Sequans, ein französisches Halbleiterunternehmen, das im Sommer vergangenen Jahres als „Bitcoin Treasury Company“ durchstarten wollte, gab heute bekannt, weitere BTC verkauft zu haben und die Strategie nicht weiter zu verfolgen. Künftig sollen auch noch die verbleibenden 658 Coins verkauft werden.

„Aufstieg“ und Fall von Sequans

Nachdem Sequans im Juli 2025, als Aktiengesellschaften mit BTC auf der Bilanz boomten, die Bitcoin-Strategie startete, wurden binnen weniger Wochen über 3.000 BTC akkumuliert – im Schnitt zu knapp 118.000 US-Dollar je Coin.

Im August 2025 kommunizierte das französische Halbleiterunternehmen dann sogar noch, dass das Ziel sei, bis zum Jahr 2030 sage und schreibe 100.000 Bitcoin zu kaufen.

Sequans strebt bis 2030 100.000 BTC an.

Wir erweitern unsere Bitcoin-Treasury-Strategie mit einem mutigen Plan, 100.000 BTC zu erwerben.

Wir halten bereits 3.171 BTC – und das ist erst der Anfang.
Sequans auf 𝕏

Für die Strategie arbeitete Sequans mit dem Bitcoin-Dienstleister Swan und dessen CEO Kory Klippsten zusammen. Klippsten erklärte in einer Pressemitteilung aus Juli 2025 noch, dass das Unternehmen eine „solide Bilanz“ habe und eine „führende Rolle“ unter den Bitcoin-Haltern einnehmen könnte.

Mit einer soliden Bilanz und einer klaren Zukunftsvision ist Sequans bestens gerüstet, um unter den Bitcoin Treasury Companies eine führende Rolle einzunehmen. Unsere Mission ist es, Sequans dabei zu unterstützen, diese Strategie zügig, integer und auf höchstem Niveau umzusetzen.
Swan-CEO Kory Klippsten in der Pressemitteilung

Doch schon Ende Oktober, nachdem die Sequans-Aktie vom Hoch des Jahres aus gemessen um circa 90 % gefallen war, bahnte sich die Kapitulation an. Sequans transferierte 970 Bitcoin an die Krypto-Börse Coinbase.

Wenige Tage später gab es schließlich die Bestätigung, dass diese BTC mit einem damaligen Wert von über 100 Millionen US-Dollar verkauft wurden, um für die Bitcoin-Strategie ausgegebene Wandelanleihen zu tilgen.

Daraufhin war zu beobachten, dass den von Arkham Intelligence identifizierten Bitcoin-Adressen des Unternehmens immer weiter BTC abgeflossen waren.

Das offizielle Dashboard wurde zeitgleich nicht mehr regelmäßig aktualisiert, doch Sequans machte klar, dass durch Bitcoin-Verkäufe Schulden getilgt und Aktien zurückgekauft werden.

Nachdem Sequans im Zuge der Zahlen für das erste Quartal 2026 meldete, zum 30. April 2026 nur noch 1.114 BTC gehalten zu haben, wurde heute verkündet, dass es inzwischen sogar nur noch 658 BTC sind.

Mit dem Verkauf von weiteren 456 BTC im Mai wurden die übrigen Wandelanleihen, die im Juli 2025 ausgegeben wurden, getilgt.

Der heute veröffentlichten Pressemitteilung ist außerdem zu entnehmen, dass die Bitcoin-Treasury-Strategie nun nicht mehr verfolgt werde und die restlichen Coins in Zukunft noch veräußert werden sollen.

Abschluss der Treasury-Strategie: Die Strategie zum Halten digitaler Vermögenswerte wird nicht weiterverfolgt, und die verbleibenden Bestände werden nach und nach veräußert.
Sequans in der Pressemitteilung

Das Dashboard, das unter anderem den Bitcoin-Bestand sowie die ausstehenden Schulden angezeigt hatte, wurde im Zuge dessen komplett offline genommen.

Kapitulation bei „Bitcoin Treasury Companies“

Sequans ist nicht die einzige „Bitcoin Treasury Company“, die bereits kapituliert hat. Im April gab beispielsweise auch die Genius Group mit Sitz in Singapur bekannt, alle BTC verkauft zu haben. Die Genius Group setzte sich zum Ziel, 10.000 BTC zu kaufen, und ließ sich dafür auch von der bekannten Bitcoin-Podcasterin Natalie Brunell bewerben.

Auch Nakamoto, die vom ehemaligen Trump-Berater David Bailey geführte Aktiengesellschaft, war schon auf der Verkäuferseite aktiv. Im März verkaufte Nakamoto 284 Bitcoin, um unter anderem die Zinsen eines Kredits bezahlen zu können. Die NAKA-Aktie ist seit dem Hoch im Mai vergangenen Jahres um 99,6 % gefallen und hat das Bitcoin-Dashboard inzwischen ebenfalls eingestellt.

Satsuma Technology aus Großbritannien, eine Aktiengesellschaft, die zur Schuldentilgung ebenfalls schon verkaufen musste, wurde kürzlich sogar von den Aktionären dazu gedrängt, das gesamte Unternehmen zu liquidieren. Seither gab es jedoch vereinzelt wieder BTC-Kaufmitteilungen.

Im aktuellen Bitcoin-Bärenmarkt zeigt sich, dass viele der Unternehmen, die den Hype mitnehmen wollten, offenbar nie eine wirkliche Strategie hatten, um nachhaltig Mehrwert für die Aktionäre zu erwirtschaften. Die Marktkapitalisierung vieler „Bitcoin Treasury Companies“ liegt momentan unter dem Nettowert der Bitcoin-Bilanz und setzt so das Geschäftsmodell unter Druck. Zu Höchstkursen zu kaufen, um nach der nächsten größeren Korrektur die gesamte Position wieder glattzustellen, wirft kein gutes Licht auf die betroffenen Unternehmen.

Doch auch wenn die Aktienkurse aller „Bitcoin Treasury Companies“ seit den Höchstkursen deutlich gefallen sind, gibt es noch Kandidaten, die der Strategie treu bleiben:

Der Platzhirsch Strategy und Strive haben etwa Vorzugsaktien lanciert, die ihnen auch in schlechteren Marktphasen erlauben, Bitcoin zu kaufen und damit „BTC Yield“ zu erwirtschaften. Die beiden Unternehmen haben demzufolge noch ein mNAV (Marktkapitalisierung zuzüglich Schulden und Vorzugsaktien geteilt durch den Wert der BTC-Bilanz) von über 1 x.

Metaplanet aus Japan, der Highflyer des vergangenen Bullenmarkts, kauft ebenfalls weiter nach. Das ehemalige Hotelunternehmen tut sich aber schwer, Vorzugsaktien an der JPX zu listen. Die Metaplanet-Aktie ist in dieser Woche auf das niedrigste Niveau seit Ende 2024 gefallen.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Artikel des Autors

Kommentare aus unserem Forum