Ein Bitcoin ist heute so teuer wie noch nie zuvor. Der Kurs der bedeutendsten Kryptowährung ist soeben über die Marke von 125.000 US-Dollar und damit auf ein neues Allzeithoch gestiegen.

Der bisherige Höchststand lag bei 124.533 US-Dollar. Bitcoin erreichte dieses Niveau am 14. August 2025. Daraufhin korrigierte der Kurs bis unter 108.000 US-Dollar, nur um sich anschließend wieder deutlich zu erholen.

Auch im Euro gemessen handelt Bitcoin nun auf einem neuen Allzeithoch. Das Hoch vom 20. Januar 2025 – 105.951 Euro je Coin – konnte BTC am heutigen Tag erstmals überschreiten.

Dass Bitcoin im Euro gemessen erst heute ein neues Allzeithoch erreichte, obwohl der Kurs im US-Dollar gemessen schon lange über dem Hoch aus dem Januar notiert, liegt daran, dass der Euro seither deutlich gegenüber dem US-Dollar aufwertete.

Saisonalität spielt BTC in die Karten

Der Oktober ist der Bitcoin-Monat mit der höchsten Medianrendite im Betrachtungszeitraum seit 2013.

In zehn der letzten zwölf Oktobern konnte der Kurs der Kryptowährung zulegen. Aus diesem Grund hat sich auch der Begriff „Uptober“ in der Bitcoin-Community etabliert.

Nicht einmal fünf Tage sind im diesjährigen Oktober vergangen und BTC steht schon bei einer Monatsrendite von mehr als acht Prozent.

Mit dem November folgt überdies ein weiterer starker Bitcoin-Monat. Der sogenannte „Moonvember“ ist der Monat mit der höchsten Durchschnittsrendite für Bitcoin.

Bullisches Umfeld für BTC

Neben den saisonalen Trends gibt es auch einige weitere Gründe, die für weiter steigende Notierungen sprechen. In erster Linie verbreitet sich momentan das Narrativ des „Debasement-Trades“, also dass sich immer mehr Anleger vor der drohenden Geldentwertung mit harten Assets wie Gold oder Bitcoin schützen.

Die Federal Reserve befindet sich seit vergangenem Monat nämlich wieder im Zinssenkungsprozess. Der Markt geht derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent davon aus, dass der US-Leitzins bei der nächsten Notenbanktagung Ende dieses Monats weiter gesenkt wird.

Währenddessen verbreitet sich die Sorge, die US-Zentralbank könnte ihre Unabhängigkeit verlieren. US-Präsident Donald Trump übt Druck auf die Geldhüter aus, mit dem offensichtlichen Ziel, immer mehr Verbündete in der Notenbank zu installieren, sodass die Geldpolitik trotz Inflationszahlen nördlich des 2-%-Ziels gelockert wird, um den Haushalt zu entlasten.

Diese Entwicklungen dürften dazu führen, dass die US-Dollar-Geldmenge, die sich ohnehin schon auf einem Allzeithoch befindet, weiter ansteigt, wodurch der US-Dollar noch stärker an Kaufkraft verlieren wird.

In diesem Umfeld nimmt auch die institutionelle Adoption von BTC an Fahrt auf. Die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs haben in dieser Woche alleine mehr als 3,2 Milliarden US-Dollar an Kapital aufgesaugt – und das, obwohl noch viele große Finanzdienstleister wie Vanguard ihren Kunden den Zugang zur Anlageklasse verwehren.

Die kumulierten ETF-Nettozuflüsse seit der Zulassung im Januar 2024 belaufen sich jetzt erstmals auf über 60 Milliarden US-Dollar – das ist ein neuer Höchststand.

IBIT, der Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock, verwaltet inzwischen mehr als 777.000 BTC im Gegenwert von über 90 Milliarden US-Dollar. Damit befindet sich das Anlageprodukt des größten Vermögensverwalters der Welt in der Top 20 der größten ETFs überhaupt – und das nach nicht einmal zwei Jahren nach der Zulassung.

Während sich die Wall Street zunehmend auf Bitcoin stürzt, öffnen sich sogar immer mehr Nationalstaaten für das Asset. Nachdem US-Präsident Donald Trump das Dekret zur strategischen Bitcoin-Reserve erlassen hat, verbreitet sich die Idee wie ein Lauffeuer.

Nicht nur El Salvador und das Königreich Bhutan, sondern inzwischen auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Pakistan, Kirgistan und Kasachstan setzen bereits auf Bitcoin als Reserve-Asset oder befinden sich auf dem Weg dorthin.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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