Gestern Abend fand im Weißen Haus ein Krypto-Gipfel statt. Bei der anschließenden Fragerunde wurde US-Präsident Donald Trump auf eine mögliche Akkumulation größerer Bitcoin-Mengen angesprochen, woraufhin er entgegnete, dass darüber gesprochen worden sei und dies von den Empfehlungen der Arbeitsgruppe abhänge. Wie wahrscheinlich sind BTC-Käufe der USA wirklich?

Krypto-Gipfel im Weißen Haus zur Regulierung des Sektors

US-Präsident Donald Trump traf sich gestern Abend mit Vertretern der Krypto-Industrie im Roosevelt Room des Weißen Hauses. Mit von der Partie waren unter anderem SEC-Chef Paul Atkins sowie CFTC-Chef Michael Selig.

Bei dem Zusammenkommen ging es in erster Linie um die Regulierung des Sektors. Das Krypto-Marktstrukturgesetz wurde vor der Augustpause des Senats nämlich nicht mehr zur Abstimmung gebracht, womit die Verabschiedung in diesem Jahr deutlich unwahrscheinlicher geworden ist.

Trump sprach sich gestern gleichwohl für den CLARITY Act aus, für den im September nun die wichtige Verfahrensabstimmung angesetzt wurde.

Es handelt sich um eine äußerst wirkungsvolle, gut durchdachte Gesetzgebung, die uns einen Vorsprung gegenüber China und allen anderen sichern und den Weg für die nächste Welle von Innovationen und Innovatoren ebnen wird.
Donald Trump in seiner Rede

Ohne Inkrafttreten des Krypto-Gesetzes könnten auch die Aufsichtsbehörden SEC und CFTC für regulatorische Klarheit sorgen. Das Problem dabei wäre jedoch, dass die Regeln unter einem potenziellen nächsten demokratischen Präsidenten wieder zurückabgewickelt werden könnten. Anders sähe es bei einer gesetzlichen Verankerung aus.

Trumps Aussagen zur strategischen Bitcoin-Reserve

Besonders viel Aufsehen erregten gestern aber Trumps Aussagen rund um die im März 2025 per Dekret geschaffene Bitcoin-Reserve der USA.

Zunächst erklärte der US-Präsident in seiner Rede, dass er damit BTC zu einem permanenten Asset des US-Finanzministeriums gemacht habe.

Ich habe die strategische Bitcoin-Reserve der USA eingerichtet und Bitcoin damit zu einem permanenten Vermögenswert des US-Finanzministeriums gemacht, was sich unglaublich gut bewährt hat.
Donald Trump in seiner Rede

Später wurde er von der Presse gefragt, ob die Administration in Betracht ziehe, erhebliche Mengen an Bitcoin oder Kryptowährungen zu akkumulieren.

Donald Trump erwiderte, dass man darüber gesprochen habe und er sich in dieser Frage auf Paul Atkins und die beteiligte Arbeitsgruppe verlassen werde.

Darüber wurde bereits gesprochen. Ich glaube, ich würde mich in dieser Sache auf Paul und die ganze Gruppe verlassen. Sie werden eine Entscheidung treffen. […] Wenn sie mir Empfehlungen geben, würde ich mir diese auf jeden Fall anhören. Das scheint ein ziemlich großes Thema zu sein.
Donald Trump bei der Fragerunde

Bitcoin-Käufe der USA jetzt wahrscheinlich?

Auf der Plattform 𝕏 macht daraufhin die Meldung, Donald Trump hätte gesagt, dass die USA den Kauf größerer Bitcoin-Mengen in Betracht ziehen würden, die Runde. Möglicherweise hat das auch zu dem wieder stark steigenden BTC-Kurs beigetragen.

Der Präsident hat soeben im Live-Fernsehen gesagt, dass die Vereinigten Staaten den Kauf beträchtlicher Mengen an Bitcoin in Erwägung ziehen.
Will Clemente, Bitcoin-Analyst

Auch wenn sich die Administration mit dem Thema offenbar auseinandergesetzt hat und in dem Dekret die budgetneutrale Akkumulation explizit erwähnt wird, gab es vorher schon mehrere Aussagen, die ein anderes Bild zeichneten.

So erklärte Finanzminister Scott Bessent im August 2025 gegenüber FOX Business, dass die USA keine Bitcoin kaufen würden. Danach ruderte er jedoch zurück, indem er betonte, dass das Finanzministerium weiterhin entschlossen sei, budgetneutrale Wege zur Akkumulierung zu finden.

Letztlich wird es für richtige Käufe aber wohl die Genehmigung des Kongresses brauchen, wie der gestern ebenfalls anwesende Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, Patrick Witt, im Februar mitteilte.

Und dann, in Zukunft, sollte der Kongress letztendlich beschließen, diesen Weg einzuschlagen, könnten wir dies möglicherweise durch direkte Käufe ergänzen – doch dafür wäre ein Beschluss über die Mittelzuweisung erforderlich.
Patrick Witt bei einem Interview im Februar 2026

Es gibt schon mehrere Gesetzentwürfe zur Verankerung der Reserve, die auch den Raum für Käufe schaffen könnten. Doch keiner dieser Entwürfe konnte bis dato Erfolge verzeichnen.

Bislang wurde die strategische Bitcoin-Reserve offenbar noch nicht einmal richtig errichtet. Die zentralisierte Verwahrung der Coins gestaltete sich nämlich anscheinend als größere Herausforderung, wie Bessent bei einer Anhörung erklärte.

Auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas Ende April kündigte Patrick Witt eine große Mitteilung zur strategischen Reserve an. Obwohl er damals sagte, dass diese in den nächsten Wochen kommen werde, ist es bislang ruhig geblieben.

Die Öffentlichkeit weiß knapp 1,5 Jahre nach dem Dekret noch nicht einmal, wie viele Bitcoin die USA wirklich besitzen. Die durch Arkham Intelligence identifizierten Wallets der Regierung zeigen zwar über 324.000 BTC im Wert von 23 Milliarden US-Dollar, doch es ist unklar, wie viele davon noch Dritten zustehen.

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Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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