„Gute Nachrichten“ zur US-Bitcoin-Reserve voraus
In der vergangenen Woche verkündete Patrick Witt, der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, bereits, dass es zeitnah eine große Mitteilung zur strategischen Bitcoin-Reserve geben werde. Gegenüber Coindesk führte Witt nun weiter aus, woran im Hintergrund gearbeitet wurde, und dass es sich um „gute Neuigkeiten“ handele. Auch gab er Einblicke, wie die USA bislang ihre Bitcoin und Kryptowährungen verwahrt haben.
Im März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump die Executive Order zur strategischen Bitcoin-Reserve. Mit dieser wurden die zuständigen Behörden zwar auch dazu angewiesen, Berichte über die von ihnen gehaltenen Krypto-Assets vorzulegen sowie zu prüfen, welche Befugnisse sie zur Übertragung an das Finanzministerium haben. Doch bis heute gibt es weder Informationen zu den BTC im Besitz der USA noch eine wirkliche Reserve, in der die Coins sicher zentralisiert gehalten werden.
Daran dürfte sich in absehbarer Zeit nun etwas ändern. Denn wie Patrick Witt, der Exekutivdirektor des US-Crypto-Council, in der vergangenen Woche auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas betonte, werde es diesbezüglich „in den nächsten Wochen“ eine Ankündigung geben. Bei dieser Aussage wurde durch den Kontext deutlich, dass es sich wohl insbesondere um Informationen zur Verwahrung handeln dürfte.
Neue Äußerungen von Patrick Witt
In dieser Woche gab es schließlich ein weiteres Event, auf dem die Krypto-Ansprechperson der Trump-Administration zugegen war. Im Rahmen der Krypto-Konferenz „Consensus“ in Miami wurde Witt am Montag von Coindesk interviewt und ging dabei mehr ins Detail.
Als er auf seine angekündigte Mitteilung angesprochen wurde, sagte er zwar zunächst, dass es noch nicht so weit sei, die „guten Neuigkeiten“ mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch im Hintergrund würden, so Witt, große Anstrengungen unternommen, um dem Dekret des Präsidenten nachzukommen.
Wir müssen uns mit den beteiligten Behörden abstimmen und wollen ihnen bei keiner Ankündigung vorgreifen. Aber es gibt gute Neuigkeiten auf diesem Gebiet. […] Es gab einen großen Durchbruch, viel Arbeit ist hineingeflossen – vieles davon unter der Oberfläche. Und wir sind jetzt an einem Punkt, an dem es eine gute Ankündigung geben wird: dass wir vorankommen, diese Vermögenswerte ordnungsgemäß verwahren und zentralisieren können.
Patrick Witt
Der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, @PatrickJWitt, betonte in dieser Woche noch einmal, dass es bald „gute Neuigkeiten“ zur strategischen Bitcoin-Reserve geben wird. 🇺🇸👀
— Blocktrainer (@blocktrainer) May 7, 2026
Dabei erklärte er, dass im Hintergrund große Anstrengungen… pic.twitter.com/qErDVmB2Tj
Aus dem Kontext geht nun ohne Zweifel hervor, dass die große Mitteilung die Verwahrung sowie Sicherung der BTC betreffen wird.
Patrick Witt sprach in dem Interview sogar den Krypto-Diebstahl aus den Wallets des U.S. Marshals Service an, um den Punkt zu machen, wie wichtig es ist, die digitalen Assets sicher zu halten.
Überdies erklärte er noch einmal, dass es für alles Weitere die Genehmigung des Kongresses brauchen würde.
Die Executive Order, die letztes Jahr unterzeichnet wurde, hat einen Prozess in Gang gesetzt, bei dem die Behörden herausfinden müssen: Wie machen wir das eigentlich? Wie setzen wir das um? Welche Befugnisse haben wir? Haben wir die richtigen Befugnisse? Wir haben durchgehend gesagt – und ich sage es nochmals –, dass es letztendlich vom Kongress gesetzlich verankert werden muss.
Patrick Witt
Zur gesetzlichen Verankerung gibt es bereits mehrere Gesetzentwürfe, die bislang jedoch keine Erfolge verzeichnen konnten. Manche davon würden sogar die Grundlage dafür schaffen, dass die USA weitere Bitcoin akkumulieren, wie die Executive Order von Trump explizit erlaubt – sofern budgetneutral. Dies sei, so Witt in einem Interview im Februar, ohne Genehmigung des Kongresses ohnehin nicht möglich.
Noch keine Auskunft zum finalen Bestand?
Am gestrigen Mittwoch wurde Patrick Witt schließlich ein weiteres Mal von Coindesk interviewt. Dabei teilte er unter anderem mit, dass bislang zum Teil stümperhaft mit den staatlichen Krypto-Wallets umgegangen worden sei.
Wir haben Berichte gehört und einige davon bestätigt, wonach Cold Wallets in Schreibtischschubladen in verschiedenen Behörden aufbewahrt wurden.
Patrick Witt
Auf die Frage, wie viele Bitcoin oder Kryptowährungen die USA denn jetzt halten, wollte er aber vorerst keine Antwort geben.
An erster Stelle steht, dass wir unser eigenes Haus in Ordnung bringen wollen. Wir wollen diese Vermögenswerte ordnungsgemäß sichern und verwahren, bevor wir irgendwelche Details dazu erörtern.
Patrick Witt
Laut Coindesk deutete er dabei an, dass die Ankündigung aber nicht nur die Struktur, sondern auch den Umfang der Reserve betreffen werde.
Weiter stellte er klar, dass nicht alle neu konfiszierten digitalen Assets direkt in die Reserve aufgenommen werden können, da sich bei laufenden Gerichtsverfahren oft noch entscheiden muss, ob beispielsweise noch Opfer entschädigt werden müssen.
Dies dürfte aufmerksamen Beobachtern schon länger klar sein. Denn beispielsweise gehören zu den rund 328.000 BTC, die den USA zugeordnet werden, auch einige Zehntausend BTC, die dem Hack der Krypto-Börse Bitfinex entstammen.
Das heißt: Sollte im Rahmen der großen Ankündigung eine Zahl offengelegt werden, so wird diese voraussichtlich deutlich geringer als der von vielen angenommene BTC-Bestand ausfallen.
Die Bitcoin-Community dürfte gespannt sein, um welche „guten Nachrichten“ es sich letztlich handeln wird.