David Baileys Nakamoto hat 284 Bitcoin verkauft
Nakamotos Bitcoin-Strategie
Nakamoto ist eine der vielen neuen „Bitcoin Treasury Companies“, die erst im vergangenen Jahr gegründet wurden. CEO ist David Bailey, ein ehemaliger Berater Donald Trumps, und Organisator der größten Bitcoin-Konferenz.
Im August 2025 kam Nakamoto via „Reverse Merger“ mit der Aktiengesellschaft KindlyMD an die Börse. Kurz darauf kaufte Nakamoto 5.743,91 Bitcoin durch das von Investoren zuvor eingesammelte Geld. Nach diesem Kauf hielt das Unternehmen insgesamt 5.764,91 BTC.
Schon im September 2025 notierte die NAKA-Aktie dann aber mehr als 96 % unter dem Allzeithoch, als die PIPE-Investoren ihre Aktien erstmals verkaufen konnten. Seither ging es weiter bergab – und das nicht nur bei der Aktie.
Sinkende Bitcoin-Reserve
Nakamoto investierte Geld in andere „Bitcoin Treasury Companies“ – darunter Metaplanet. Dadurch sank die BTC-Reserve bereits vor mehreren Monaten auf 5.398 BTC.
Dass sich Nakamoto im Rahmen der Strategie auch an anderen Unternehmen beteiligen möchte, war aber schon im Vorhinein klar. Trotzdem kam Frustration auf, da weitere Bitcoin-Käufe ausblieben.
Am Montag dieser Woche wurden dann schließlich die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 gemeldet. Aus diesen ging hervor, dass Nakamoto zum Ende des Jahres nur noch 5.342 Bitcoin hielt.
Diese Zahl liegt unter den 5.398 BTC, die das offizielle Dashboard des Unternehmens aktuell immer noch anzeigt. Grund für diese Reduktion um circa 56 Bitcoin war eine Investition in ein wandelbares Darlehen der schweizerischen „Bitcoin Treasury Company“ Future Holdings AG.
Nakamoto erhielt das Geld Ende 2025 bereits zurück – aber in Form von Cash, weshalb es eigentlich mit einem Verkauf gleichzusetzen ist, der nicht öffentlichkeitswirksam kommuniziert wurde.
Verkauf von 284 Bitcoin
Überdies teilte das Unternehmen aber auch mit, in dem bereits angebrochenen Jahr für 20 Millionen US-Dollar Bitcoin verkauft zu haben. Laut der Pressemitteilung zu den Geschäftszahlen wurde mit dem Geld eine Cash-Reserve aufgebaut.
Nach Jahresende ergriff Nakamoto Maßnahmen, um die Bilanz weiter zu stärken und die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Das Unternehmen verkaufte Bitcoin im Wert von rund 20 Millionen US-Dollar, um eine zweckgebundene Betriebsreserve in US-Dollar zu bilden. Diese Reserve soll zur Finanzierung strategischer Initiativen, Integrationsmaßnahmen und Betriebsausgaben – einschließlich der Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit dem ausstehenden Kraken-Kredit – dienen und es dem Unternehmen ermöglichen, den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.
Aus der Pressemitteilung zu den Geschäftszahlen
Um herauszufinden, wie viele Bitcoin es genau waren, mussten die Investoren jedoch das 165-seitige 10-K-Filing durchstöbern. Aus diesem ging dann hervor, dass es circa 284 Bitcoin waren, und diese im März verkauft wurden.
Im März 2026 haben wir rund 284 Bitcoin für 20 Millionen US-Dollar verkauft.
Aus dem 10-K-Filing von Nakamoto
Dies impliziert einen Verkaufskurs von rund 70.400 US-Dollar je Bitcoin. Nakamoto kaufte die Bitcoin für circa 118.200 US-Dollar. Das heißt, das Unternehmen veräußerte die Coins mehr als 40 % unter dem Einstandsniveau.
Sollte es dabei geblieben sein, so hält Nakamoto aktuell nur noch 5.058 Bitcoin im aktuellen Gegenwert von circa 330 Millionen US-Dollar. Laut dem 10-K-Filing sind 4.405 dieser Coins als Kollateral für einen Kredit hinterlegt.
Nakamoto hat sich nämlich insgesamt 210 Millionen US-Dollar von der Krypto-Börse Kraken geliehen. Bei diesem Kredit fallen Zinsen in Höhe von 8 % an. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, möchte Nakamoto das durch den Bitcoin-Verkauf aufgetriebene Geld unter anderem auch für die Zinszahlungen nutzen.
Ein gescheitertes Unternehmen
Nakamoto ist eine der „Bitcoin Treasury Companies“, die es am härtesten erwischt hat. Das Vertrauen der Investoren, das für die BTC-Strategie von großer Bedeutung ist, wurde erheblich erschüttert.
Das von David Bailey geführte Unternehmen ist aber nicht der erste MicroStrategy-Nachahmer, der bereits auf der Verkäuferseite zu finden war.
Beispielsweise veräußerten Satsuma Technologies oder Sequans ebenfalls Bitcoin. In beiden Fällen ging es darum, Wandelanleihen tilgen zu können.
Auch MARA Holdings, das Mining-Unternehmen, das bis vor Kurzem noch der zweitgrößte börsennotierte BTC-Halter war, verkaufte in diesem Monat 15.133 BTC, um Wandelanleihen zurückzukaufen.
Bei Nakamoto fällt der Verkauf – anders als bei MARA – zwar nicht allzu sehr ins Gewicht, da die Bilanz nur um etwas mehr als 5 % reduziert wurde. Trotzdem ist die Enttäuschung der Investoren groß.
Die NAKA-Aktie fiel gestern auf ein neues Tief, womit der Rückgang seit dem Allzeithoch aus dem vergangenen Jahr inzwischen unglaubliche 99,4 % beträgt.
Das Unternehmen scheint sich unter dem Strich kaum Mühe zu geben, was unter anderem dadurch deutlich wird, dass das offizielle Dashboard einige Monate nicht mehr geupdatet wurde. Es zeigt nämlich immer noch 5.398 BTC an, obwohl es inzwischen nur noch circa 5.058 BTC sein dürften.
Kritik wurde kürzlich auch laut, als Nakamoto die beiden von David Bailey gegründeten Unternehmen BTC Inc. und UTXO Management in einem Aktien-Deal übernahm. Denn für viele in der Community wirkte es so, als würde Bailey seine Firmen auf Kosten der NAKA-Aktionäre loswerden wollen.