In Kirgistan wurde ein Gesetz formell verabschiedet, das unter anderem auf die Errichtung einer strategischen Krypto-Reserve und den Beginn staatlicher Mining-Aktivitäten abzielt. Die Abgeordneten des Parlaments stimmten dafür, womit jetzt nur noch die Unterschrift des Präsidenten Sadyr Zhaparov aussteht.

Krypto-Reserve von Kirgistan kommt?

Nach Kasachstan ist nun auch Kirgistan der staatlichen Krypto-Reserve einen großen Schritt näher gekommen. Im Parlament (Jogorku Kenesh) wurde für einen Gesetzentwurf gestimmt, der sich mit den folgenden Themen befasst:

  • Aufbau einer staatlichen Krypto-Reserve
  • Einsatz staatlicher Infrastruktur für Mining-Aktivitäten
  • Schaffung regulatorischer Sandboxes für innovative Projekte
  • Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden
  • Lizenzierungspflicht für Krypto-Dienstleister
  • Regulatorischer Rahmen für Stablecoins

Besonders spannend für die Bitcoin- und Krypto-Community ist dabei das Thema der staatlichen Reserve. Der Gesetzentwurf sieht nämlich vor, dass das zentralasiatische Land eine Krypto-Reserve etabliert und staatliche Mining-Operationen mit der Infrastruktur und den Ressourcen des Staates ins Leben gerufen werden. 

Das Gesetz eröffnet auch die Möglichkeit aktiver Käufe von Kryptowährungen. Wie die Reserve verwaltet wird und wofür die Mittel genutzt werden, soll Präsident Sadyr Zhaparov entscheiden.

Das Verfahren für die Bildung, Lagerung, Verwaltung und Verwendung der Kryptowährungsreserve wird vom Präsidenten der Kirgisischen Republik festgelegt.
Aus dem Gesetzestext

Ziel ist es, die Rolle des Staates als aktiver Teilnehmer in der digitalen Wirtschaft und als Treiber technologischer Innovationen zu stärken.

Im Mai dieses Jahres gab es bereits die Meldung, dass Kirgistan eine Partnerschaft mit der Krypto-Börse Binance eingegangen ist. Im Rahmen dessen teilte ein hochrangiger Binance-Mitarbeiter mit, dass der Krypto-Beirat des Landes zugesagt habe, die Errichtung einer Bitcoin- und Krypto-Reserve möglich zu machen.

Länder preschen vor – die USA zögern

Während die USA laut Patrick Witt, dem neuen leitenden Direktor des Krypto-Beirats, noch rechtliche Hürden bewältigen müssen, damit die strategische Bitcoin-Reserve Realität werden kann, scheinen andere Länder nicht zu zögern.

El Salvador, das Königreich Bhutan und die Vereinigten Arabischen Emirate haben in den vergangenen Jahren ihren staatlichen Bitcoin-Bestand weiter ausgebaut. Laut dem CEO des „Pakistan Crypto Council“ setzt auch das fünftbevölkerungsreichste Land der Welt auf eine Bitcoin-Reserve.

In dieser Woche forderte schließlich der Präsident von Kasachstan in seiner Rede zur Lage der Nation, dass eine Krypto-Reserve errichtet wird, die die Zentralbank verwalten soll. Kirgistan dürfte derweil nach der parlamentarischen Zustimmung für das Krypto-Gesetz eines der nächsten Länder auf der Liste der Bitcoin-Halter werden.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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