Die 13F-Filings, die große Asset-Manager quartalsweise bei der US-Börsenaufsichtsbehörde einreichen müssen, zeichnen ein spannendes Bild: Hedgefonds haben ihre Positionen in den Bitcoin-Spot-ETFs reduziert, während langfristig gesinnte Investoren weiter nachlegen. Wie verändert sich die Halterbasis bei den Bitcoin-ETFs und was sind die Treiber dahinter?

Am 17. Februar 2026 war die Frist für die 13F-Filings für das vierte Quartal 2025. Durch die obligatorischen Dokumente wurde schnell ersichtlich, dass die Elite-Uni Harvard ihre Bitcoin-Position um mehr als ein Fünftel reduziert hat, gleichzeitig aber zwei staatliche Fonds aus Abu Dhabi, Mubadala Investment und Al Warda Investments, zugegriffen haben.

Die Analysefirma CF Benchmarks, die der Krypto-Börse Kraken gehört, hat inzwischen die Zahlen der großen institutionellen Anleger für einen Report zusammengetragen, um allgemeine Trends aufzeigen zu können. Dabei konzentrierte sich CF Benchmarks auf die 13F-Daten der 40 größten institutionellen Halter der sechs relevantesten Bitcoin-ETFs – darunter die Anlageprodukte von BlackRock (IBIT), Fidelity (FBTC), ARK Invest (ARKB) und Grayscale (GBTC).

Ein Ergebnis, über das auch Bloomberg Business berichtete, ist, dass Hedgefonds, die der primäre Treiber hinter den starken Zuflüssen der Anlageprodukte waren, teilweise wieder im großen Stil ausgestiegen sind. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass andere Investorengruppen – insbesondere Investmentberater – kontinuierlich weiter nachlegen und die Halterbasis der Anlageprodukte einen regelrechten Strukturwandel erlebt.

Hedgefonds steigen aus

Zu den größten Haltern von Bitcoin-Spot-ETFs gehören in erster Linie Hedgefonds. Insgesamt entfiel ein Großteil der durch 13F-Filings gemeldeten Bitcoin-ETF-Positionen auf diese Unterkategorie der institutionellen Investoren, die meist kurzfristig unterwegs sind. Demnach dürfte es schlussendlich nicht für allzu große Überraschungen sorgen, dass viele Hedgefonds ihre Positionen wieder reduziert haben, als der Bitcoin-Kurs im vierten Quartal in einen Abwärtstrend übergegangen ist.

Ein Grund dafür dürfte, so CF Benchmarks, insbesondere auch der Flash-Crash vom 10. Oktober 2025 gewesen sein, der anscheinend viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt hat. Vier Tage zuvor erreichte Bitcoin nämlich noch ein neues Allzeithoch von circa 126.300 US-Dollar.

Der Blow-off-Top im Oktober scheint zu einer systematischen Reduzierung der Positionen im gesamten Hedgefonds-Komplex geführt zu haben.
CF Benchmarks

Solche starken Marktbewegungen können dazu führen, dass Anleger ihr Risikomanagement überdenken und zu dem Entschluss kommen, dass sie weniger Exposure in dem jeweiligen Asset halten wollen – sofern sie nicht selbst sogar liquidiert wurden, wenn Hebel im Spiel war.

Die Daten von CF Benchmarks zeigen nun, dass die größten Hedgefonds-Halter von BlackRocks IBIT zusammengenommen im vierten Quartal 2025 ihre Anteile von 114 Millionen auf 82 Millionen reduziert haben – ein Rückgang um 28 %. Mehrere Hedgefonds stachen dabei besonders hervor:

Brevan Howard, einst mit 37,5 Millionen Anteilen zum Höhepunkt im zweiten Quartal der zweitgrößte Halter von IBIT, reduzierte seine Position bis zum Jahresende auf 5,5 Millionen Anteile, was einem Rückgang von 85 % entspricht. DE Shaw setzte seinen methodischen Ausstieg fort und reduzierte seine Position von 9,7 Millionen Aktien vor einem Jahr auf 4,7 Millionen. Symmetry Investments, der während des größten Teils des Jahres 2025 12,7 Millionen Aktien hielt, verschwand im vierten Quartal vollständig aus der Liste der größten Halter. Farallon Capital reduzierte seine Position um 70 %.
CF Benchmarks

Ein ähnliches Muster ist bei den Haltern von Fidelitys FBTC zu beobachten gewesen:

