Jack Mallers tritt als XXI-CEO zurück
Jack Mallers verlässt Twenty One Capital (XXI), den zweitgrößten börsennotierten Bitcoin-Halter der Welt, als CEO. Auch der geplante Merger mit seinem Bitcoin-Dienstleister Strike wurde abgesagt. Diese Entwicklungen folgen, nachdem die Investoren einige Monate darauf warteten, zu erfahren, wie das Geschäftsmodell von XXI überhaupt aussehen soll.
Von Tristan
Große Hoffnungen auf eine Bitcoin-Erfolgsgeschichte
Im vergangenen Jahr gab es unzählige Meldungen rund um Neugründungen von Aktiengesellschaften, die eine Bitcoin-Strategie verfolgen wollten. Eine davon erregte besonders viel Aufsehen.
Denn Ende April wurde verkündet, dass Strike-Gründer Jack Mallers gemeinsam mit dem Stablecoin-Emittenten Tether und der japanischen Holdinggesellschaft SoftBank eine Art „Bitcoin Treasury Company“ starten wollte.
Für den IPO via SPAC wurde mit dem Finanzdienstleister Cantor Fitzgerald, der vom Sohn des US-Handelsministers Howard Lutnick geführt wird, zusammengearbeitet.
Im Dezember 2025 war der Deal dann abgeschlossen und XXI kam als eigenständiges Unternehmen an die Börse – und das mit 43.514 BTC auf der Bilanz.
Jack Mallers schwang damals noch große Reden, von wegen XXI werde die Bitcoin-Position substanziell vergrößern können, sobald es losgehen könne, oder dass das Ziel sei, der größte BTC-Halter der Welt zu werden.
Doch seit dem IPO gab es keine Bitcoin-Käufe, geschweige denn eine Strategie. Anfang des Jahres betonte Mallers, dass er enttäuscht wäre, wenn die Pläne nicht bis Ende des ersten Quartals vorgestellt würden.
Im Zuge der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas Ende April gab es dann schließlich die Meldung, dass XXI zwei mit dem Management eng verflochtene Unternehmen übernehmen wolle – und zwar Strike von Jack Mallers sowie das Mining-Geschäft Elektron von Tether.
Dabei erklärte Mallers, dass XXI eine Aktiengesellschaft mit operativen Gewinnen und einer großen Bitcoin-Bilanz werden solle, womit er sich von Krypto-Börsen wie Coinbase oder „Bitcoin Treasury Companies“ wie Strategy abgrenzen wollte.
Seither ist es aber wieder ruhig um den zweitgrößten börsennotierten Bitcoin-Halter geworden und Jack Mallers machte vielmehr mit seinen Angriffen auf Michael Saylor und Strategy auf sich aufmerksam.
Übernahmepläne verworfen und Mallers' Rücktritt als CEO
Am heutigen Dienstag verkündete XXI schließlich in einer Pressemitteilung, dass der Merger mit Strike nicht mehr angestrebt werde. Strike soll nun doch als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden.
Im Zuge dessen räumt Jack Mallers den Posten als CEO. An seine Stelle tritt Raphael Zagury, der Elektron-Gründer.
Twenty One Capital, Inc. gab heute bekannt, dass sein Vorstand Raphael Zagury mit Wirkung zum 20. Juli zum Geschäftsführer ernannt hat. Herr Zagury tritt die Nachfolge von Jack Mallers an, der sein Amt niederlegt, um sich in der nächsten Wachstumsphase ganz auf Strike zu konzentrieren. Er und Herr Mallers arbeiten gemeinsam daran, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Aus der Pressemitteilung
In einem Interview, das rund um den Börsengang von XXI aufgezeichnet wurde, sagte Mallers noch, dass er plane, für immer der CEO von XXI zu bleiben.
Ich habe vor, für immer, bis zu meinem Tod, Geschäftsführer dieses Unternehmens zu bleiben. Wir haben reichlich Zeit, und wir bauen etwas für die Zukunft auf; wir bauen etwas für die nächsten Jahrzehnte auf.
Jack Mallers
"I plan on being the CEO of this company forever until I die." https://t.co/jdq8wCp00B pic.twitter.com/ikb7XcZcEX
— Tristan – Blocktrainer.de 🧡⚡️ (@tristanblcktrnr) July 21, 2026
Mallers äußerte sich heute in einem 4-minütigen Video zu der Causa. Dabei erklärte er, dass seine Vision nicht mehr mit der des Boards übereinstimme. Man gehe aber im Guten auseinander, so Mallers weiter.
