Die japanische Börse JPX hat die Absicht bekannt gegeben, „Bitcoin Treasury Companies“ nicht mehr in die eigenen Aktienindizes aufzunehmen. Für Metaplanet, das „japanische Strategy“, bedeutet das, dass die antizipierte Aufnahme in den wichtigen TOPIX wohl geplatzt ist. JPX ist nicht der erste Indexherausgeber, der Unternehmen, deren Bilanz sich zum Großteil aus Bitcoin zusammensetzt, Steine in den Weg legen möchte.

Indexherausgeber verschließen sich vor „Treasury Companies“

Ob börsennotierte Bitcoin-Halter in Aktienindizes aufgenommen werden oder nicht, ist ein Thema, das schon seit geraumer Zeit die Nachrichtenlage rund um Bitcoin dominiert. Im Oktober 2025 gab beispielsweise der Indexherausgeber MSCI Inc. bekannt, prüfen zu wollen, ob „Bitcoin Treasury Companies“ aus den eigenen Aktienindizes exkludiert werden sollen.

Dies drückte auf die Aktienkurse von Strategy und Co., da es wichtige passive Kapitalzuflüsse in die jeweiligen Aktien unterbunden hätte. Im Januar 2026 verkündete MSCI Inc. schließlich, dass die Unternehmen, deren Bilanz sich zu mehr als 50 % aus Kryptowährungen zusammensetzt, vorerst bleiben können.

Es soll aber weiter darüber beraten werden, was heißt, dass eine Exklusion noch nicht gänzlich vom Tisch ist.

Überdies spiegelt MSCI Inc. in den Aktienindizes wie MSCI World keine Kapitalerhöhungen der Unternehmen mehr wider. Das bedeutet, dass, wenn sich die Marktkapitalisierung von Strategy oder Metaplanet durch die Neuausgabe von Stammaktien vergrößert, dies zu keiner höheren Gewichtung in den Indizes mehr führt.

Ähnliche Bemühungen in Japan

Nachdem es an der MSCI-Front vorerst Entwarnung gab, hat nun auch die Japanische Börse (JPX) ähnliche Überlegungen. In einer Mitteilung vom Freitag dieser Woche hieß es, dass die JPX vorschlägt, Unternehmen, deren Bilanz hauptsächlich aus Kryptowährungen besteht, nicht mehr in die eigenen Aktienindizes aufzunehmen.

In den letzten Jahren sind neue Titel aufgetreten, die bestimmte Vermögenswerte als ihre hauptsächlichen Vermögenswerte halten. Deshalb wird vorerst die Neuaufnahme von Titeln, deren hauptsächlicher Vermögenswert Krypto-Assets sind, in die Indexbestandteile ausgesetzt.
JPX

Dieser Vorschlag wird damit begründet, dass der Wert dieser Firmen stark von Krypto-Kursen abhängt und dies die Stabilität der Indizes beeinträchtigen würde. Bereits enthaltene Unternehmen sollen davon explizit nicht betroffen sein.

Die JPX startete, so wie MSCI Inc. damals auch, eine öffentliche Konsultationsphase. Nach deren Abschluss soll diese Regeländerung, so der Plan, ab Herbst umgesetzt werden. 

Paukenschlag für Metaplanet

Für Metaplanet, die größte japanische „Bitcoin Treasury Company“, die in dieser Woche nach dem bekannt gegebenen Kauf von 5.075 weiteren Bitcoin zum drittgrößten börsennotierten BTC-Halter der Welt wurde, hätte diese Maßnahme direkte Auswirkungen.

Viele hatten nämlich angenommen, dass Metaplanet bei der Neuausrichtung des TOPIX Ende Oktober 2026 aufgenommen werden dürfte. Denn ab dann sollten erstmals auch Unternehmen aus dem „Standard Market Index“ der JPX, in dem sich Metaplanet befindet, berücksichtigt werden.