Schonfeld reduzierte seinen Bestand von 5,5 Millionen Anteilen auf 2,3 Millionen. Sculptor Capital reduzierte seinen Bestand von 2,2 Millionen auf 224.000. Die FBTC-Position von DE Shaw schrumpfte von 4,4 Millionen auf 186.000.
CF Benchmarks

Eine andere Begründung, die zu dem Rückgang der Hedgefonds-Positionen beigetragen hat, ist, dass ein bestimmter Trade an Attraktivität verloren hat. Hedgefonds haben nämlich im großen Stil Bitcoin-ETFs gekauft, um gleichzeitig Bitcoin-Futures zu shorten, und somit von einem rückläufigen Spread profitieren zu können. Diese marktneutralen Trades waren sehr verbreitet, doch da in 13F-Filings keine Short-Positionen gemeldet werden, ist weitgehend unbekannt, welche Hedgefonds wirklich long Bitcoin waren und welche nur die Prämie mitgenommen haben.

Dieser „Basis-Trade“ brachte zeitweise 15 bis 20 % Rendite aufs Jahr gerechnet ein. Und als die Prämien zurückgelaufen sind – unter anderem aufgrund des Liquidierungsevents am 10. Oktober –, scheinen viele Hedgefonds die Strategie wieder glattgestellt zu haben. Die dadurch ausgelösten ETF-Verkäufe könnten den Bitcoin-Kurs weiter unter Druck gebracht haben, auch wenn im gleichen Maß Short-Positionen bei den Futures geschlossen werden mussten.

Insgesamt zeigt sich, dass die Bitcoin-ETF-Position von Hedgefonds zum Ende des vierten Quartals noch 5 Milliarden US-Dollar betragen haben. Zum 30. September waren es noch fast 7 Milliarden US-Dollar. Der Vergleich auf US-Dollar-Basis, den CF Benchmarks in dem Report bemüht, verzerrt das Bild jedoch, da der Bitcoin-Kurs im vierten Quartal 2025 um mehr als 23 % gefallen ist. Demnach gab es im vergangenen Quartal unter dem Strich nur eine kleine Reduktion über die großen Hedgefonds hinweg.

Investment-Berater stocken auf

Investment-Berater hingegen haben ihre Bitcoin-Spot-ETF-Positionen über die vergangenen Quartale hinweg kontinuierlich weiter ausgebaut.

Hier nutzt CF Benchmarks in der Grafik auch die gehaltenen ETF-Anteile als Maßstab, was in Hinblick auf Vergleichbarkeit deutlich hilfreicher ist und einen klaren Trend zeigt – auch wenn die Anzahl an ETF-Anteilen über die Anlageprodukte hinweg nicht miteinander vergleichbar ist.

Info

Investment-Berater (Investment Advisors) sind Vermögensverwalter, die Geld im Auftrag ihrer Kunden nach festen Vorgaben investieren. Sie arbeiten oft mit Modellportfolios und haben meist einen langfristigen Anlagehorizont.

CF Benchmarks erklärt, dass Investment-Berater im vierten Quartal 2025 über 93 Millionen IBIT-Anteile gehalten haben, also mehr als Hedgefonds. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als es nur 38 Millionen IBIT-Anteile waren, um 145 %. Die Analysefirma nennt dazu ebenfalls ein paar Beispiele:

Selbst als die Preise fielen, kamen immer wieder neue Marktteilnehmer hinzu: ALLARIA FONDOS erwarb im vierten Quartal 2025 eine Position von 24,7 Millionen [IBIT-]Anteilen, Laurore Ltd. stockte um 8,8 Millionen [IBIT-Anteile] auf und Al Warda Investments baute seine Position stetig auf 8,2 Millionen [IBIT-Anteile] aus.
CF Benchmarks

Laut CF Benchmarks handelt es sich bei dem Kaufinteresse von Investment-Beratern um strukturelle Nachfrage, die daher rührt, dass immer mehr dieser Anleger eine kleine Bitcoin-Beimischung in die Portfolios mitaufnehmen. Außerdem würden die konservativen Anleger dafür sorgen, dass der Bitcoin-ETF-Markt stabilisiert wird.

