Hat das Power Law den Boden des Bitcoin-Bärenmarkts vorhergesagt?
Bitcoin ist vom Boden des Power-Law-Trendkanals deutlich nach oben abgeprallt und scheint sich jetzt wieder in einem Aufwärtstrend zu befinden. Hat das beliebte Preismodell erneut den perfekten Einstiegskurs gezeigt und was bedeutet das für den zukünftigen Kursverlauf? Laut dem Power Law wäre nämlich ein Kurs von 450.000 US-Dollar pro BTC in drei Jahren erreichbar.
Von Tristan
Das Power Law und der Bitcoin-Kurs
Dabei zeigt sich also, dass BTC historisch nicht einfach linear oder gar exponentiell gestiegen ist, sondern gemäß einem Potenzgesetz.
- Konstantes Wachstum: steigende Gerade im linearen Preis-Chart
- Exponentielles Wachstum: steigende Gerade im logarithmischen Preis-Chart
- Power-Law-Wachstum: steigende Gerade im Log-Log-Chart
Der Kurs bewegte sich über viele Jahre hinweg – mit teils erheblichen Schwankungen – entlang einer Geraden beziehungsweise innerhalb eines langfristigen linearen Trendkanals in der Log-Log-Darstellung.
Bekannt gemacht wurde dieses Muster des Bitcoin-Kurses in erster Linie durch den Astrophysiker Giovanni Santostasi. In einem wissenschaftlichen Paper dazu erklären er und Stephen Perrenod, dass sich dieser Kursverlauf aus der Adoption und einer verallgemeinerten Form von Metcalfe’s Law herleiten lasse.
Auch die Anzahl an Bitcoin-Adressen mit Guthaben größer als null wächst nach einem Power Law, während der Preis wiederum überproportional mit der Netzwerkgröße skaliert. Zwischen der Anzahl aktiver Adressen und dem Bitcoin-Preis gibt es nämlich auch einen Power-Law-Zusammenhang.
Diese Kennzahl ist allerdings nur ein Näherungswert für die Adoption, da einzelne Nutzer mehrere Adressen kontrollieren und Verwahrer viele Nutzer auf wenigen Adressen bündeln können.
Nicht nur auf Bitcoin anwendbar
Bildet man die beiden Größen nämlich in einem Log-Log-Chart ab, so zeigt sich, dass die verschiedenen Organismen weitgehend entlang einer Geraden anzuordnen sind.
Anders gesagt: Größere Organismen verbrauchen weniger Energie pro Masseeinheit, weil sie energieeffizienter sind.
Dieser Zusammenhang folgt jedoch keinem linearen Trend, sondern einem Power Law.
Das wohl treffendere Beispiel, das noch besser mit dem Bitcoin-Wachstum vergleichbar ist, ist die Anzahl der Internetnutzer über die Zeit. Hier zeigt sich bei einer Log-Log-Darstellung ein Wachstum in Form eines linearen Kanals.
Power-Law-Beziehungen finden sich auch in der Größenverteilung von Städten und bei den Verknüpfungsgraden sozialer Netzwerke.
Bitcoin ist letztlich auch ein Netzwerk, dessen Nutzen mit jedem weiteren Teilnehmer steigt.
Das perfekte Bitcoin-Modell?
Beim Bitcoin-Kurs hat sich das Power-Law-Modell über die Jahre kaum verändert. Mit anderen Worten: Der Trendkanal, der ausgehend von der Kursentwicklung der Anfangsjahre gezogen wurde, ist quasi der gleiche wie heute.
Besonders spannend ist zudem, dass die äußeren Linien bei den gängigsten Darstellungen immer ziemlich genau mit den Höchst- oder Tiefständen eines jeweiligen Zyklus korrespondierten.
So setzte Bitcoin beispielsweise im Bärenmarkt 2015 bei circa 220 US-Dollar rückblickend auf der Supportlinie auf.
Selbiges gilt für den Corona-Crash auf 3.500 US-Dollar im Jahr 2020, als BTC intraday sogar deutlich unter der Unterstützung handelte, oder den Boden im Jahr 2022 bei 15.460 US‑Dollar.
Auch im Sommer dieses Jahres, als BTC im Tief auf 57.717 US-Dollar fiel, lag dieses Niveau nahe der Supportlinie. Bitcoin fiel nur kurz darunter.
Die von Giovanni inspirierte BiTBO-Grafik zeigt aber auch, dass der Bitcoin-Kurs in den vergangenen zwei Zyklen – anders als in denen davor – nicht mehr die obere Linie des Trendkanals erreichte.
Vom Power Law abgeleitete Bitcoin-Prognosen
Sofern man davon ausgeht, dass sich der Bitcoin auch in den kommenden Jahren in diesem breiten Korridor bewegen wird, lassen sich bestimmte Kursziele ableiten.
In ziemlich genau drei Jahren hätte Bitcoin laut der Power-Law-Darstellung von BiTBO einen „fairen Preis“ nach dem linearen Regressionsfit von circa 450.000 US-Dollar.
Und wenn man glaubt, dass der Bitcoin-Kurs weiterhin dem 4-Jahres-Zyklus folgen wird, so würde der Kurs in einem potenziellen Bärenmarkt im Jahr 2030 auf ungefähr 200.000 US-Dollar fallen.
Diese Prognosen basieren auf dem BiTBO-Modell mit einem Exponenten von 5,845, während das wissenschaftliche Paper von Giovanni Santostasi einen Exponenten von 5,69 und damit einen leicht abweichenden Preispfad ermittelt.
Aussagekraft des Modells
Der US-Dollar als Problem
Was bleibt vom Power Law?
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