Morgan Stanley reicht Antrag für Bitcoin-Spot-ETF ein
Nach BlackRock nun auch Morgan Stanley
Am 10. Januar 2024 erteilte die SEC die langersehnte Zulassung für Bitcoin-Spot-ETFs. Seitdem entwickelten sich die Anlageprodukte von BlackRock, Fidelity und Co. zu einem riesengroßen Erfolg an der Wall Street. BlackRocks IBIT kratzte im Oktober 2025 an der Marke von 100 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Kapital und war zeitweise der ETF, der dem größten Vermögensverwalter der Welt am meisten aufs Jahr gerechnet Einnahmen beschaffte.
Die US‑Großbank Morgan Stanley, die rund 6,4 Billionen US‑Dollar an Kundenvermögen betreut und davon in etwa 1,8 Billionen US‑Dollar direkt über ihr Vermögensverwaltungsgeschäft verwaltet, hat jetzt eine S-1-Registrierungserklärung für einen Bitcoin-Spot-ETF eingereicht. Dies geht aus heute veröffentlichten Unterlagen der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Auch einen Solana-Spot-ETF möchte Morgan Stanley lancieren, wie einem anderen Filing zu entnehmen ist.
Morgan Stanley ist – anders als BlackRock oder Vanguard – nicht in erster Linie als ETF-Herausgeber bekannt. Die Bank verwaltet zwar 20 ETFs, diese aber meist unter den Tochtermarken Calvert, Parametric und Eaton Vance laufen. Unter der Marke „Morgan Stanley“ gibt es bislang erst zwei ETFs. Matt Hougan, CIO des Vermögensverwalters Bitwise Invest, betont entsprechend, dass die neuen Anträge umso bemerkenswerter seien.
Morgan Stanley verwaltet 20 ETFs, aber größtenteils unter den Marken Calvert/Parametric/Eaton Vance; das wären der dritte und vierte ETF, die die Marke „Morgan Stanley“ tragen – ziemlich bemerkenswert.
Matt Hougan
Morgan Stanley manages 20 ETFs, but mostly under the Calvert/Parametric/Eaton Vance brands. These will be the 3rd and 4th ETFs to bear the "Morgan Stanley" brand. Pretty remarkable. https://t.co/oL1sX0LCcO
— Matt Hougan (@Matt_Hougan) January 6, 2026
Obwohl in den USA bereits rund ein Dutzend Bitcoin-Spot-ETFs handelbar sind, die seit der Zulassung zusammengenommen mehr als 57,75 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen verzeichnet haben, möchte Morgan Stanley nun anscheinend ebenfalls mitverdienen und die eigene Marke mit dem Krypto-Sektor in Verbindung bringen.
Dieser Schritt überraschte letztlich sogar die Bloomberg-ETF-Analysten Eric Balchunas und James Seyffart.
Ich kann ehrlich sagen, dass mich das sehr überrascht hat. Damit hätte ich nicht gerechnet.
James Seyffart
SHOCKER: Morgan Stanley hat gerade einen Antrag für einen Bitcoin- und einen Solana-Spot-ETF eingereicht.
Eric Balchunas
Can honestly say that I am very surprised by these. Didn’t see this coming. https://t.co/YvAtSLtjXD
— James Seyffart (@JSeyff) January 6, 2026
Für einen neuen ETF ist es sehr schwer, nennenswerte Marktanteile an sich zu reißen. Die Liquidität eines Anlageprodukts, die bei einem neuen Wettbewerber zuerst gering sein dürfte, ist neben den Gebühren nämlich von großer Relevanz für die Kaufentscheidung von Investoren.
Demnach dürfte spannend zu beobachten sein, ob der Bitcoin-ETF von Morgan Stanley eines Tages in der Liga von BlackRocks IBIT spielen kann. Wäre die Großbank nicht davon überzeugt, dass sie damit einiges an Geld verdienen kann, hätte sie aber wohl nicht den Antrag eingereicht. Es scheint mit einer großen zukünftigen Kundennachfrage gerechnet werden.
Es ist davon auszugehen, dass die SEC den geplanten „Morgan Stanley Bitcoin Trust“ genehmigen wird.
Morgan Stanley setzt auf Bitcoin
Die Einreichung des ETF-Antrags ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Großbank zentral im Bitcoin-Markt positionieren möchte. Im Oktober gab es die Meldung, dass Morgan Stanley jetzt allen Kunden der Vermögensverwaltungsplattform – einschließlich Nutzer der Altersvorsorge-Accounts – Zugang zu Krypto-ETFs verschafft. Zudem können die Finanzberater jetzt aktiv eine Investition in Bitcoin-ETFs empfehlen. Zuvor war dies nur bei Kunden mit einer hohen Risikobereitschaft und mehr als 1,5 Millionen US-Dollar vorbehalten. In diesem Jahr soll zudem über die hauseigene Plattform E*Trade der Handel mit Bitcoin und Kryptowährungen ermöglicht werden. Analysten von Morgan Stanley empfehlen bei auf opportunistisches Wachstum ausgerichteten „Multiasset-Portfolios“ inzwischen sogar eine Krypto-Allokation von bis zu 4 %.
Auch Konkurrenten wie JPMorgan drängen zunehmend in den Markt. Die vom Bitcoin-Kritiker Jamie Dimon geführte Großbank begann im vergangenen Jahr damit, Bitcoin als Kreditsicherheit zu akzeptieren und zieht derweil in Betracht, den Krypto-Handel institutionellen Kunden anzubieten. In den kommenden Monaten dürften sich wohl noch weitere Institutionen für den Sektor öffnen – unter anderem begünstigt durch die neue Pro-Krypto-Ausrichtung der USA.