Donald Trump will Krypto-Börse kaufen!
Donald Trumps Medienunternehmen, die Trump Media & Technology Group (TMTG), soll sich in fortgeschrittenen Verhandlungen zur Übernahme der Krypto-Handelsplattform Bakkt befinden. Dies berichtete die Financial Times unter Berufung auf informierte Kreise. Die geplante Transaktion soll vollständig in Form eines Aktientauschs erfolgen.
TMTG und Bakkt
Bakkt, wurde im Jahr 2018 von der Intercontinental Exchange (ICE), dem Eigentümer der New York Stock Exchange (NYSE), gegründet und ging im Oktober 2021 an die Börse. Das Unternehmen bietet eine Plattform für den Handel und die Verwaltung von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten an. Trotz eines Umsatzes von 53,1 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr kämpft Bakkt derzeit mit Profitabilitätsproblemen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag zuletzt bei etwa 150 Millionen US-Dollar.
TMTG, unter anderem auch Betreiber der Social-Media-Plattform Truth Social, verzeichnete in diesem Jahr zwar nur Einnahmen in Höhe von knapp drei Millionen US-Dollar, weist jedoch eine Marktbewertung von 6 Milliarden US-Dollar auf. Die Nachricht über die möglichen Übernahmepläne führte zu erheblichen Kursbewegungen: Die Aktien von Bakkt stiegen um über 160 Prozent, während die TMTG-Aktien immerhin um rund 17 Prozent zulegten.
Trump baut Krypto-Engagement aus
Mit der geplanten Übernahme von Bakkt verfolgen Donald Trump und sein Team wohl eine klare Strategie zur Ausweitung der Aktivitäten im Bereich rund um Bitcoin & Co. Die Ambitionen kommen jedoch nicht ohne Kritik. Bereits der Presale seines Krypto-Projekts World Liberty Financial scheiterte und sorgte für negative Schlagzeilen. Kritiker bemängelten fehlende Transparenz, unrealistische Versprechungen und eine mangelhafte Umsetzung.
Auch die geplante Übernahme von Bakkt wird skeptisch betrachtet. Beobachter warnen, dass Trumps wirtschaftliche Interessen mit seiner politischen Position als künftiger Präsident der Vereinigten Staaten kollidieren könnten. Bakkt selbst kämpft mit finanziellen Problemen und einer geringen Nutzerbasis, was die Frage aufwirft, ob der Deal mehr auf spekulativen Wertsteigerungen als auf einer soliden Geschäftsstrategie beruht. Zudem sehen einige Marktteilnehmer in Trumps Engagement eine potenzielle Verzerrung der Marktregeln, da seine politische Agenda womöglich zugunsten des eigenen finanziellen Vorteils beeinflusst werden könnte. Trotz dieser Kritik zeigen die Marktreaktionen aber deutlich, dass Anleger Trumps Einfluss im Krypto-Sektor nicht unterschätzen.
In diese Kerbe schneidet zusätzlich auch das Bekanntwerden eines Treffens zwischen Trump und Brian Armstrong, dem CEO der US-Kryptobörse Coinbase. Laut Berichten diente das Treffen dazu, über mögliche regulatorische Strategien sowie Personalentscheidungen für Trumps bevorstehende Präsidentschaft zu sprechen. Armstrong hatte sich bereits öffentlich für die Ernennung Krypto-freundlicher Führungspersönlichkeiten, wie etwa Hester Peirce als neue Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, ausgesprochen. Auch dieses Treffen untermauert somit Trumps strategische Neuausrichtung im Krypto-Segment.
Wer steckt hinter dem Deal?
Die Übernahmeverhandlungen zwischen der TMTG und Bakkt werfen die Frage auf, wer diesen potenziell wegweisenden Deal eingefädelt hat. Eine Schlüsselrolle könnte hierbei Kelly Loeffler, Ex-CEO von Bakkt, gespielt haben. Loeffler ist eine ehemalige US-Senatorin für Georgia und die Ehefrau von Jeffrey Sprecher, dem Gründer und CEO der Intercontinental Exchange (ICE). Sie ist darüber hinaus eng mit Donald Trump und dessen Umfeld verbunden. Während Trumps erster Präsidentschaft unterstützte sie aktiv seine politischen Ziele und aktuell fungiert sie als Mitorganisatorin seiner bevorstehenden Amtseinführung.
Diese engen Verbindungen könnten darauf hindeuten, dass das Netzwerk rund um Loeffler und die ICE eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen einnimmt. Loefflers Beziehung zu Trump sowie die strategischen Interessen von Sprecher, dessen ICE noch immer einen 55-prozentigen Anteil an Bakkt hält, könnten maßgeblich dazu beigetragen haben, die Übernahme auf den Weg zu bringen. Die Nähe zwischen den beteiligten Parteien nährt jedoch auch Bedenken hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte.
TMTG hat bisher noch keine Stellung zu den Berichten genommen. Sowohl Bakkt als auch die Intercontinental Exchange lehnten eine Kommentierung gegenüber der Financial Times ab. Die kommenden Tage und Wochen sollten jedoch Klarheit darüber bringen, ob und wann es zu einer Übernahme kommen wird – und welche Implikationen dies für den Krypto-Sektor hat.