Metaplanet hat 2.823 Bitcoin nachgekauft, doch die Strategie gerät ins Stocken
Metaplanet hat im zweiten Quartal weitere 2.823 Bitcoin für 225 Millionen US-Dollar gekauft und somit den Bestand auf 43.000 BTC vergrößert. Die Aktie des japanischen Unternehmens ist kürzlich erheblich unter Druck geraten und handelt weit unter dem Nettowert der Bilanz. Kann die Bitcoin-Strategie dennoch erfolgreich weiterverfolgt werden?
Zusätzliche 2.823 Bitcoin
Seit Oktober 2025 gibt Metaplanet nur noch vierteljährlich bekannt, wie viele Bitcoin hinzugekauft wurden.
Nachdem es in Q4 2025 4.279 BTC und in Q1 2026 5.075 BTC waren, kamen in dem jetzt abgelaufenen Quartal lediglich 2.823 BTC hinzu.
Metaplanet investierte zwischen April und Juni insgesamt knapp 36 Milliarden Yen in Bitcoin, wie dem offiziellen Dokument zu entnehmen ist. Dies entspricht zum aktuellen Wechselkurs rund 225 Millionen US-Dollar.
Der durchschnittliche Einkaufskurs betrug dabei über 12,7 Millionen Yen pro BTC, also 79.664 US-Dollar.
Dieser Kurs liegt deutlich über dem aktuellen Bitcoin-Preis. Möglicherweise ist das ein Grund, wieso in dem Post zu dem Kauf dieses Mal nicht der US-Dollar-Einstiegskurs genannt wurde, wie sonst immer von CEO Simon Gerovich.
*Metaplanet Acquires Additional 2,823 Bitcoin, Total Holdings Reach 43,000 BTC* pic.twitter.com/j3j4mvjiOr
— Metaplanet Inc. (@Metaplanet) July 2, 2026
Bereits im vorangegangenen Quartal kaufte Metaplanet zu verhältnismäßig hohen Kursen hinzu. Dies ist jedoch dadurch zu erklären, dass die Kapitalbeschaffung – insbesondere wenn es um die Ausgabe von Stammaktien geht – in aller Regel viel lukrativer bei positiver Marktstimmung ist.
Der durchschnittliche Kaufkurs über alle 43.000 BTC hinweg beträgt laut der offiziellen Website 102.502 US-Dollar je Coin. Mit einem aktuellen Bitcoin-Kurs von circa 60.000 US-Dollar ist die gesamte Investition entsprechend über 40 % im Minus.
Wie die Käufe finanziert wurden
Metaplanet ist grundsätzlich weit weniger transparent als der Platzhirsch Strategy. Das liegt nicht nur daran, dass die Bitcoin-Käufe nur noch gebündelt für das jeweilige Quartal offengelegt werden, sondern auch daran, dass die Kapitalbeschaffung deutlich komplizierter vonstattengeht.
So werden beispielsweise auch „Moving Strike Warrants“ emittiert, die nur unter bestimmten Bedingungen ausgelöst werden.
Letztlich ist auf der Website aber zu sehen, dass die ausstehenden Schulden gegenüber Ende Q1 2026 um circa 220 Millionen US-Dollar angestiegen sind. Das lässt darauf schließen, dass die Käufe des zweiten Quartals nahezu ausschließlich fremdfinanziert waren.
Die Anzahl ausstehender Stammaktien stieg derweil nur minimal von 1,274 auf 1,281 Milliarden.
„BTC Yield“ deutlich rückläufig
Für Metaplanet ist der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt der erste richtige Stresstest. Der japanische Strategy-Nachahmer startete mit den BTC-Käufen nämlich erst im Frühsommer 2024.
Zunächst hatte das Unternehmen leichtes Spiel, da die Aktie in Relation zu den gehaltenen Bitcoin konstant hoch bewertet war. Dadurch konnte Metaplanet einige Zeit lang im großen Stil Stammaktien emittieren, um Bitcoin zu kaufen, und so den Bitcoin-Bestand pro Aktie deutlich steigern.
Im vierten Quartal 2024 wurde beispielsweise eine „BTC Yield“ von über 300 % erwirtschaftet, während es in den beiden darauffolgenden Quartalen jeweils um die 100 % waren.
Nachdem die Metaplanet-Aktie im Zuge des fallenden Bitcoin-Kurses schließlich unter Druck geraten ist, geht es vergleichsweise schleppend voran. Für Q2 2026 wurde nur eine „BTC Yield“ von 6,55 % gemeldet. Seit Jahresauftakt stieg die Ratio „BTC je Aktie“ um 9,61 %.
Problematisch an diesem „Key Performance Indicator (KPI)“ ist jedoch, dass er die Schulden nicht berücksichtigt.
Das bedeutet, dass ein Unternehmen theoretisch betrachtet ganz viel Geld über Kredite aufnehmen könnte, um es in Bitcoin zu investieren. Dann könnte kurzfristig eine hohe „BTC Yield“ ausgewiesen werden, obwohl es nicht zwingend für eine nachhaltige und solide Strategie sprechen mag.
Metaplanet hat derzeit aber nur insgesamt 464 Millionen US-Dollar an Schulden und 146 Millionen US-Dollar an Vorzugsaktien ausstehend. In Relation zur bei aktuellen Kursen rund 2,6 Milliarden US-Dollar schweren BTC-Bilanz liegt der Hebel nur bei 23,5 % und damit deutlich unter dem von Strategy (44 %) oder Strive (64 %).
