Kursplus von 22,5 %: BlackRocks Bitcoin-ETF legt die beste Woche seit 2,5 Jahren hin
BlackRocks Bitcoin-Spot-ETF stieg in dieser Woche um 22,5 % und verzeichnete damit die beste Woche seit 2,5 Jahren. Die Bitcoin-Kursrally in Richtung der 80.000-US-Dollar-Marke war derweil begleitet von hohen ETF-ZuflĂĽssen und einem neuen Rekord bei Short-Liquidierungen.
Von Tristan
Bitcoin legte bislang eine fulminante Woche hin. Am Montag kostete ein BTC noch unter 63.000 US‑Dollar, Freitagnachmittag waren es zeitweise 79.500 US‑Dollar, laut Daten der Krypto-Börse Coinbase.
Bei IBIT, dem Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock, resultierte die Kursrally fast in einem neuen Rekord. Das Anlageprodukt stieg im Wochenverlauf nämlich um 22,5 %, womit es die zweitbeste Woche jemals war.
Die bisherige Rekordwoche vom 26. Februar 2024, in der es ein Kursplus in Höhe von 23,42 % gab, wurde nur knapp unterboten. Dennoch: Damit war es die beste Woche seit dem Frühjahr 2024, als die Zulassung der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs den Kurs der Kryptowährung anfachte.
Nach Donald Trumps Wahlsieg im November 2024 konnte IBIT in einer Woche um 19,32 % zulegen.
Anfang Juni verzeichnete IBIT mit einem Minus von 17,99 % noch die schlechteste Woche jemals.
Anders als beim richtigen Bitcoin-Kurs ist die Handelswoche von IBIT seit 22:00 Uhr deutscher Zeit offiziell beendet. Ausgangspunkt der Wochenperformance ist der Schlusskurs des Freitags davor.
Bei Bitcoin gibt es keinen solchen Schlusskurs. Die Wochenkerze wird jedoch in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2:00 Uhr deutscher Zeit abgeschlossen sein.
BTC ist gerade auf Wochensicht rund 22,6 % im Plus. Um die Woche vom 26. Februar 2024 zu übertreffen, bräuchte es einen Kursanstieg von mehr als 22,08 %.
Sollte das überboten werden – wonach es momentan aussieht –, wäre es die beste Woche für BTC seit Mitte März 2023, als BTC in Reaktion auf die Regionalbankenkrise im Wochenverlauf um 26,26 % stieg.
Bitcoin-ETFs mit stärksten Zuflüssen seit Oktober 2025
Die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten in dieser Woche wieder verhältnismäßig starke Zuflüsse. Am Mittwoch waren es 517,2 Millionen US-Dollar, gefolgt von 606,3 Millionen US-Dollar am Donnerstag.
Das letzte Mal, als die Anlageprodukte an einem Handelstag Kapital in dieser Größenordnung aufgesaugt haben, war Anfang Mai dieses Jahres.
Die Daten fĂĽr den Freitag liegen noch nicht vor, doch ohne diese war es bereits die beste Zuflusswoche seit Oktober 2025, als BTC das bisherige Allzeithoch von knapp 126.300 US-Dollar erreichte.
Es ist stark davon auszugehen, dass die Bitcoin-Spot-ETFs heute weitere ZuflĂĽsse verzeichnet haben.
US-Schuldenspirale facht Bitcoin an
Auslöser des Bitcoin-Pumps war offenbar die Meldung am Mittwoch, dass das US-Finanzministerium das Volumen der Rückkäufe langlaufender Anleihen mindestens verdoppeln wird.
Auch wenn das nicht mit „Quantitative Easing“, also Anleihekäufen durch die Federal Reserve mit frisch gedrucktem Geld, gleichzusetzen ist, fachte dies neben Bitcoin auch Gold und Silber an.
Grund dafür ist, dass die steigenden Marktzinsen am langen Ende das Finanzministerium unter Druck bringen und erste Maßnahmen nötig machen. Die USA kauften Ende Juli bereits Yen, um Japan davon abzuhalten, weitere US-Staatsanleihen zu verkaufen, um die eigene Währung zu stützen.
Erschwerend hinzu kam dann am Mittwochabend noch, dass die USA die Marke von 40 Billionen US-Dollar an Staatsschulden geknackt haben, während sich US-Präsident Donald Trump positiv zur per Dekret geschaffenen strategischen Bitcoin-Reserve äußerte.
Das Timing hätte kaum besser sein können. Am Montag dieser Woche veröffentlichte BlackRock nämlich auch noch einen neuen Report, in dem es hieß, dass Bitcoin vor ausufernden Staatsschulden und der damit einhergehenden Geldentwertung schützen könne.
Größter „Short Squeeze“ in der Bitcoin-Geschichte
Das, was dieses Kursfeuerwerk aber offenbar vor allem möglich gemacht hat, war die zuvor so negative Marktstimmung. Bitcoin dümpelte seit Anfang Juni nämlich um die 60.000-US-Dollar-Marke herum – bei abnehmender Volatilität.
Zeitgleich gab es negative Meldungen wie die Verkäufe durch Strategy, den Coldcard-Hack oder die verschobene Abstimmung beim CLARITY Act. Dies veranlasste einige Marktteilnehmer dazu, auf einen weiteren Kursrutsch zu wetten, womit sie letztlich auf dem falschen Fuß erwischt wurden.
Am Mittwoch allein wurden 1,37 Milliarden US-Dollar an Short-Positionen liquidiert. Das war ein neuer Rekord. Donnerstag und Freitag kamen dann noch mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar hinzu.
Im Bitcoin-Markt ist immer wieder beobachtbar, dass Liquidierungen die Kursausschläge deutlich verstärken. So beispielsweise beim Flash-Crash vom 10. Oktober 2025, als es im gesamten Krypto-Markt mehr als 19 Milliarden US-Dollar an Liquidierungen waren. Damals wurden jedoch die Long-Trader erwischt.
Wie nachhaltig ist die Rally?
Selbst wenn durch Liquidierungen getriebene Kursentwicklungen oftmals nicht als nachhaltig gelten, zeigt sich unter anderem durch die ETF-Zuflüsse, dass der Anstieg auch von richtiger Nachfrage getragen wird. Der Bitcoin-Bärenmarkt 2022 endete zudem mit einem ähnlichen „Short Squeeze“.
Das wohl Positivste an der dieswöchigen Kursreaktion von Bitcoin ist letztlich, dass diese mit der Schuldenspirale der USA im Zusammenhang steht. Dadurch dürfte das Narrativ von Bitcoin als Schutz vor der Geldentwertung, auf das auch BlackRock verweist, weiter angefacht werden.
Bitcoin befindet sich trotz dieser Kursrally aber immer noch rund 39 % vom Allzeithoch entfernt. Das robusteste Muster von BTC ist derweil, dass jeder Höchststand binnen weniger Jahre deutlich übertroffen wurde.
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