Larry Fink, CEO und Gründer des Vermögensverwalters BlackRock, sprach auf dem „DealBook Summit 2025“ der New York Times. Dabei teilte er unter anderem die Insider-Information, dass Staatsfonds bei der jüngsten Bitcoin-Korrektur zugegriffen haben und langfristig halten wollen.

Larry Fink über Bitcoin

Seit geraumer Zeit setzt sich BlackRock lautstark für Bitcoin ein. In mehreren Berichten betonten die Analysten des größten Vermögensverwalters der Welt, dass sich mit BTC unkorrelierte Renditen einfahren lassen und das Asset einen Schutz vor der Geldentwertung und politischer Instabilität darstellen kann.

Gründer und CEO Larry Fink bezeichnet Bitcoin hin und wieder als „digitales Gold“ und gibt zum Besten, dass er sich mit seiner initialen, kritischen Einschätzung geirrt habe. So auch wieder auf dem diesjährigen „DealBook Summit“ der New York Times, bei dem seine Aussage aus dem Jahr 2017, Bitcoin sei ein „Index für Geldwäsche“, wieder auf den Tisch kam.

Während Covid, als man etwas mehr Zeit zur Verfügung hatte, nahm ich es tatsächlich auf mich, viele Menschen, die sich dafür einsetzten, zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Ich wollte verstehen, was mir entgeht. Warum habe ich diese Überzeugung? Und so habe ich mich selbst getestet, wie ich es bei vielen anderen Dingen auch tue, und so um 2021/22 herum begann ich, diese Ansichten weiterzuentwickeln [...] Ich sehe einen großen Anwendungsfall für Bitcoin und tue dies auch heute noch. [...] Mein Denkprozess entwickelt sich ständig weiter, und dies ist ein sehr deutliches öffentliches Beispiel für eine große Veränderung meiner Meinung.
Larry Fink

Aus einem vorherigen Interview geht hervor, dass Larry Fink für diesen Prozess unter anderem Strategy-Gründer Michael Saylor eingeladen hatte. Doch der BlackRock-CEO verfolgt einen etwas anderen Ansatz, wenn er das Asset bewirbt, als der wohl bekannteste Bitcoin-Bulle. Laut Fink ist Bitcoin eine Art „Absicherung gegen Hoffnung“, während Saylor Bitcoin selbst als Hoffnung bezeichnet, wie unter anderem durch seine Website „Bitcoin is Hope“ (hope.com) ersichtlich wird, auf der er Bildungsmaterialien zum Thema Bitcoin bereitstellt.

Auf dem „DealBook Summit“ erklärte Larry Fink in dem Panel mit Coinbase-CEO Brian Armstrong schließlich wieder, dass Anleger auf Bitcoin setzen, wenn sie sich Sorgen um ihre finanzielle und physische Sicherheit machen oder sich vor der ausufernden Staatsverschuldung und der damit einhergehenden Geldentwertung schützen wollen.

Also, man besitzt Bitcoin, wenn man um seine physische Sicherheit fürchtet. Man besitzt es, wenn man um seine finanzielle Sicherheit fürchtet. Der langfristige, grundlegende Grund, warum man es hält, ist die Entwertung von Finanzvermögen aufgrund von [Staats-]Defiziten.
Larry Fink

Als der BlackRock-CEO darauf angesprochen wurde, dass diejenigen, die Bitcoin bei 125.000 US-Dollar als „Versicherung“ gekauft haben, jetzt deutlich im Minus sind, entgegnete er, dass es sehr schwierig sei, den Markt zu timen, und Bitcoin ein volatiles Asset sei. Überdies bemängelte Fink, dass der Markt noch stark von gehebelten Tradern beeinflusst werde, aber immer mehr „legitime Long-only-Investoren“ in den Markt eintreten würden.

„Staatsfonds kaufen nach“

Um seine These zu untermauern, dass seriöse Institutionen zunehmend zur Halterbasis gehören, führt Fink zunächst das Beispiel einer Stiftung an, die eine große Position in IBIT, dem Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock, aufgebaut hat. Er nannte diese nicht namentlich, doch es ist klar, dass er sich auf die Elite-Universität Harvard bezieht, deren IBIT-Nachkauf im dritten Quartal durch die Medien ging.

Darauf aufbauend offenbarte Larry Fink, dass mehrere Staatsfonds in der jüngeren Vergangenheit zugegriffen haben – auch in der Phase, als der Kurs der Kryptowährung kurzzeitig die Spanne von 80.000 bis 90.000 US-Dollar fiel.

Ich kann Ihnen sagen, dass es eine Reihe von Staatsfonds gibt, die in den Startlöchern stehen. Sie haben schrittweise bei 120.000 US-Dollar, bei 100.000 US-Dollar zugekauft – ich weiß, dass sie noch mehr in den 80.000ern gekauft haben. Das ist gut. Und sie bauen eine längerfristige Position auf; sie halten sie über Jahre hinweg. Das ist kein Trade. Sie halten sie zu einem bestimmten Zweck, aber der Markt ist verzerrt, stark gehebelt, und deshalb gibt es mehr Volatilität.
Larry Fink

Da die 13F-Filings, die große Asset-Manager bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC quartalsweise einreichen müssen, für das derzeit laufende Quartal erst spätestens Mitte Februar kommenden Jahres öffentlich werden, müssen wir uns noch gedulden, welche Staatsfonds zugegriffen beziehungsweise ihre Position vergrößert haben.

Mubadala Investment, ein Staatsfonds von Abu Dhabi, hielt zum Ende des dritten Quartals eine IBIT-Position im Gegenwert von 576,3 Millionen US-Dollar – die letzte Vergrößerung des Staatsfonds gab es im ersten Quartal dieses Jahres. Währenddessen stockte Al Warda Investments, ein Investmentvehikel des staatlichen Abu Dhabi Investment Council, im vergangenen Quartal die IBIT-Position auf knapp 8 Millionen Anteile im Wert von 517,6 Millionen US-Dollar deutlich auf.

Darüber hinaus ist bislang lediglich bekannt, dass der Staatsfonds von Luxemburg 1 % des verwalteten Vermögens in Bitcoin-ETFs hält. Der selbsternannte „Krypto-Präsident“, Donald Trump, der ein Dekret zur strategischen Bitcoin-Reserve erlassen hat, wies Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick im Februar dieses Jahres übrigens dazu an, einen Plan zur Errichtung eines US-amerikanischen Staatsfonds vorzulegen.

Dadurch, dass immer mehr Großinvestoren in den Markt eintreten und sich laut Larry Fink auch die niedrigeren Kurse zunutze machen, ist davon auszugehen, dass die Schwankungen des Bitcoin-Kurses früher oder später deutlich nachlassen werden. Dies dürfte im Umkehrschluss dazu führen, dass nur noch mehr institutionelle Investoren erste Schritte wagen werden.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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