Nachdem der amtierende US-Präsident Donald Trump gestern ankündigte, dass eine mögliche Strategische Krypto-Reserve der USA auch Altcoins wie XRP (Ripple), ADA (Cardano) und SOL (Solana) enthalten solle, waren die Verwirrung und Aufregung in der gesamten Community gleichermaßen groß. Ist es wirklich eine gute Idee, zentral gesteuerte Kryptowährungen in eine US-Reserve zu integrieren? Selbst der Coinbase-CEO Brian Armstrong, ein bekannter „Altcoiner“, hat dazu eine klare Meinung.

„Nur Bitcoin wäre die beste Option“

In einem aktuellen Beitrag auf 𝕏 erklärte Armstrong, dass er noch dabei sei, sich eine abschließende Meinung zur Vermögensallokation zu bilden. Dennoch kristallisiert sich eine Einschätzung deutlich heraus: Eine reine Bitcoin-Strategie wäre die sinnvollste Lösung.

Er stellte zwei mögliche Optionen zur Diskussion:

  1. Eine ausschließlich auf Bitcoin basierende Reserve, die einfach, klar und am ehesten mit der Rolle von Gold als Wertaufbewahrungsmittel vergleichbar sei.
  2. Ein marktgewichteter Krypto-Index, der verschiedene Assets umfasst, um eine breitere Diversifikation zu ermöglichen.

Armstrong sprach sich letztlich für die erste Variante aus, da Bitcoin als dezentrale und robuste digitale Währung die sicherste und einfachste Wahl darstellt.

Keine rationalen Gründe für Altcoins!

Die Idee, Altcoins wie XRP, ADA oder SOL in eine staatliche Reserve aufzunehmen, ist nicht nur irrational, sondern auch wirtschaftlich fragwürdig. Die USA würden schließlich niemals auf die Idee kommen, Aktien von zentralisierten Tech-Konzernen wie Apple, Microsoft oder Nvidia strategisch zu halten, da diese Unternehmen von einzelnen Akteuren kontrolliert werden, marktabhängig sind und einem hohen technologischen Wandel und damit Risiken unterliegen. Warum sollte es bei zentralisierten Altcoins anders sein?

Während Bitcoin eine dezentrale, von keiner Firma oder Einzelperson kontrollierte Währung ist, stehen hinter den genannten Altcoins Unternehmen und Gründerteams mit wirtschaftlichen Eigeninteressen. Eine staatliche Reserve mit solchen Coins wäre nicht nur ein indirektes Bailout für deren Gründer, sondern würde auch deren Exit-Liquidität finanzieren – auf Kosten der Steuerzahler.

Alles nur Lobby!

Seit Jahren betreiben Altcoin-Lobbyisten, allen voran das XRP-Lager, gezielt Stimmung gegen Bitcoin und für ihre eigenen Projekte. Während Bitcoin als dezentrale und zensurresistente Währung keinen zentralen Fürsprecher hat, setzen große Altcoin-Projekte auf aggressive PR-Kampagnen und politische Einflussnahme, um regulatorische Vorteile zu erlangen. Chris Larsen, einer der Gründer von Ripple, spendete beispielsweise mehrere Millionen Dollar für „Change the Code“, eine Aktion von Greenpeace, um Bitcoin als Umweltverschmutzer und Klimasünder zu stigmatisieren.

Besonders auffällig ist die jüngste Strategie, die eigenen Altcoins als „amerikanische“ oder „nationale“ Kryptowährungen zu positionieren. Projekte wie XRP und Cardano, die in den USA entwickelt wurden, versuchen sich als wirtschaftlich patriotische Alternativen darzustellen, um politische Unterstützung zu gewinnen. Natürlich ist dieser Versuch rein opportunistisch: Noch vor wenigen Jahren lobten dieselben Unternehmen ihre internationale Reichweite und Distanz zu staatlicher Regulierung. Jetzt, wo der politische Wind sich dreht, versuchen sie, sich als unverzichtbare Bestandteile der US-Wirtschaft darzustellen.

Der eigentliche Zweck der Kampagne ist jedoch klar: Es geht um Exit-Liquidität für frühe Investoren und Gründer, die ihre massiven Bestände an Token an eine staatliche Institution abgeben möchten. Eine staatliche Reserve, die XRP, ADA oder SOL enthält, würde genau dies ermöglichen. Wie bereits weiter oben erwähnt, auf Kosten der Steuerzahler.

Bitcoin bleibt die einzig logische Wahl

Trotz der Ankündigungen von Donald Trump und der hitzigen Diskussionen in der Community ist noch nichts endgültig entschieden. Im Grunde hat sich nichts geändert, da die Evaluierungsphase für eine mögliche Krypto-Reserve der USA weiterhin läuft. Ob diese Reserve ausschließlich Bitcoin enthalten wird, auch Altcoins aufgenommen werden oder letztlich gar nicht zustande kommt, bleibt weiterhin offen. Die jetzigen Aussagen und Pläne sind also keineswegs in Stein gemeißelt.

Bei der Argumentation gegen die genannten Altcoins in einer Reserve, geht es im Übrigen nicht um „Bitcoin-Maximalismus“ oder den oft herbei fantasierten „blinden Hass auf alle anderen Kryptowährungen“. Vielmehr gibt es die genannten rationalen Gründe, die zeigen, warum eine Reserve mit angeblichen „Made in USA“-Coins keine gute Idee ist.

Selbst jemand wie Brian Armstrong, der als einer der größten Befürworter eines breiten Krypto-Marktes gilt, erkennt dies und äußert sich öffentlich entsprechend. Wenn sogar er sich gegen eine Altcoin-Reserve ausspricht, sollte das selbst die größten Fans von XRP, ADA oder SOL zum Nachdenken bringen.

Den meisten dürfte dies jedoch egal sein – so wie den Gründern dieser Projekte, für die es letztlich nur um ein Ziel geht: sich die eigenen Taschen zu füllen.

Falls die US-Regierung tatsächlich eine Strategische Krypto-Reserve aufbauen möchte, sollte sie sich deshalb auf Bitcoin konzentrieren. Die Einbeziehung zentralisierter Altcoins könnte sonst die gesamte Strategie untergraben und damit den USA und dem gesamten Markt langfristig schaden. Bitcoin bleibt daher die einzig rationale Wahl für eine nationale Reserve.

René

Über den Autor: René

René ist Blocktrainer-Mitarbeiter der ersten Stunde. Als „Chief Operation Officer“ ist er mittlerweile hauptsächlich mit strategischen und organisatorischen Aufgaben betraut, findet jedoch Freude daran, zeitweise redaktionell tätig zu sein. In den vielen Jahren, in denen er im Bitcoin-Kosmos unterwegs ist, hat er sich ein breit gefächertes Know-how in sämtlichen Bereichen rund um die bedeutendste Kryptowährung angeeignet.

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