Seit dem Start des Bitcoin-Netzwerks ist das Mining ein zentraler Bestandteil des Systems. Alles begann mit dem Solo-Mining: Einzelpersonen nutzten ihre eigene Hardware, um gültige Blöcke zu finden, Bitcoin zu erhalten und das Netzwerk zu sichern. Heute existieren riesige Mining-Anlagen mit speziellen Maschinen sowie Mining-Pools, die die Rechenleistung von zahlreichen Teilnehmern bündeln, um die Chancen auf einen gültigen Block zu erhöhen. Für einzelne Teilnehmer ist das Finden eines Blocks inzwischen nahezu unmöglich geworden – und doch bleibt die Faszination für das Solo-Mining berechtigterweise bestehen.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was Solo-Mining ist und wie es funktioniert
  • Die Entwicklung der Hardware – von den ersten CPUs bis hin zum Bitaxe Gamma 602
  • Die Unterschiede zwischen Solo-Mining, Pool-Mining und Solo-Mining-Pools
  • Die Chancen und die Realität des Solo-Minings heute

Was ist Solo-Mining?

Der Begriff Solo-Mining beschreibt eine Mining-Strategie, bei der ein einzelner Teilnehmer versucht, eigenständig einen Block zu finden und die Blockbelohnung zu erhalten – aktuell 3,125 BTC plus die Transaktionsgebühren des Blocks.

Dafür betreibt der Teilnehmer eine eigene Bitcoin-Full-Node und mindestens ein Mining-Gerät. Er ist dabei direkt mit dem Netzwerk verbunden, ohne Mittelsmann – so wie die ersten Bitcoin-Miner.

Während Solo-Mining anfangs notwendig war, um das Netzwerk aufzubauen, ist es heute vor allem ein Hobby, eine Lernmöglichkeit und ein – wenn auch kleiner – Beitrag zur Dezentralisierung.

Da Solo-Miner heute nur noch einen winzigen Bruchteil der globalen Hashrate stellen, sind die Erfolgschancen minimal. Aus diesem Grund wird Solo-Mining oft auch „Lottery Mining“ genannt. Kurz nach dem Netzwerkstart waren die Chancen noch deutlich besser.

Die Geschichte des Solo-Minings

In den frühen Tagen von Bitcoin, ab Januar 2009, gab es nur eine Möglichkeit, am Mining teilzunehmen – und zwar Solo-Mining. Jeder Teilnehmer installierte die Bitcoin-Software auf dem eigenen Computer, betrieb damit die eigene Bitcoin-Node sowie eine Wallet und nutzte die integrierte CPU-Mining-Funktion.

Um das Netzwerk zu starten und abzusichern, schürfte der Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto selbst viele der ersten Blöcke des Bitcoin-Netzwerks und erhielt als Belohnung die einige Bitcoin-Einheiten, die damals noch keinen wirklichen Gegenwert hatten.

Weitere Enthusiasten und Entwickler, wie Hal Finney und andere Cypherpunks, schlossen sich Nakamoto an und setzten ebenfalls ihre privaten Computer ein, um Bitcoin zu schürfen und das System zu unterstützen. Sie waren die ersten Bitcoin-Miner, die Millionen von Bitcoin schürften, die heute ein Vermögen wert sind.

Mit einfachen CPUs und später GPUs („Grafikkarten“) konnten sie erfolgreich Blöcke finden und somit Bitcoin-Einheiten in den Umlauf bringen. Die globale Hashrate des Netzwerks war extrem niedrig, sodass das Solo-Mining eine recht hohe Erfolgswahrscheinlichkeit hatte. Damals existierten weder Mining-Pools noch spezialisierte Mining-Geräte. Jeder Miner hatte reale Chancen, mit einem normalen Computer einige Bitcoin zu verdienen.

Mining-Pools und ASICs

Mit wachsender Teilnehmerzahl wurde es für Einzelpersonen immer schwieriger, einen Block zu finden. Folglich entstanden öffentliche Mining-Pools, wie der Slush Pool (heute Braiins Pool) im Jahr 2010. Pools bündeln die Rechenleistung mehrerer Teilnehmer und verteilen die Belohnung anteilig. So erhalten die Miner entsprechend der eingebrachten Leistung regelmäßige, kleine Bitcoin-Auszahlungen – insofern der Pool hin und wieder gültige Blöcke findet.

