Abgeordnete wollen Potenziale des Bitcoin-Minings prüfen lassen
Mehr Nachhaltigkeit durch BTC-Mining?
Das Amendement Nr. 547 wurde von Abgeordneten, die überwiegend der Oppositionspartei Rassemblement National (ehemals Front National) angehören, zusammen mit ADAN, einem führenden Verband der französischen Krypto-Branche, ausgearbeitet.
Der politische Antrag fordert, dass die Regierung innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Umgestaltung des Energiesektors einen parlamentarischen Bericht vorlegt. Dieser soll untersuchen, ob und wie Bitcoin-Mining „als Werkzeug im Dienste des französischen Stromsystems“ eingesetzt werden könnte. Ziel ist es, die Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit des Energiesystems zu verbessern.
Konkret geht es um:
- die Monetarisierung erneuerbarer und atomarer Überschussenergie durch Bitcoin-Mining und damit die Vermeidung respektive Begrenzung negativer Preise auf den Großhandelsmärkten,
- die Stabilisierung der Stromnetze und die Entlastung von Atomkraftwerken, deren Lebensdauer durch eine Reduzierung der Modulationszyklen und somit des Verschleißes verlängert werden könnte,
- die Nutzung der Abwärme für städtische oder industrielle Zwecke, die Umnutzung von Industriestandorten und die Integration des Minings in die energetische Planung, und schließlich
- verbesserte Perspektiven für eine nachhaltige französische Mining-Branche, die vorwiegend auf erneuerbare Energiequellen und Kernkraft setzt.
Hohe Flexibilität
In dem Antrag wird vor allem die hohe Flexibilität der Mining-Anlagen hervorgehoben, die eine gezielte Verwertung von Überschussenergie, die Netzstabilisierung und die Optimierung des Betriebs von Atomkraftwerken ermöglichen soll:
[Bitcoin-Mining] ist hochflexibel, kann auf Anfrage aktiviert werden, ist in der Nähe der Produktionsstätten lokalisierbar und hat keine Auswirkungen auf die Kontinuität der Versorgung.
Auszug aus dem Antrag
Chancen für Frankreich
Das Konzept vom Bitcoin-Mining als flexibler Energienutzer respektive steuerbare Last und Stabilisator der Stromnetze wurde bereits in einer Studie sowie anhand praktischer Bespiele, wie in Japan oder den USA, validiert. In Deutschland experimentiert Telekom MMS mit der Integration von Bitcoin-Mining-Anlagen in das Stromnetz als ideale Ergänzung zu erneuerbaren Energiequellen.
Auch die erfolgreiche Optimierung von Kernkraftwerken durch Bitcoin-Mining wurde durch Studien bereits nachgewiesen und von Unternehmen wie Talen Energy und Terawulf praktisch umgesetzt. Für industrielle Lösungen in Europa engagiert sich insbesondere die deutsche Firma terahash.energy GmbH.
Zudem belegen zahlreiche weitere nachhaltige Projekte das Potenzial des Bitcoin-Minings für die Reduzierung von Emissionen durch Wärmerückgewinnung in verschiedensten Bereichen – etwa zum Heizen, zum Recycling, in Waschanlagen oder bei der Produktion von Lebensmitteln und Trinkwasser.
Diese erfolgreichen Anwendungsbeispiele zeigen, dass Bitcoin-Mining auch für Frankreich vielfältige Möglichkeiten bieten kann, das nationale Stromnetz effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Bereits am 11. März 2025 hat Marine Le Pen, Vorsitzende des Rassemblement National, die Nutzung überschüssiger Energie aus französischen Atomkraftwerken für das Bitcoin-Mining vorgeschlagen.
Auch Vertreter der anderen politischen Spektren, wie der ehemalige Präsident François Hollande oder die aktuelle Digitalministerin Clara Chappaz, zeigten sich offen für die Bitcoin-Branche beziehungsweise die Nutzung von überschüssiger Kernenergie für das Bitcoin-Mining.
Sollte der Änderungsantrag Nr. 547 von der Nationalversammlung im Gesetzgebungsverfahren angenommen werden, könnte der geforderte Evaluierungsbericht wertvolle positive Erkenntnisse für das Parlament und die Öffentlichkeit liefern und eine Grundlage für künftige politische Entscheidungen schaffen.