Als ich bei der Gründung von XXI half, dachte ich, wir hätten die Chance, etwas ganz Bestimmtes aufzubauen. Nicht nur ein Unternehmen, das auf Bitcoin basiert. Nicht nur ein Unternehmen, das Bitcoin auf seiner Bilanz hält. Sondern auch ein Unternehmen mit Bitcoin-Geschäften, die Cashflow generieren und parallel dazu aufgebaut werden. Das war die Vision, an die ich glaubte. Das ist immer noch die Vision, an die ich glaube. Im Laufe der Zeit wurde jedoch klar, dass der Vorstand und ich uns nicht über den Weg zur Verwirklichung dieser Vision einig waren. Nicht aus böser Absicht. Nicht, weil irgendjemand Unrecht hatte.
Jack Mallers
I've decided to step down as CEO of Twenty One.
— Jack Mallers (@jackmallers) July 21, 2026
This wasn't an easy decision, but it was the right one. This experience brought tremendous clarity about who I am and what I want to build.
My life's work remains Bitcoin. My Bitcoin company is @Strike.
The work continues. pic.twitter.com/L70YFYPt11
Wie es jetzt mit XXI weitergehen soll, ist unklar. Der Investmentgigant SoftBank ist ebenfalls vor wenigen Monaten ausgestiegen. Die Anteile wurden an Tether verkauft. Tethers Mining-Plattform Elektron soll weiterhin übernommen werden.
Der nächste „Bitcoin Treasury Company“-Flop
XXI ist eines von mehreren Unternehmen, die mit großen Visionen und Wachstumspotenzial Investoren überzeugen wollten. Doch weder XXI noch die meisten anderen Neugründungen konnten am Ende wirklich abliefern.
In einem Podcast-Interview, das im Mai dieses Jahres erschien, erklärte Mallers, dass er gehofft hatte, XXI zu einer hohen Bewertung (mNAV) an die Börse zu bringen. Das hätte ihm ermöglicht, Aktien zu emittieren, um Bitcoin zu kaufen, so wie es viele andere Unternehmen vorher erfolgreich noch tun konnten.
Doch als der Deal vollzogen war, hatten sich die Marktbedingungen so stark verschlechtert, dass diese Strategie nicht mehr verfolgt werden konnte – und es stellte sich heraus, dass XXI offenbar keinen sonstigen guten Plan in der Schublade hatte.
Als wir schließlich die Genehmigung erhielten, hatte sich der gesamte Markt bereits verändert. Als wir XXI gründeten, wurden Unternehmen noch zu einem mNAV von 5 x gehandelt. Und wir dachten uns: Wir sollten wohl so schnell wie möglich an die Börse gehen.
Jack Mallers
He hoped to be able to sell stock at a high valuation to buy $BTC, but when the market shifted, it became clear that there had never been a real plan besides that.pic.twitter.com/bCt1CpyMEl
— Tristan – Blocktrainer.de 🧡⚡️ (@tristanblcktrnr) July 21, 2026
Ein ähnliches Schicksal ereilte Nakamoto von Ex-Trump-Berater David Bailey. Das Unternehmen musste schon einen guten Teil der zum Abschluss des Deals mit Investorengeldern gekauften BTC wieder abstoßen. Die NAKA-Aktie ist seit dem Hoch aus dem Sommer vergangenen Jahres um mehr als 99,6 % gefallen.
XXI handelt derweil 92,6 % unter dem Allzeithoch. In Reaktion auf die heutige Meldung fiel die Aktie um mehr als 19 % und damit auf ein neues Tief.
Auch der Cypherpunk Adam Back wollte mit BSTR eine eigene „Bitcoin Treasury Company“ an den Start bringen. Doch der SPAC-Deal, der ebenfalls über Cantor Fitzgerald laufen sollte, wurde kürzlich erst auf Eis gelegt. Jetzt sollen die Konditionen neu verhandelt werden, um die Marktbedingungen besser widerzuspiegeln.
Der aktuelle Bärenmarkt ist ein waschechter Stresstest für die Unternehmen, die sich die Kapitalmärkte für Bitcoin-Käufe zunutze machen wollten. Einige, beispielsweise Sequans, haben schon komplett kapituliert.
Gestern gab es zudem die Meldung, dass die Aktionäre von Satsuma Technology dafür gestimmt haben, die restlichen 668 BTC zu verkaufen, das Geschäft einzustellen und das Geld an die Anteilseigner auszuschütten. Sogar der Platzhirsch Strategy hat neulich ein paar Coins verkauft.