Sollte die JPX durch die Konsultationsphase nicht zu einem anderen Entschluss kommen, wird Metaplanet wohl vorerst außen vorbleiben.

Der TOPIX ist neben dem Nikkei 225 der relevanteste japanische Aktienindex. Während der bekannte Nikkei nur 225 Unternehmen umfasst, ist der TOPIX viel breiter aufgestellt und besonders beliebt beim passiven, institutionellen Kapital. Nikkei hingegen ist ein eigenständiger Indexherausgeber und entsprechend könnte Metaplanet, wenn das Unternehmen irgendwann groß genug sein sollte, Platz im japanischen Leitindex finden.

Bereits im November 2025 gab es die Bloomberg-Meldung, dass die JPX das Wachstum von „Digital Asset Treasury Companies“ eindämmen möchte. Konkret ging es darum, dass Unternehmen, die mit dem Kauf von Kryptowährungen starten wollten, laut Insidern von der JPX blockiert wurden.

Metaplanet betonte damals, dass gegen das Unternehmen selbst keine Ermittlungen laufen würden und es mit der JPX für einen konstruktiven Regulierungsrahmen zusammenarbeiten wolle.

Dass die JPX Unternehmen wie Metaplanet nicht neu in die Aktienindizes aufnehmen möchte, ist jetzt ein weiterer Schritt, der zeigt, dass die Börse dieses Geschäftsmodell eher als kritisch einordnet.

Für Metaplanet wäre das letztlich aber nur ein Dämpfer und kein essenzielles Risiko, obwohl der Aktienkurs von großer Bedeutung für die Bitcoin-Strategie ist. Metaplanet setzt für die Finanzierung der Bitcoin-Käufe nämlich in erster Linie auf die Emission von Stammaktien.

Möglicherweise gelingt es dem Unternehmen aber auch noch, im Rahmen der Konsultationsphase die JPX vom Gegenteil zu überzeugen. Bei der MSCI-Thematik wandten sich ebenfalls das Management von Strategy oder Strive mit offenen Briefen an den Indexherausgeber, um gute Argumente gegen die vorgeschlagenen Maßnahmen zu liefern – was eventuell auch zu dem kleinen Erfolg beigetragen hat.

Nachtrag: Metaplanet-CEO äußert sich

Kurz nachdem die Nachricht die Runde machte, äußerte sich auch Metaplanet-CEO Simon Gerovich zu dem Vorhaben der JPX.

In seinem Statement betonte er, dass sich Metaplanet an der Konsultation beteiligen werde. Überdies machte er klar, dass das Unternehmen nicht nur ein reiner BTC-Halter sei, sondern auch in die Bitcoin-Infrastruktur in Japan investieren würde – unter anderem durch den Aufbau operativ tätiger Unternehmen.

JPX hat eine Konsultation zur Verschiebung der Indexaufnahme für Unternehmen angekündigt, deren Hauptvermögenswerte aus Krypto-Assets bestehen. Wir respektieren diesen Prozess und beabsichtigen, uns daran zu beteiligen. Metaplanet wurde aus einer einfachen Überzeugung heraus gegründet: Japanische Anleger verdienen Zugang zu Bitcoin über ein transparentes, an der Tokioter Börse notiertes Unternehmen. Doch wir bauen weit mehr als nur eine Treasury auf. Durch das Projekt Nova treiben wir Japans Bitcoin-Ökosystem voran, indem wir operative Unternehmen aufbauen und in die Branchenpartner investieren, die dessen Zukunft gestalten. 
Metaplanet-CEO Simon Gerovich

Dies erklärt möglicherweise auch, wieso Metaplanet in den vergangenen Monaten den Start mehrerer Nebenprojekte – unter anderem die Investition in einen Stablecoin-Emittenten – bekannt gegeben hat.

Info

Wochenrückblick #122 - Kapitulation bei Treasury Companies, neuer BTC-Reserve-Gesetzentwurf, 401(k)-Öffnung für Krypto

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Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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