Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen neuen Bericht zu El Salvador veröffentlicht. In diesem heißt es, dass die Vergrößerung des strategischen Bitcoin-Reserve-Fonds lediglich auf Konsolidierung der Bestände anderer staatlicher Wallets zurückzuführen sei. Dies widerspricht den Aussagen von El Salvadors Präsident Nayib Bukele und seinen Anhängern.

Die „Bitcoin-Käufe“ El Salvadors

El Salvador ist Ende 2024 einen Deal mit dem IWF eingegangen. Dieser sieht vor, dass das mittelamerikanische Land Bitcoin als Zahlungsmittel wieder abschafft und die staatliche Akkumulation des Assets einstellt – im Gegenzug für einen milliardenschweren Kredit.

Trotz dieser Abmachung fließen der offiziellen Bitcoin-Reserve-Wallet El Salvadors kontinuierlich weiter Bitcoin zu.

Im Regelfall sind es ein neuer Bitcoin pro Tag. Präsident Nayib Bukele startete diesen Sparplan im November 2022.

Während Bukele und das „Bitcoin Office“ des Landes behaupten, es würde sich dabei um Käufe handeln, ist sich der IWF sicher, dass die Bitcoin-Akkumulation „über den gesamten fiskalischen Sektor“ bereits gestoppt wurde.

Ich kann bestätigen, dass sie ihre Verpflichtung zur Nichtakkumulation von Bitcoin im gesamten fiskalischen Sektor weiterhin einhalten, was unser Leistungskriterium ist.
Rodrigo Valdés, IWF

Neuer IWF-Report klärt auf

Ein neuer Report des IWF liefert jetzt eine Erklärung für diesen Widerspruch. El Salvador verschiebt, so die Sonderorganisation der Vereinten Nationen, lediglich anderweitige Bitcoin-Bestände in die staatliche Reserve.

Der Anstieg der Bitcoin-Bestände im strategischen Bitcoin-Reserve-Fonds spiegelt die Konsolidierung von Bitcoin in verschiedenen staatlichen Wallets wider.
IWF-Bericht (S. 7)

Damit scheint sich das zu bestätigen, was viele Leute in der Bitcoin-Community seit geraumer Zeit befürchten – und zwar, dass El Salvador tatsächlich keine Bitcoin mehr kauft, sondern nur Restbestände in die Reserve transferiert.

Sollte dies der Wahrheit entsprechen, so würde es ein besonders schlechtes Licht auf Präsident Bukele werfen. Der 43-Jährige betonte vor wenigen Monaten selbstsicher auf der Plattform 𝕏, dass die Bitcoin-Akkumulation nicht stoppen werde.

Dem kleinen Land dürften früher oder später aber die Restbestände ausgehen, um dieses Spiel weiterzutreiben – sofern der Bitcoin-kritische IWF die Wahrheit erzählt. Spätestens dann würde es die offizielle Bestätigung geben, dass Bukele und seine Verbündeten die Bitcoin-Community in dieser Sache belogen haben. Bis es so weit ist, steht weiterhin Aussage gegen Aussage.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Artikel des Autors

Kommentare aus unserem Forum