Niedriges mNAV und potenzielle Aktienrückkäufe
Aktuell liegt Metaplanets mNAV (Marktkapitalisierung zuzüglich ausstehender Vorzugsaktien und Wandelanleihen geteilt durch den Wert der BTC-Bilanz) nur noch bei 0,85 x.
Dieser Umstand führt dazu, dass durch die Ausgabe von Stammaktien finanzierte Bitcoin-Käufe negativ für die „BTC Yield“ wären. Solange es an dieser Front keine Erholung gibt, ist entsprechend nicht mehr mit Wachstumsraten wie früher zu rechnen.
Im Oktober 2025 errichtete Metaplanet bereits ein Aktienrückkaufprogramm. Denn tatsächlich würde es den Bitcoin-Bestand pro Aktie erhöhen, wenn bei niedrigem mNAV Bitcoin verkauft werden würden, um eigene Aktien zurückzukaufen.
Bislang wurde Metaplanet hier aber noch nicht aktiv, auch wenn CEO Simon Gerovich diese Option kürzlich noch einmal in einem Post auf der Plattform 𝕏 ansprach.
Die BTC Yield ist unser wichtigster KPI, und unsere Kapitalallokation ist darauf ausgerichtet, diese für die Aktionäre zu maximieren. Aktienrückkäufe sind ein Kernelement unserer Kapitalallokationspolitik (festgelegt am 28. Oktober 2025). Wie bereits bekannt gegeben, werden wir bei einem mNAV unter 1,0 x den Rückkauf von Stammaktien ernsthaft in Betracht ziehen, um die BTC Yield zu maximieren – je niedriger das mNAV, desto größer ist das Wertsteigerungspotenzial.
Simon Gerovich
BTC Yield is our primary KPI, and our capital allocation is focused on maximizing it for shareholders. Share buybacks are a core element of our Capital Allocation Policy (established October 28, 2025). As disclosed, when mNAV is below 1.0x we will strongly consider repurchasing…
— Simon Gerovich (@gerovich) June 9, 2026
Es gibt zwar vereinzelt schon „Bitcoin Treasury Companies“, die Bitcoin verkaufen, um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen. Doch in erster Linie scheint es bei Ankündigungen dieser Art eher darum zu gehen, den Short-Sellern Sorge zu bereiten.
Bitcoin zu verkaufen, stünde bei Metaplanet zudem in Konflikt mit dem eigentlich gesetzten Ziel, Ende dieses Jahres insgesamt 100.000 BTC zu halten – was ohnehin kaum noch erreichbar sein dürfte. Theoretisch könnte Metaplanet aber auch Fremdkapital für Rückkäufe aufnehmen.
Strategy verkündete diese Woche ebenfalls Aktienrückkaufprogramme sowohl für die Stammaktie als auch für die Vorzugsaktien. Inwieweit der mit Abstand größte börsennotierte BTC-Halter auch aktiv wird, ist unklar. Aktuell liegt Strategys mNAV nämlich schon wieder deutlich über 1,0 x.
Was von Metaplanet noch zu erwarten ist
Vorzugsaktien haben sich bei „Bitcoin Treasury Companies“ als geeignetes Instrument erwiesen, um selbst in Bärenmärkten größere Mengen BTC kaufen zu können.
Die Kurse von STRC von Strategy und SATA von Strive brachen kürzlich zwar deutlich ein, doch dass der Markt diese Optionalität als eher positiv bewertet, lässt sich daran ablesen, dass die beiden Unternehmen ein weitaus höheres mNAV als die Wettbewerber haben.
Metaplanet hat auch schon eine Vorzugsaktie namens MERCURY an institutionelle Anleger verkauft. In Japan ist aber das Problem, dass insgesamt erst sechs Vorzugsaktien an der Börse notiert sind, wie Gerovich neulich unterstrich. Außerdem sei eine Anforderung, dass die Dividenden aus nachhaltigen Unternehmensgewinnen finanziert werden.
Dies mache es für Metaplanet schwierig, das geplante STRC-Äquivalent namens MARS zu lancieren und dabei über die Neuemission am Markt weiteres Kapital aufzunehmen.
Dieser Umstand könnte erklären, wieso Metaplanet zunehmend versucht, das Geschäftsmodell zu erweitern. Kürzlich wurde die Übernahme eines Finanzdienstleisters namens Siiibo Securities angekündigt.
Helfen könnten auch die operativen Erträge. Metaplanet verkauft nämlich Optionen auf Basis der Bitcoin-Bilanz. In Q2 konnten so rund 10 Millionen US-Dollar eingenommen werden und damit etwas weniger als in den Quartalen zuvor.
Ob es dem drittgrößten börsennotierten Bitcoin-Halter gelingen wird, an die starke Performance der Vergangenheit wieder anzuknüpfen, dürfte neben dem Bitcoin-Kurs in erster Linie von dem mNAV abhängen.
Vorzugsaktien und wiederkehrende Einnahmen, mit denen die Dividenden finanziert werden könnten, scheinen durchaus aussichtsreich zu sein – vor allem auch wegen des deutlich niedrigeren Zinsumfelds in Japan.
Die Metaplanet-Aktie handelt momentan auf Yen-Basis knapp 90 % unter dem im Sommer 2025 erreichten Allzeithoch.