Der 4-Jahres-Zyklus wird gebrochen und Bitcoin steigt auf 1,5 Millionen US-Dollar
Cathie Woods Kursziel
Cathie Wood, CIO und CEO der von ihr gegründeten Investmentfirma ARK Invest, ist schon seit vielen Jahren optimistisch für die Zukunft von Bitcoin eingestellt. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen bekräftigte die berühmte Investorin kürzlich, dass sie und ihre Firma davon ausgehen, dass ein BTC im Jahr 2030 sage und schreibe 1,5 Millionen US-Dollar kosten wird.
Bitcoin wird auf 1,5 Millionen Dollar steigen. Das ist unsere Erwartung für das Jahr 2030.
Cathie Wood
Mit diesem astronomisch wirkenden Kursziel sorgt Wood inzwischen schon seit mehreren Jahren für Schlagzeilen. Vor mehr als einem Monat betonte sie aber noch, dass Stablecoins einen Teil der Rolle erfüllen würden, die sie und ihre Firma Bitcoin zugerechnet hatten, und demnach das Kursziel auf 1,2 Millionen US-Dollar abgesenkt werden könnte.
Unsere optimistische Prognose liegt bei 1,5 Millionen [US-Dollar pro Bitcoin] bis 2030. Angesichts der Entwicklungen bei Stablecoins, die die Schwellenländer in einer Weise bedienen, wie wir es ursprünglich von Bitcoin erwartet hatten, denke ich, dass wir allein aufgrund der Stablecoins vielleicht 300.000 von dieser optimistischen Prognose abziehen würden.
Cathie Wood
JUST IN: 🇺🇸 Cathie Wood's Ark Invest trims Bitcoin forecast from $1.5M to $1.3M by 2030 pic.twitter.com/bm0HW051b2
— Bitcoin Archive (@BitcoinArchive) November 6, 2025
Stablecoins sind mit Fiatwährungen gedeckte Kryptowährungen, die – im Optimalfall – eins zu eins den Wert der jeweiligen Währung repräsentieren. Mit der Verabschiedung des GENIUS Act, der einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins in den USA schafft, verlagerte sich der Fokus zum Teil auf diese Sparte des Krypto-Universums – und damit weg von Bitcoin.
Menschen in Schwellenländern, die Kryptowährungen für das alltägliche Leben nutzen, weichen oft auf Stablecoins wie USDT aus, um nicht den starken Schwankungen von Bitcoin ausgesetzt zu sein. Doch Bitcoin konkurriert in erster Linie nicht mit Fiatwährungen oder Äquivalenten davon, sondern vielmehr mit anderen Anlageklassen wie Immobilien, Aktien oder Gold, wie Bitcoin-Bulle Michael Saylor immer erklärt.
Bitcoin-Haltern dürfte es letztlich aber fast schon egal sein, ob es jetzt 1,2 oder 1,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2030 sein werden. Denn beide Kursziele von Cathie Wood beziehungsweise ARK Invest bedeuten mehr als eine Verzehnfachung innerhalb von fünf Jahren.
Ist der 4-Jahres-Zyklus vorbei?
Selbst wenn Anleger an die mittel- und langfristige Vision von Bitcoin glauben, können ihnen die für das Asset üblichen, scharfen Korrekturen durchaus schlaflose Nächte bereiten. Bitcoin legte bislang alle vier Jahre Kurseinbrüche von mehr als 75 % hin. Der Kurs folgte dabei einem gewissen Zyklus, der sich um das Halving herum aufbaut.
In den Jahren 2012, 2016, 2020 und 2024 ereigneten sich die bisherigen Bitcoin-Halvings, bei denen die pro Block neu hinzukommende Menge an BTC halbiert wurde. Und immer im vierten Quartal des darauffolgenden Jahres gab es das Hoch des jeweiligen Zyklus und ein Bärenmarkt mit rund einem Jahr deutlich fallender Notierungen setzte ein.
Da der Bitcoin-Kurs am 6. Oktober seinen bisherigen Höchststand erreichte und danach bereits um mehr als 35 % fiel, sahen sich viele in ihrer Annahme bestätigt, dass sich das Muster auch dieses Mal wiederholen wird – alleine schon deshalb, weil es zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden könnte.
