Millionen Händler können bald unkompliziert BTC-Zahlungen akzeptieren
Revolution im Einzelhandel: Bitcoin-Zahlungen direkt integriert
Wie Owen Jennings, der Head of Business bei Square, gestern bekannt gab, hat das Unternehmen bereits damit begonnen, erste Händler für die neue native Bitcoin-Akzeptanzlösung zu onboarden. Ende Mai dieses Jahres kündigte Square diesen Schritt bereits an.
Die neue Funktion erlaubt es, Zahlungen in Bitcoin direkt über das Lightning-Netzwerk abzuwickeln – ohne Umweg über Drittanbieter oder automatische Fiat-Konvertierungen. Händler haben die Wahl, ob sie BTC behalten oder bei Zahlungseingang automatisch in US-Dollar umwandeln lassen möchten, um mögliche Volatilitätsrisiken zu minimieren.
Die Integration ist nahtlos: Es wird keine neue Hardware benötigt, da die Bitcoin-Zahlungsfunktion direkt in die bestehende Point-of-Sale-Infrastruktur von Square eingebettet ist. Für die über vier Millionen US-Händler, die Square bereits nutzen, ergibt sich damit eine einfache und kosteneffiziente Möglichkeit, BTC-Zahlungen anzubieten – ganz ohne technischen Mehraufwand.
Boom.
Heute beginnen wir mit der Anbindung unserer ersten Verkaufspartner von @Square für die neue native Bitcoin-Akzeptanzfunktion.
Das ist genau der richtige Weg!
Owen B. Jennings, HoB bei Square
boom.
— OBJ (@owenbjennings) July 22, 2025
today we're onboarding our first few @Square sellers for the new native bitcoin acceptance experience
this is the way!
Hintergrund: Jack Dorseys Vision wird Realität
Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und CEO von Block, gilt seit Jahren als prominenter Befürworter von Bitcoin. Er betonte schon mehrfach, dass Bitcoin für ihn mehr als nur ein Wertspeicher ist – er sieht darin die „natürliche Währung des Internets“. Die Möglichkeit, BTC unkompliziert im Einzelhandel zu nutzen, bringt diese Vision einen großen Schritt näher.
Mit der aktuellen Bitcoin-Integration unterstreichen Dorsey und sein Unternehmen Block also ihren Anspruch, Bitcoin in die reale Wirtschaft zu überführen. Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen mit der „Cash App“, dem Hardware-Wallet „Bitkey“ und dem dezentralen Entwicklerprojekt TBD auf Bitcoin gesetzt.
Block hält außerdem bereits seit Ende 2020 eine substanzielle Menge an Bitcoin auf der eigenen Bilanz. Die eigene Bitcoin-Reserve vergrößert die Aktiengesellschaft seit Frühjahr vergangenen Jahres via Sparplan. Mittlerweile sitz das Unternehmen auf 8.584 BTC. Am heutigen Tag wurde die Aktie von Block zudem in den S&P 500 aufgenommen. Block ist neben Tesla und Coinbase das dritte Unternehmen in dem relevanten Aktienindex, das BTC hält.
Vorteile für Händler und Konsumenten
Die Entscheidung von Square, Bitcoin-Zahlungen über das Lightning-Netzwerk zu ermöglichen, bringt sowohl für Händler als auch für Konsumenten konkrete Vorteile mit sich – und könnte ein wichtiger Hebel für die praktische Verbreitung von Bitcoin im Alltag sein.
Was Händler davon haben
Für Unternehmen eröffnen sich durch die neue Option gleich mehrere wirtschaftliche und strategische Chancen. Zum einen lassen sich mit Bitcoin-Transaktionen über das Lightning-Netzwerk erhebliche Kosten sparen. Während bei herkömmlichen Kreditkartenzahlungen Gebühren zwischen 1,5 und 3,5 Prozent anfallen, sind Zahlungen über Lightning deutlich günstiger – insbesondere bei größeren Beträgen oder bei hoher Transaktionsfrequenz.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Geschwindigkeit der Abwicklung: Während klassische Kartenzahlungen in vielen Fällen erst nach mehreren Tagen final verbucht werden, erfolgt die Bestätigung einer Lightning-Zahlung innerhalb von Sekunden. Händler haben dadurch unmittelbaren Zugriff auf ihre Einnahmen.
Zudem profitieren Unternehmen von der Natur der Bitcoin-Zahlung selbst. Transaktionen sind – einmal im Netzwerk bestätigt – endgültig und nicht rückbuchbar. Das reduziert das Risiko sogenannter Chargebacks, die insbesondere im Online-Handel ein häufiges Problem darstellen.
Nicht zuletzt erschließen die Händler damit auch eine neue, wachsende Zielgruppe von Bitcoin-Nutzern, die zunehmend auch nach Möglichkeiten sucht, BTC nicht nur aus Investitionsgründen zu halten, sondern bei Bedarf im Alltag auszugeben.
