Ergebnisse hieß es seitens des USMS gegenüber dem Krypto-Medium Coindesk, dass diesbezügliche Ermittlungen aufgenommen wurden.

John Daghita vom FBI verhaftet

Heute gab es schließlich die Bestätigung, dass an den Vorwürfen von ZachXBT etwas dran sein könnte. 

Kash Patel, Direktor des FBI, verkündete nämlich in einem Post auf der Plattform 𝕏, dass John Daghita vergangene Nacht verhaftet wurde.

Dazu teilte er Fotos, die den in Handschellen abgeführten Daghita vor einem Pool sowie mehrere Hardware-Wallets und Bargeld zeigen.

Gestern Abend wurde John Daghita – ein Auftragnehmer der US-Regierung, der angeblich mehr als 46 Millionen US-Dollar in Kryptowährung vom US Marshals Service gestohlen hat – auf der Insel Saint Martin von der Eliteeinheit der französischen Gendarmerie in einer gemeinsamen Operation mit dem FBI festgenommen.

Wir danken dem Team für internationale Zusammenarbeit der Abteilung für Schwerverbrechen der französischen Gendarmerie Nationale in Saint Martin und der Groupe d'intervention de la Gendarmerie nationale von Guadeloupe für die hervorragende Koordination.
Kash Patel

Daghita hat sich demnach auf dem französischen Teil der karibischen Insel Saint Martin aufgehalten.

Ob er dort versucht hat, unterzutauchen, nachdem öffentlich wurde, dass er verdächtigt wird, ist noch unklar.

Durch die Verhaftung erhärtet sich umso mehr der Verdacht, dass die Coins im Rahmen eines Inside-Jobs gestohlen wurden.

Bislang gibt es aber weder weitere Informationen zu dem Ermittlungsstand, noch eine Verurteilung Daghitas.

Krypto ist Neuland für Behörden

Dass sich ein Staat Krypto-Assets stehlen lässt, zeugt ohnehin schon von mangelnder Professionalität.

Noch verheerender ist es aber, wenn Kooperationspartner dahinterzustecken scheinen.

Hinzu kommt, dass es momentan so aussieht, als wären die Behörden überhaupt erst durch die Analyse von ZachXBT auf Daghita als potenziell Schuldigen aufmerksam geworden.

In der Bitcoin-Community werden dementsprechend die Rufe laut, dass ZachXBT für seine Ermittlungen von der Trump-Administration ausgezeichnet werden sollte.

Ein großes Lob an ZachXBT. Trump sollte ihm die Presidential Medal of Freedom verleihen.
Pierre Rochard

ZachXBT äußerte sich auch selbst zu der Verhaftung, die ein „direktes Resultat“ seiner Arbeit gewesen sei.

Dabei erklärte er, dass er sich nach seiner Investigativarbeit Angriffen von John Daghita ausgesetzt sah.

Ende Januar 2026 deckte ich auf, wie John mehr als 46 Millionen US-Dollar an beschlagnahmten Krypto-Assets von der US-Regierung gestohlen hatte, indem er seinen Zugang bei CMDSS, dem Unternehmen seines Vaters, das einen USMS-Vertrag hatte, missbrauchte. John verspottete mich daraufhin mehrfach über seinen Telegram-Kanal und führte „Dust-Angriffe“ auf meine öffentliche Wallet-Adresse mit gestohlenen Geldern durch. Danke für den letzten Lacher, John.
ZachXBT

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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