Das Halving hat fundamental betrachtet kaum noch einen Einfluss. Die neu hinzukommende Menge an BTC – 3,125 BTC pro Block – ist im Gesamtkontext von insgesamt fast 20 Millionen bereits geschürften BTC nämlich inzwischen vernachlässigbar, und entsprechend argumentieren auch viele, dass andere Faktoren jetzt viel entscheidender sein werden.
Cathie Wood beziehungsweise ARK Invest gehören denjenigen an, die glauben, dass die Zyklustheorie jetzt gebrochen wird. Dies erklärte Wood kürzlich gegenüber dem Fernsehsender FOX Business. Ihre Argumentation: Der Eintritt der Institutionen in den Markt dürfte verhindern, dass der Kurs noch viel weiter fällt.
Wir glauben, dass der 4-Jahres-Zyklus durchbrochen wird, und damit meine ich, dass Bitcoin in seinen Anfängen regelmäßig um 75 bis 90 % gefallen ist. Die Volatilität nimmt ab. [...] Wir glauben, dass der Einstieg von Institutionen in diese neue Anlageklasse einen noch stärkeren Rückgang verhindern wird. Möglicherweise haben wir vor ein paar Wochen den Tiefpunkt erreicht.
Cathie Wood
Die Starinvestorin @CathieDWood und @ARKInvest glauben, dass sich die Bitcoin-Zyklen wegen der institutionellen Adoption nicht wiederholen werden und das Tief vielleicht schon erreicht wurde. 📉📈
— Blocktrainer (@blocktrainer) December 9, 2025
Ihr Kursziel liegt übrigens bei 1,5 Millionen US-Dollar pro $BTC im Jahr 2030. 🚀 pic.twitter.com/kJURwJx9h4
Für diese These spricht unter anderem, dass sich laut BlackRock-CEO Larry Fink gerade sogar Staatsfonds verstärkt die niedrigeren Kurse zunutze machen. Fink teilte in der vergangenen Woche diese Insider-Information, laut der mehrere Staatsfonds um einen Kurs von 80.000 US-Dollar herum zugegriffen haben sollen.
Strategy-Gründer Michael Saylor, der gerade im Nahen Osten unterwegs ist, um sich unter anderem mit Staatsfonds zu treffen, glaubt ebenfalls nicht daran, dass die Zyklustheorie weiterhin Gültigkeit behalten wird. Dabei wählt er eine ähnliche Argumentation wie Wood.
Ich glaube ohnehin nicht an 4-Jahres-Zyklen. Ich denke, dass sie in den ersten 12 Jahren vielleicht eine gewisse Glaubwürdigkeit hatten, aber der 4-Jahres-Zyklus basiert irgendwie auf der Idee, dass täglich 225 Bitcoin hinzukommen werden nach dem nächsten Halving, was einem Kaufvolumen von 22 oder 20 Millionen US-Dollar entspricht. […] Es sind die Handlungen der Mega-Finanzakteure, die jetzt die Zukunft von Bitcoin bestimmen, und alle Fundamentaldaten sind gut.
Michael Saylor
Michael @Saylor glaubt nicht an die Zyklustheorie und betont, dass große Finanzakteure über die Entwicklung von $BTC entscheiden. 👀
— Blocktrainer (@blocktrainer) November 18, 2025
„Wenn JPMorgan Kredite in Höhe von 10 oder 100 Milliarden US-Dollar gegen Bitcoin vergibt, wird das den 4-Jahres-Zyklus in den Schatten stellen.“ pic.twitter.com/tWg7zvyV7z
Obwohl letztlich niemand die Zukunft vorhersehen kann, ist es durchaus plausibel, dass große Institutionen wie Staatsfonds durch ihre Nachkäufe verhindern werden, dass der Bitcoin-Kurs jetzt in einen ausgedehnten Bärenmarkt übergehen wird.
Überdies dürften die dominierenden Kräfte inzwischen vielmehr makroökonomische Faktoren wie die Geldpolitik oder die allgemeine Wirtschaftslage sein – und nicht die neu hinzukommende Menge an Bitcoin, die im Vergleich zur umlaufenden Menge bereits mikroskopisch klein ist.