Wir sind der Ansicht, dass das zeigt, wie Bitcoin in „Modellportfolios“ integriert worden ist. Beratungs- und Vermögensverwaltungsfirmen, die 1 bis 3 % der Kundenportfolios in Bitcoin anlegen, handeln normalerweise nicht wegen kurzfristiger Kursschwankungen hin und her. Zuflüsse neuer Kunden und regelmäßiges Rebalancing sorgen für eine dauerhafte Grundnachfrage, die unabhängig von der Kursrichtung bestehen bleibt. Dadurch ist der Beraterkanal praktisch zum stabilisierenden Gegengewicht des Bitcoin-ETF-Marktes geworden.
CF Benchmarks

Insgesamt entfällt ein immer größerer Anteil der von institutionellen Investoren gehaltenen Bitcoin-Spot-ETFs auf Investment-Berater, wie die folgende Grafik veranschaulicht:

CF Benchmarks zieht das Fazit, dass die institutionelle Eigentümerstruktur von Bitcoin im vergangenen Jahr „eine bedeutende Veränderung erfahren“ hat.

Das spekulative Kapital, das den Aufschwung angetrieben hat [….], hat sich zurückgezogen. An diese Stelle ist eine dauerhaftere Eigentümerbasis getreten: Investment-Berater, die permanente Allokationen aufbauen, Staatsfonds, die strategische Reservepolitiken umsetzen, und Stiftungen, die sich mit dieser Anlageklasse wohlfühlen. Dies ist das Reifungsmuster, das Bitcoin-Bullen seit langem vorhergesagt haben, und es spielt sich sogar dann ab, wenn die Preise korrigieren.
CF Benchmarks

Bitcoin-Spot-ETFs im ersten Bärenmarkt

Der Report von CF Benchmarks gibt Aufschluss über die grundlegenden Trends am Bitcoin-ETF-Markt. „Key Takeaway“ ist: Während Hedgefonds so schnell wieder raus sein können, wie sie hereingekommen sind, treten über die Anlageprodukte auch Entitäten in den Markt ein, die einen langen Zeithorizont mitbringen.

Dies passt zu dem, was BlackRock-CEO Larry Fink im Dezember 2025 auf dem „DealBook Summit 2025“ der New York Times erklärte, als er die Insider-Info teilte, dass Staatsfonds bei der Bitcoin-Korrektur zugegriffen haben.

Wir beobachten, dass immer mehr seriöse Long-only-Investoren in [Bitcoin] investieren. [...] Sie bauen eine längerfristige Position auf. Und man hält es über Jahre hinweg. Das ist kein Trade. Man hält sie zu einem bestimmten Zweck.
Larry Fink

Daten der Analysefirma River zeigen ebenfalls, dass Investment-Berater ihr Bitcoin-Exposure kontinuierlich weiter ausgebaut haben. Doch laut Bloomberg hingegen waren auch sie im vierten Quartal unter dem Strich auf der Verkäuferseite zu finden. Bei der Auswertung einer solch großen Datenmenge kann es zu Unterschieden kommen, die unter anderem durch die jeweilige Klassifizierung entstehen können. Außerdem hat CF Benchmarks lediglich die 40 größten Halter von sechs großen Bitcoin-Spot-ETFs analysiert.

Doch die kürzlich eingereichten 13F-Filings zeigen nur den Stand der Dinge zum 31. Dezember 2025. Welche Asset-Manager verkauft oder vielleicht sogar zugegriffen haben, als der Bitcoin-Kurs in diesem Quartal den Kursrutsch weiter fortsetzte, erfahren wir erst Mitte Mai.

Bislang ist aber festzustellen, dass sich der Verkaufsdruck über die im Januar 2024 zugelassenen US-Bitcoin-Spot-ETFs so ziemlich in Grenzen hält. 

Nachdem die kumulierten Zuflüsse über alle ETFs hinweg im Oktober 2025 einen Höchststand von über 62 Milliarden US-Dollar erreicht hatten, ist diese Zahl bis heute "nur" auf circa 54 Milliarden US-Dollar zurückgelaufen.

Das heißt: Bislang wurde den Anlageprodukten nur eine verhältnismäßig geringe Summe an Kapital wieder abgezogen, obwohl der Kurs um mehr als 50 % nachgegeben hat. Das lässt darauf schließen, dass die treibende Kraft hinter dem Kursrutsch in erster Linie die ganz frühen Bitcoin-Investoren sind.

Ob sich mehr institutionelle ETF-Käufer noch die Bitcoin-Korrektur zunutze machen werden – so wie es Mubadala Investment und Al Warda Investments getan haben – oder doch noch die von vielen antizipierten Panikverkäufe der ETF-Halter bevorstehen, muss letztlich aber die Zukunft zeigen.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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