Mehr Optionen für Konsumenten
Auch für die Kunden bedeutet die neue Funktion ein Plus an Freiheit und Flexibilität. Sie können nun direkt mit ihrer eigenen Lightning-Wallet bezahlen – ohne Umwege über Drittanbieter-Apps oder vorherige Konvertierungen in Fiatwährungen. Damit rückt das ursprüngliche Bitcoin-Versprechen als digitales Peer-to-Peer-Zahlungsmittel wieder ein Stück näher an den Alltag heran.
Gleichzeitig steigt mit der Square-Integration die Zahl der Akzeptanzstellen erheblich. Wer Bitcoin bislang primär als Investment gehalten hat, erhält nun realistische Möglichkeiten, damit tatsächlich zu bezahlen – sei es im Café um die Ecke, im lokalen Einzelhandel oder beim Dienstleister vor Ort. Das erhöht die praktische Nutzbarkeit und damit auch den Wert des Bitcoin-Netzwerks.
Sollten kleine Bitcoin-Transaktionen in den USA bald steuerfrei werden, so wie es der Gesetzentwurf von Senatorin Cynthia Lummis vorsieht, dann wird diese Zahlungsoption umso attraktiver. US-amerikanische Bitcoin-Nutzer müssten dann nämlich nicht mehr bei jedem kleinen Einkauf dokumentieren, wie viele Investitionsgewinne sie mit den ausgegebenen Coins gemacht haben. Donald Trump unterstützt das Vorhaben, Krypto-Zahlungen durch steuerliche Ausnahmen voranzutreiben, so seine Pressesprecherin.
Digitales Gold UND Alltagswährung?
Square könnte mit der BTC-Integration nun dafür sorgen, dass sich Bitcoin nicht länger zwischen den Rollen als langfristiger Wertspeicher und praktisches Zahlungsmittel entscheiden muss – schließlich war eingefleischten Bitcoinern schon immer klar, dass die wertvollste aller Kryptowährungen beides sein kann.
In den vergangenen Jahren wurde Bitcoin aber vor allem als „digitales Gold“ verstanden. Zahlreiche institutionelle Investoren, Unternehmen und Privatanleger setzen inzwischen auf das begrenzte Angebot, die Dezentralität und die Unabhängigkeit vom traditionellen Finanzsystem. In diesem Narrativ steht Bitcoin für Werterhalt, Inflationsschutz und monetäre Souveränität – eine Rolle, die sich im Laufe der Jahre immer stärker verfestigte.
Doch gleichzeitig blieb ein anderer, ursprünglicher Anspruch weitgehend unerfüllt: Bitcoin als alltägliches Zahlungsmittel, als digitales Bargeld für die vernetzte Welt. Regulatorische, aber auch technologische Hürden verhinderten eine breite Nutzung im Einzelhandel – zumindest in den westlichen Industrienationen.
In anderen Teilen der Welt hingegen wird dieser Anwendungsfall längst erprobt – oft aus purer Notwendigkeit. In strukturschwachen Regionen wie dem „Bitcoin Beach“ in El Salvador, den Townships Südafrikas oder in Slums wie Kibera in Kenia entstehen bereits heute zirkuläre Bitcoin-Wirtschaftskreisläufe. Dort nutzen Menschen Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als funktionales Geld: zum Bezahlen von Lebensmitteln, Schulgebühren oder einfachen Dienstleistungen – oft in Ermangelung eines funktionierenden Bankensystems. Hier zeigt sich die ganze Kraft von Bitcoin als zensurresistente, global zugängliche Währung.
Die Integration von Bitcoin und des Lightning-Netzwerks in Squares Kassensysteme trägt nun dazu bei, diesen realwirtschaftlichen Anwendungsfall auch in die entwickelten Märkte zu bringen. Transaktionen sind in Sekundenbruchteilen abgeschlossen, kostengünstig und technisch unkompliziert. Händler benötigen keine zusätzliche Hardware, Kunden können mit ihren eigenen Wallets zahlen – ohne Umwege, ohne Konvertierung.
So entsteht ein neues Bild von Bitcoin: als inflationsresistenter Wertspeicher und gleichzeitig als Werkzeug für wirtschaftliche Teilhabe im Alltag. Diese Doppelrolle ist kein Widerspruch – im Gegenteil: Sie ist Ausdruck einer reifen und multifunktionalen monetären Infrastruktur, die sich flexibel an unterschiedliche Kontexte anpassen lässt.
Dass ausgerechnet ein etabliertes Unternehmen wie Square diesen Wandel vorantreibt, ist ein klares Signal. Bitcoin wird nicht mehr nur gedacht, sondern auch gemacht!