Roundtable zur Bitcoin-Reserve
Am heutigen Tag wird eine Gesprächsrunde zur strategischen Bitcoin-Reserve in Washington, D.C., stattfinden. Dies teilte Hailey Miller, Direktorin für Regierungsbeziehungen und öffentliche Politik beim Digital Power Network (DPN), dem Krypto-Medium The Block mit.
Die Senatorin Cynthia Lummis und der Kongressabgeordnete Nick Begich veranstalten den Roundtable, zu dem laut Cointelegraph 18 Vertreter aus der Krypto-Industrie eingeladen sein sollen – darunter Strategy-Gründer Michael Saylor und Fred Thiel, CEO des Mining-Unternehmens MARA Holdings.
Ziel des Zusammenkommens sei es, den „BITCOIN Act of 2025“ von Cynthia Lummis voranzubringen. Die Senatorin reichte ihren Gesetzentwurf im März dieses Jahres mit mehreren Co-Sponsoren erneut im Senat ein. Nick Begich tat selbiges im Repräsentantenhaus.
Der Gesetzentwurf soll Donald Trumps Dekret zur strategischen Bitcoin-Reserve gesetzlich verankern. Überdies sieht er vor, dass die USA über 5 Jahre einen Bestand von 1 Million BTC aufbauen – und das in der budgetneutralen Art und Weise, die von der Trump-Administration erlaubt ist.
Im Mittelpunkt des „BITCOIN Act of 2025“ steht die Neubewertung der Goldzertifikate. Über diesen von Lummis vorgeschlagenen Bilanzierungstrick könnten die USA theoretisch hunderte Milliarden US-Dollar in BTC investieren, ohne dabei Kosten für die Steuerzahler zu verursachen.
Bislang gab es jedoch kaum Fortschritte: Der Gesetzentwurf liegt dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses und dem Bankenausschuss des Senats vor, die beide noch keine Anhörung zum „BITCOIN Act of 2025“ geplant haben.
Ausschließlich Republikaner unterstützen das Vorhaben. Heute soll über die nächsten Schritte diskutiert werden – und insbesondere auch darüber, wie andere Gesetzgeber von der Idee überzeugt werden können. Thema soll auch sein, welche Möglichkeiten es gibt, haushaltsneutral weitere Bitcoin zu akkumulieren.
Geringe Erfolgswahrscheinlichkeit
Nachdem mit dem GENIUS Act, der einen rechtlichen Rahmen für US-Dollar-Stablecoins schaffen soll, bereits das erste Pro-Krypto-Gesetz die Mehrheit im Kongress für sich gewinnen konnte, gibt es grundsätzlich Hoffnung, dass auch ein Gesetzentwurf zur strategischen Bitcoin-Reserve genügend Unterstützung bekommt.
Dabei erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass es der „BITCOIN Act of 2025“ von Senatorin Lummis sein wird. Denn die aktive Vergrößerung der Bitcoin-Reserve auf 1 Million BTC im aktuellen Gegenwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar, dürfte für die meisten Gesetzgeber noch zu viel des Guten sein.
Im Dezember vergangenen Jahres teilte die Senatorin mit, dass Finanzminister Scott Bessent ihr Verbündeter bei diesem Vorhaben sei. Auf der Bitcoin-Konferenz im Mai sagte Lummis dann sogar, Donald Trump würde ihren Gesetzentwurf unterstützen.
Präsident Trump unterstützt den Gesetzentwurf. Und er hat ein Team im Weißen Haus, das sich mit Angelegenheiten rund um digitale Assets befasst – von Stablecoins über Klassifizierung bis hin zur strategischen Bitcoin-Reserve.
Cynthia Lummis
Laut @SenLummis unterstützt US-Präsident @realDonaldTrump den „Bitcoin Act“, der vorsieht, dass die USA ihre Reserve auf 1 Million $BTC erhöhen! 🇺🇸👀 pic.twitter.com/QEsPNSZ0a0
— Blocktrainer (@blocktrainer) May 27, 2025
Selbst wenn dies der Wahrheit entsprechen würde, hängt die Verabschiedung des „BITCOIN Act of 2025“ vielmehr von den Gesetzgebern im Senat und Repräsentantenhaus ab.
Finanzminister Bessent hat sich jedoch mehrfach – wenn auch in einem anderen Kontext – gegen die Idee der Neubewertung der Goldzertifikate ausgesprochen. Vor etwa einem Monat sagte er zudem, dass die USA keine Bitcoin kaufen werden, ruderte wenig später aber etwas zurück.
Laut Patrick Witt, dem neuen leitenden Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, ist die Bitcoin-Reserve nichtsdestotrotz noch eine hohe Priorität der Trump-Administration. Außerdem arbeiten er und seine Kollegen daran, einen „verabschiedungsfähigen“ Gesetzentwurf zur Bitcoin-Reserve auszuarbeiten.
Wenn ein Bitcoin-Reserve-Gesetz im Kongress verabschiedet werden sollte, dann aber wohl vielmehr eins, das lediglich darauf abzielt, Trumps Dekret gesetzlich zu verankern. Der Kongressabgeordnete Byron Donalds reichte einen solchen Gesetzentwurf bereits im Repräsentantenhaus ein.
Die Bitcoin-Community wartet derweil immer noch auf Informationen darüber, wie viele Bitcoin die USA tatsächlich überhaupt besitzen. Bessent sagte im August, dass er glaube, die Reserve sei 15 bis 20 Milliarden US-Dollar schwer.
Der US Marshals Service, der in erster Linie für die Vermögenswerte zuständig ist, die in das Eigentum der Regierung übergegangen sind, hält laut eigener Auskunft jedoch nur knapp 29.000 BTC im aktuellen Gegenwert von etwas mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar.