Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis hat heute neue Daten zur Krypto-Kriminalität veröffentlicht. Im Jahr 2025 soll eine Rekordsumme von 154 Milliarden US-Dollar an illegale Adressen geflossen sein – ein Anstieg um den Faktor 2,6 gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür ist der zunehmende Handel von sanktionierten Ländern mit Kryptowährungen.

Der jährlich veröffentlichte „Crypto Crime Report“ von Chainalysis bietet eine fundierte Datenlage, um sich über die kriminelle Nutzung von Kryptowährungen zu informieren. Aus den Analysen ging in den vergangenen Jahren hervor, dass Bitcoin und Co. nur zu einem verschwindend geringen Anteil für illegale Aktivitäten genutzt werden. 

Ein Ergebnis des Reports aus dem Sommer 2025 war nämlich, dass im Jahr 2024 nur noch 0,14 % des Transaktionsvolumens mit Kriminalität verbunden war. Dieser Wert stellte einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, wobei von Chainalysis auch herausgestellt wurde, dass Bitcoin für einen immer geringer werdenden Anteil dieser Transaktionen verwendet wird.

Neue Daten für 2025

In den heute veröffentlichten, vorläufigen Daten für das Gesamtjahr 2025 stellt die Analysefirma nun heraus, dass es einen deutlichen Anstieg an illegalen Transaktionen gegeben hat. Der richtige „Crypto Crime Report“ soll im Februar erscheinen.

Der Wert an durch kriminelle Entitäten erhaltenen Kryptowährungen belief sich im Jahr 2025 auf 154 Milliarden US-Dollar – das ist ein neuer Rekord. In den drei vorherigen Jahren schwankte diese Zahl lediglich zwischen 50 und 60 Milliarden US-Dollar.

Wie der bereitgestellten Grafik zu entnehmen ist, ist diese Zunahme in erster Linie auf Sanktionsumgehung zurückzuführen. Chainalysis titelt entsprechend:

Krypto-Kriminalität erreicht 2025 Rekordhoch, da die Umgehung von Sanktionen durch Nationalstaaten in großem Umfang auf die Blockchain verlagert wird
Chainalysis

Der Gegenwert an Kryptowährungen, den sanktionierte Entitäten erhalten haben, ist laut Chainalysis im Jahr 2025 um 694 % gestiegen. Aber auch ohne diese Veränderung hätte es im Jahr 2025 einen gesamten Anstieg des Volumens gegeben, erklärt die Blockchain-Analysefirma.

Nach unseren Daten gingen im Jahr 2025 mindestens 154 Milliarden US-Dollar an illegale Kryptowährungsadressen. Dies entspricht einem Anstieg von 162 % gegenüber dem Vorjahr, der in erster Linie auf einen dramatischen Anstieg um 694 % zurückzuführen ist, den sanktionierte Unternehmen erhalten haben. Aber selbst wenn der Wert, den sanktionierte Unternehmen erhalten haben, im Jahresvergleich unverändert geblieben wäre, wäre 2025 immer noch ein Rekordjahr für Kryptokriminalität, da die Aktivitäten in den meisten illegalen Kategorien zugenommen haben.
Chainalysis

Dies sollte wenig überraschen, da es in den vergangenen Monaten einige Berichte dazu gab, dass Länder wie Venezuela, Russland und der Iran für den internationalen Handel zunehmend auf Bitcoin und Stablecoins setzen.

Chainalysis beobachtete überdies zunehmende Hacking-Aktivitäten aus Nordkorea, einen neuen Trend chinesischer Betrugsnetzwerke sowie eine Nutzung von Kryptowährungen durch Terrororganisationen wie Hamas „in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß“. Dennoch ist Terrorismusfinanzierung nur für einen sehr kleinen Anteil des kriminellen Transaktionsvolumens verantwortlich.

Weiter heißt es, dass diese Zahlen nur eine konservative Schätzung darstellen, da sie lediglich auf den bislang identifizierten illegalen Adressen basieren.

In einem Jahr werden diese Gesamtzahlen höher sein, da wir weiterhin mehr illegale Adressen identifizieren und deren historische Aktivitäten in unsere Schätzungen einbeziehen.
Chainalysis

Anteil illegaler Transaktionen gestiegen

Diese Rekordzahlen gilt es jedoch ins Verhältnis zu setzen, da auch das legitime Krypto-Transaktionsvolumen mit der Zeit zunimmt. Laut Chainalysis ist aber der Anteil von kriminellen Aktivitäten am gesamten Transaktionsvolumen im Jahr 2025 ebenfalls gestiegen – wenn auch nur leicht. Der Wert liegt trotzdem noch unter 1 %.

Diese illegalen Volumina sind immer noch verschwindend gering im Vergleich zur gesamten Krypto-Wirtschaft, die größtenteils aus legitimen Transaktionsvolumina besteht. Unsere Schätzung für den illegalen Anteil am gesamten zugeschriebenen Krypto-Transaktionsvolumen ist gegenüber 2024 leicht gestiegen, liegt aber weiterhin unter 1 %.
Chainalysis

Stablecoins dominieren klar

Überdies machen die Daten deutlich, dass die kriminellen Transaktionen inzwischen in erster Linie über Stablecoins abgewickelt werden. Die mit Fiatwährungen gedeckten Krypto-Assets waren für 84 % des illegalen Volumens verantwortlich. Der Bitcoin-Anteil lief derweil im Jahr 2025 weiter zurück.

In den letzten Jahren haben Stablecoins die Landschaft illegaler Transaktionen dominiert und machen mittlerweile 84 % des gesamten Volumens illegaler Transaktionen aus.
Chainalysis

Stablecoins sind jedoch – anders als Bitcoin – nicht wirklich zensurresistent beziehungsweise konfiszierungssicher. Der größte Emittent Tether betonte bereits, dass betroffene Adresse eingefroren werden können. Demnach ist verwunderlich, dass anscheinend so viele illegale Transaktionen über Krypto-Assets wie USDT abgewickelt werden.

Falls Sie versuchen, Tether-Token an eine sanktionierte oder verdächtige Blockchain-Adresse zu senden, kann Tether die Tether-Token einfrieren.
Tether

Wasser auf den Mühlen der Kritiker?

Bei Kritikern hält sich die Einschätzung, dass Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin das Geld der Kriminellen sei, immer noch hartnäckig. Demnach ist davon auszugehen, dass einige die Berichte über diese Rekordzahlen aufgreifen werden, um diese These zu stützen.

Doch in dieser Diskussion sollte letztlich aber immer in erster Linie auf den Anteil illegaler Aktivitäten am gesamten Transaktionsvolumen verwiesen werden, der mit weniger als 1 % immer noch sehr gering ausfällt.

Das Office on Drugs and Crime der Vereinten Nationen (UNODC) schätzt derweil, dass jährlich 2 bis 5 % der globalen Wirtschaftsleistung auf Geldwäsche zurückzuführen sind. Kryptowährungen spielen insgesamt also eine mehr als nur vernachlässigbare Rolle.

Staatswährungen wie Euro und US-Dollar bleiben das bevorzugte Mittel für illegale Aktivitäten. Das zeigt sich auch über den hohen Anteil des illegalen Krypto-Volumens von Stablecoins.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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