Leitender Direktor des US-Krypto-Council mit Ankündigung zur Bitcoin-Reserve
Patrick Witt, der leitende Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, teilte auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas mit, dass es schon bald eine wichtige Mitteilung zur strategischen Bitcoin-Reserve der USA geben werde. Was für einen „Durchbruch“ könnte Witt gemeint haben? Stehen BTC-Käufe der Vereinigten Staaten unmittelbar bevor?
Endlich Neuigkeiten zur Bitcoin-Reserve?
Am 6. März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das Dekret zur strategischen Bitcoin-Reserve. Seitdem ist es sehr ruhig um das Thema geworden. Mehr als ein Jahr später ist noch nicht einmal bekannt, wie viele BTC die USA wirklich besitzen, obwohl alle zuständigen Behörden mit der „Executive Order“ dazu aufgefordert wurden, binnen 30 Tagen eine vollständige Bestandsaufnahme zu liefern sowie die Übertragbarkeit der Coins zu prüfen.
Doch jetzt könnte es bald Neuigkeiten geben. Patrick Witt, der leitende Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, nahm am Montag an einem Panel auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas teil. Dabei verkündete er, dass ein „Durchbruch“ erzielt worden sei und es in den kommenden Wochen diesbezügliche Informationen geben werde.
Der Präsident hat vergangenes Jahr die Executive Order zur strategischen Bitcoin-Reserve unterzeichnet, und wir haben uns seitdem damit befasst, genau herauszufinden, welche Schritte und rechtlichen Auslegungen notwendig sind, um das korrekt umzusetzen, zu festigen und die digitalen Vermögenswerte – insbesondere Bitcoin – in der Regierungsbilanz zu schützen. In den nächsten Wochen werden wir daher eine große Ankündigung machen. Ich glaube, wir haben dabei einen echten Durchbruch erzielt.
Patrick Witt
Laut @PatrickJWitt, dem leitenden Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, wird es in den kommenden Wochen eine große Ankündigung zu einer Art „Durchbruch“ bei der strategischen Bitcoin-Reserve geben. 🇺🇸👀 pic.twitter.com/xaZIiNv0pm
— Blocktrainer (@blocktrainer) April 27, 2026
Weiter erklärte der Nachfolger von Bo Hines, dass die weiteren Schritte bei der strategischen Bitcoin-Reserve durch die passende Gesetzgebung noch gestützt werden müssen, und bezog sich hierbei unter anderem auf den Gesetzentwurf von Cynthia Lummis. Ihr „Bitcoin Act of 2025“ sieht vor, dass die USA insgesamt einen Bitcoin-Bestand in Höhe von 1 Million BTC aufbauen.
Das muss natürlich durch Gesetzgebung nachgezogen werden. Senatorin Lummis hat ihren Bitcoin Act eingebracht, und im Repräsentantenhaus hat Abgeordneter Begich über den ARMA Act gesprochen, den er ausgearbeitet hat. Wir müssen das also gesetzlich verankern – aber in der Zwischenzeit sind wir überzeugt, dass wir von der Exekutive aus in den kommenden Wochen einen großen Schritt nach vorne machen können.
Patrick Witt
Womit ist zu rechnen?
Das Dekret von US-Präsident Donald Trump erlaubt die budgetneutrale Akkumulation von Bitcoin. Deshalb rechneten viele zunächst noch damit, dass die USA Bitcoin kaufen würden.
Finanzminister Scott Bessent betonte dann aber im August 2025, dass die USA keine Bitcoin kaufen werden. Wenig später ruderte er zurück und schrieb auf der Plattform 𝕏, dass das Finanzministerium weiterhin entschlossen sei, „budgetneutrale Wege zu finden, um weitere Bitcoin zu akquirieren, um die Reserve zu erweitern“.
Wie anderen, zuvor getroffenen Aussagen von Patrick Witt zu entnehmen war, bräuchte es für Bitcoin-Käufe ohnehin die Bestätigung des Kongresses. Das heißt, dass es ohne die passende Gesetzgebung diesbezüglich eigentlich keine Fortschritte geben dürfte.
Und dann, in Zukunft, sollte der Kongress letztendlich beschließen, diesen Weg einzuschlagen, könnten wir dies möglicherweise durch direkte Käufe ergänzen – doch dafür wäre ein Beschluss über die Mittelzuweisung erforderlich.
Patrick Witt bei einem Interview im Februar 2026
Der leitende Direktor des US-Krypto-Beirats, @PatrickJWitt, äußerte sich in einem neuen Interview zur Bitcoin-Reserve. 🇺🇸
— Blocktrainer (@blocktrainer) February 13, 2026
Dabei verwies er auf Gesetzentwürfe wie den von @SenLummis und erklärte, dass es bei Zustimmung des Kongresses künftig richtige $BTC-Käufe geben könnte. 🛒 pic.twitter.com/DcBQmtbDmP
Demnach dürfte die angekündigte Mitteilung wohl kaum etwas mit Bitcoin-Käufen zu tun haben. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es so etwas sein wird wie eine Bestandsaufnahme zur Reserve, also dass der Öffentlichkeit erstmals mitgeteilt wird, wie viele BTC die USA wirklich besitzen. Laut Daten von Arkham Intelligence hält die US-Regierung rund 328.000 BTC, es ist aber unklar, bei wie vielen Coins davon noch Dritte Ansprüche geltend machen können.
Auch könnte der Durchbruch sein, dass die strategische Reserve jetzt endlich richtig „geschaffen“ wird beziehungsweise die Coins zusammengeführt und unter Kontrolle des Finanzministeriums gebracht werden. Darauf lässt auch sein konkreter Wortlaut schließen – er hat sich in diesem Kontext nämlich auf die Hürden rund um die Verwahrung beziehungsweise Sicherung der Coins bezogen.
Positiv an der Meldung ist, dass die Bitcoin-Reserve anscheinend noch auf der Agenda des Trump-Teams steht. Unter dem Strich ist und bleibt aber das Wichtigste, dass die gesetzliche Verankerung gelingen kann, damit die Reserve nicht ohne Weiteres von einer Folgeregierung wieder gekippt werden kann. An Gesetzentwürfen dazu mangelt es nicht. Neben dem „Bitcoin Act of 2025“ von Cynthia Lummis oder dem auf der Konferenz angekündigten „American Reserves Modernization Act (ARMA)“ von Nicholas Begich gibt es noch weitere. Zum Beispiel den „Bitcoin for America Act“, laut dem die USA Steuern in BTC akzeptieren und so die Reserve vergrößern sollen, oder den neuen „Mined in America Act“, der vorsieht, dass Miner ihre in den USA geschürften Bitcoin an das Finanzministerium verkaufen.
Das Problem ist aber, dass derartige Gesetzentwürfe noch überhaupt keine Erfolge verzeichnen konnten. Patrick Witt sagte zwar neulich, dass es eine überparteiliche Unterstützung für die Verankerung der Bitcoin-Reserve gebe. Doch bislang konnte noch nicht einmal das Krypto-Gesetz „CLARITY Act“ verabschiedet werden. Und da im November die Midterm-Wahlen stattfinden, nach denen die Demokraten voraussichtlich nicht nur das Repräsentantenhaus, sondern auch den Senat dominieren werden, dürfte es in Zukunft nur noch schwieriger werden, Pro-Bitcoin-Gesetze durch den Kongress zu bringen.