Bereits Ende 2025 hatten die Deutsche Börse und Kraken eine strategische Partnerschaft angekündigt, mit dem Ziel, traditionelle Finanzmärkte und den Handel mit Bitcoin und anderen Krypto-Werten näher zusammenzubringen. Nun folgt der nächste, deutlich weitergehende Schritt. Der deutsche Börsenbetreiber beteiligt sich mit 200 Millionen US-Dollar an Kraken und macht damit klar, dass es nicht nur bei Kooperationen bleiben soll und man eine Zukunft in dem Markt sieht.

Vom Partner zum Anteilseigner

Was zunächst als klassische strategische Zusammenarbeit begann, entwickelt sich nun zu einer deutlich engeren Verflechtung. Mit der Beteiligung an Kraken verlässt die Deutsche Börse die Rolle des neutralen Infrastruktur-Anbieters und positioniert sich erstmals als direkter Investor in einem der größten globalen Handelsplätze für Bitcoin und Co.

Diese Entwicklung ist insofern bemerkenswert, weil die Deutsche Börse traditionell eigentlich für eine eher konservative Herangehensweise steht. Während US-Unternehmen bereits seit Jahren aggressiv in den Markt investieren, agierte der Frankfurter Konzern (wie viele andere deutsche Finanz-Player) lange zurückhaltend und fokussierte sich auf eigene Infrastrukturprojekte. Die Beteiligung an Kraken markiert jetzt wohl einen klaren Strategiewechsel.

Strategische Logik hinter dem Einstieg

Ergänzend lohnt sich aber auch ein Blick auf die konkreten Konditionen der Transaktion. Die Deutsche Börse sichert sich mit dem Investment etwa 1,5 % an der Kraken-Muttergesellschaft Payward. Die Bewertung des Unternehmens wird in diesem Zuge auf einen zweistelligen Milliardenbetrag taxiert. Auffällig ist dabei aber weniger die Höhe der Beteiligung als vielmehr ihre strategische Funktion. Es handelt sich trotz der hohen Summe nämlich klar um einen Minderheitsanteil ohne Kontrollanspruch, der primär den Zugang, die Zusammenarbeit und die langfristige Verflechtung zwischen beiden Parteien absichern soll.

Die Investition ist somit weniger als kurzfristige Wette zu verstehen, sondern vielmehr als langfristige Positionierung im Wettbewerb um die Finanzmarktinfrastruktur der Zukunft. Für die Deutsche Börse eröffnet sich damit die Möglichkeit, direkten Einfluss auf einen zentralen Akteur im Krypto-Markt zu nehmen und gleichzeitig ihre eigene Rolle innerhalb dieses Ökosystems auf- und auszubauen.

Gleichzeitig stärkt Kraken durch den Einstieg eines etablierten europäischen Börsenbetreibers seine Position im institutionellen Umfeld. Gerade in Europa, wo regulatorische Anforderungen eine deutlich größere Rolle spielen als in vielen anderen Regionen, kann eine solche Partnerschaft durchaus als Vertrauenssignal wirken.

Allerdings werden sich beide Seiten in der Kooperation wohl klar auf institutionelle Marktteilnehmer konzentrieren. Es geht nicht um den klassischen Retail-Zugang, sondern um Banken, Broker und große Kapitalmarktakteure, die insbesondere Bitcoin zunehmend als eigenständige Anlageklasse betrachten.

Die Partnerschaft umfasst Handel, Verwahrung, Abwicklung, Sicherheitenmanagement und tokenisierte Vermögenswerte. Ziel ist es, verbesserte Produkte und Dienstleistungen zu erschließen, die einen effizienten Zugang zu beiden Ökosystemen ermöglichen und institutionellen Kunden integrierte, ganzheitliche Lösungen bieten.
Deutsche Bank in der Pressemitteilung

Damit unterstreicht die Deutsche Börse letztlich auch ihre Einschätzung, dass der Markt für Bitcoin und digitale Vermögenswerte langfristig eine zentrale Rolle im globalen Finanzsystem spielen wird. Die Beteiligung wirkt somit weniger wie ein opportunistischer Einstieg, sondern vielmehr wie ein strategisches Bekenntnis zu einem Markt, dessen Bedeutung in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen dürfte.

Etablierte Börse
Testergebnis Kraken
Testergebnis
85%
Gut
11/2025

Kraken

  • Eine der ältesten Börsen am Markt (seit 2011)
  • Sehr niedrige Gebühren
  • Hohe Liquidität
  • Viele Funktionen (Pro-Modus)
  • Potenziell eher für Forgeschritte Nutzer geeignet
  • Kundenservice antwortet teilweise zögerlich 
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René

Über den Autor: René

René ist Blocktrainer-Mitarbeiter der ersten Stunde. Als „Chief Operation Officer“ ist er mittlerweile hauptsächlich mit strategischen und organisatorischen Aufgaben betraut, findet jedoch Freude daran, zeitweise redaktionell tätig zu sein. In den vielen Jahren, in denen er im Bitcoin-Kosmos unterwegs ist, hat er sich ein breit gefächertes Know-how in sämtlichen Bereichen rund um die bedeutendste Kryptowährung angeeignet.

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