Schließlich führten die ökonomischen Anreize des Bitcoin-Minings dazu, dass eine ganze Industrie um diese neue Technologie entstand:

  • Verschiedene Hardware-Hersteller schufen einen neuen Markt für spezialisierte Mining-Maschinen – sogenannte ASICs (Application-Specific Integrated Circuit, z. Dt. anwendungsspezifische integrierte Schaltung), die CPUs und GPUs endgültig verdrängten. Eine der ersten Produzenten war das chinesische Unternehmen Bitmain, das im Jahr 2013 gegründet wurde. Mit der Antminer-Serie und einem Marktanteil von mindestens 80 % dominiert Bitmain den Hardware-Markt – die ASICs sind industrieller Standard und entwickeln sich in Bezug auf Leistung und Effizienz stetig weiter.
  • Zudem wurden zahlreiche Mining-Unternehmen gegründet, die bis heute vorrangig die Maschinen von Bitmain nutzen.
  • Weitere Mining-Pools entstanden und sie wurden für die meisten Miner zur rentabelsten und praktikabelsten Option, um am Mining-Prozess teilzuhaben.

Parallel dazu hat sich auch das Solo-Mining als eine Nische innerhalb der Bitcoin-Community weiterentwickelt.

USB-Miner: Kleine Geräte, große Mission

Obwohl sich die Erfolgswahrscheinlichkeit für Solo-Miner zunehmend verringert, versuchen einzelne Nutzer weiterhin, eigenständig und mit vergleichsweise geringer Rechenleistung einen gültigen Block zu finden. 

Die Chips der Bitmain-ASICs dienten zur Entwicklung kleiner, kompakter Hobby‑Geräte – den USB-Minern. Sie waren unter Bastlern und Enthusiasten beliebt, um Solo-Mining greifbar zu machen und im Kleinen zu betreiben. Profitabel sind USB-Miner jedoch nicht.

  • Der ASICMiner Block Erupter USB mit etwa 330 Megahash pro Sekunde (MH/s) war einer der ersten USB-Miner, die für die breite Öffentlichkeit verfügbar waren.
  • Es folgten USB-Geräte im Gigahash-Bereich (GH/s), zum Beispiel die USB-Miner von Bitmain (U1, U2), die GekkoScience-Serie (2Pac, Compac F) oder die Fury-Serie (Red, Blue, Ice Fury).

Moderne Solo-Mining-Hardware

Heute werden zum Hobby-Mining und für Bildungszwecke vor allem moderne Solo-Miner im Terahash-Bereich (TH/s) genutzt, die für den Heimgebrauch optimiert sind.

Ein bekanntes Open-Source-Projekt ist Bitaxe, das vom Entwickler Skot initiiert wurde und bereits zahlreiche Solo-Miner-Modelle hervorgebracht hat. Derzeit ist der Bitaxe Gamma 602 mit 1,3 TH/s sehr beliebt. Er ist WLAN-fähig, kompakt und leise und nutzt leistungsstarke und energieeffiziente Mining-Chips.

Wer das Solo-Mining ausprobieren möchte, findet im Bitaxe die perfekte Hardware.

Bitaxe Gamma Blocktrainer

Bitaxe 602 Gamma

  • kinderleichte Einrichtung
  • übersichtliche Benutzeroberfläche
  • ≥ 1,3 TH/s (ab Werk)
  • ~ 15 W/TH (Leistungsaufnahme lt. Chip-Spezifikation)
  • verbesserte Kühlkomponenten
  • Silent-Lüfter (von Noctua)
  • Made in Europe
  • Blocktrainer-Edition
  • 30-W-Netzteil im Lieferumfang enthalten
  • abnehmbares OLED-Display
  • kompatibel mit allen 5V-Lüftern
219,00 € zum Produkt

Ausgemusterte Industrie-ASICs

Ambitioniertere Solo-Miner setzen auf mehr Rechenleistung und greifen daher auf gebrauchte oder generalüberholte Mining-Geräte zurück. 

Beliebte Modelle sind beispielsweise der Antminer S9 (~13 TH/s) oder Antminer S19 (~120 TH/s). Diese ASICs wurden ursprünglich für den Einsatz in großen Mining-Farmen entwickelt, sind jedoch mittlerweile für den industriellen Betrieb zu ineffizient. 

Im Bereich des Solo-Minings erleben sie jedoch häufig ein zweites Leben – insbesondere bei Hobby-Minern, die überschüssige Solarenergie verwerten möchten, die Abwärme zum Heizen nutzen oder einfach ihre Chancen auf einen Blockfund durch mehr Hashrate erhöhen wollen.

  • Vorteile: hohe Hashrate-Leistung, gute Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt und deutlich günstiger als neue Hardware.
  • Nachteile: deutlich geringere Energieeffizienz im Vergleich zu aktuellen ASICs, starke Geräuschentwicklung sowie hoher Energieverbrauch und somit weniger rentabel bei hohen Strompreisen.

Aufgrund der erhöhten Stromkosten schließen sich Miner, die alte Industriegeräte nutzen, oft Mining-Pools an und geben damit das klassische Solo-Mining auf.

Solo-Mining vs. Pool-Mining

Um echtes Solo-Mining zu betreiben, ist eine eigene, unabhängige Infrastruktur die Voraussetzung. 

Dazu gehören:

  1. eine Bitcoin-Full-Node mit synchronisierter Blockchain,
  2. eine stabile Internetverbindung und
  3. passende Bitcoin-Mining-Hardware inklusive Software wie z. B. CGMiner, BFGMiner, Braiins OS oder AxeOS.

Um Node und Miner zu verbinden, müssen die IP-Adresse/Hostname und der Port der Node in das entsprechende Feld in der Software des Miners eingetragen werden („Connect Bitcoin Fullnode“). Die Node kommuniziert dann nicht nur mit dem Bitcoin-Netzwerk, sondern auch direkt mit der Mining-Hardware, zum Beispiel beim Blockbildungsprozess („getblocktemplate“). Gleichzeitig stärkt jede zusätzliche Full Node die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks.

Vorteile des Solo-Minings:

  • Beitrag zur Dezentralisierung
  • Unabhängigkeit von dritten Netzwerkteilnehmern
  • Maximale Kontrolle über Mining-Prozess und Transaktionen
  • Volle Blockbelohnung im Erfolgsfall, ohne Abzüge (wie Gebühren oder geteilte Belohnung)

Trotz des hohen technischen Aufwands sind die Erfolgschancen extrem gering. Genau deshalb entstanden Mining-Pools, die die Hashrate vieler Teilnehmer bündeln und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, gemeinsam einen Block zu finden.

Pool-Miner benötigen keine eigene Node. Sie verbinden ihre Hardware über Protokolle wie Stratum mit dem Pool. Der Nachteil: Man gibt einen Teil der Kontrolle ab, etwa bei der Auswahl der Transaktionen im Block. Mit neuen Tools und Protokollen, wie Stratum V2, DATUM oder dem Open-Source-Projekt Public Pool, erhalten die Miner jedoch zunehmend mehr Mitbestimmung zurück.

Findet ein Pool-Teilnehmer einen Block, wird die Blockbelohnung proportional zu den eingereichten Shares beziehungsweise der geleisteten Arbeit unter allen Teilnehmern verteilt. Zusätzlich geht eine übliche Gebühr von 1 bis 3 % an den Pool-Betreiber.

So sorgt Pool-Mining für konstante und planbare Erträge, die zum Beispiel zur Deckung der Stromkosten genutzt werden. Es erfordert aber auch Vertrauen in die Pool-Betreiber. Allerdings sind Pool-Wechsel jederzeit möglich, was die Macht einzelner Pools begrenzt und eine 51-%-Attacke unwahrscheinlich macht.

Solo-Mining-Pools

Solo-Mining-Pools sind eine Mischform zwischen klassischem Solo-Mining und Pool-Mining. Sie sind ideal für Miner, die keine eigene Node betreiben möchten, aber trotzdem fast die volle Blockbelohnung behalten wollen, wenn sie einen Block finden.

Das Prinzip:

  • Der Pool stellt die Infrastruktur bereit.
  • Der Miner gibt etwas Kontrolle ab, behält jedoch den Reiz sowie das Risiko des klassischen Solo-Minings.
  • Findet der Miner selbst einen Block, bekommt er die volle Belohnung – nur eine kleine Pool-Gebühr wird abgezogen.

Viele bekannte Pools wie ViaBTC, AntPool oder Braiins haben einen „Solo-Modus“ integriert – eine spezielle Betriebsart fürs Solo-Mining innerhalb des Pools. 

Daneben existieren eigenständige Solo-Mining-Pools, wie der bekannte solo.ckpool.org, gestartet von Con Kolivas am 31. August 2014. Dieser Pool ermöglicht anonymes Mining ohne Registrierung. Wird ein Block gefunden, beträgt die Gebühr 2 % – der Rest geht vollständig an den Miner.

Die Wahrscheinlichkeit, allein einen Block zu finden, bleibt jedoch gering.

Chancen des Solo-Minings

Mit steigender Hashrate und wachsender Mining-Schwierigkeit sinken die Erfolgschancen für Solo-Miner mit vergleichsweise geringer Rechenleistung deutlich – insbesondere für Geräte wie den Bitaxe Gamma 602 im Terahash-Bereich (TH/s).

Die globale durchschnittliche Hashrate ist kurz davor, die Marke von 1 Zetahash pro Sekunde zu durchbrechen – das entspricht einer Milliarde Terahash. Gleichzeitig beträgt die Mining-Schwierigkeit mittlerweile rund 136 Billionen.

Die drei größten Mining-Pools – Foundry, AntPool und F2Pool – koordinieren zusammen mehr als die Hälfte der gesamten Rechenleistung und finden damit die meisten Blöcke. Demnach sind die Chancen auf einen Blockfund für einzelne Solo-Miner extrem gering.

Theoretisch kann jeder Miner jedoch immer einen Block finden, aber selbst ein jahrelanger Dauerbetrieb bietet keine Garantie auf Erfolg.

Ein Beispiel: Mit einem Bitaxe Gamma 602 (~1,3 TH/s) im Dauerbetrieb liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 10 Jahren einen Block zu finden, bei gerade einmal 0,02 %. Selbst leistungsstärkere Geräte verbessern die Chancen nur geringfügig, solange die globale Hashrate weiter steigt. Betrachtet man das Ganze, wie weiter oben bereits beschrieben, als Lotterie, so sind die Chancen im Vergleich mit klassischen Lotto-Modellen wie etwa „6 aus 49“ außerordentlich gut.

Durch den geringen Stromverbrauch des Bitaxe Gamma 602 (~18 W) belaufen sich die Stromkosten nur auf rund 50 Euro pro Jahr. Für ein Lottoticket, das im Durchschnitt 144 Mal pro Tag die Chance auf einen Hauptgewinn in Bitcoin bietet, ist das in den Augen vieler Hobby-Solo-Miner ein mehr als angemessener Preis.

Erfolgsgeschichten trotz Mini-Chancen

Trotz der extrem niedrigen Wahrscheinlichkeiten werden auch heute noch regelmäßig Blöcke von Solo-Minern gefunden.

  • Der Solo-CKPool hat seit seiner Gründung am 31. August 2014 bereits 306 Blöcke gefunden – das entspricht im Schnitt etwa 2,3 Blöcken pro Monat.
  • Die Hashrate der erfolgreichen Solo-Miner variiert dabei extrem: von wenigen Terahash bis in den dreistelligen Petahash-Bereich.
  • Besonders bemerkenswert sind die Blöcke, die mit sehr kleinen Setups (wenige TH/s) gefunden wurden. Am 24. Juli 2024 fand erstmals ein Bitaxe-Miner mit nicht mal 1 TH/s einen Block. Ein zweiter Bitaxe-Block folgte am 10. März 2025.
  • Am 23. März 2025 fand außerdem ein Solo-Miner mit einem 90 TH/s Avalon-Miner und eigener Bitcoin-Node über Umbrel einen Block.

Solo-Mining ist allerdings kein Garant für regelmäßige Erträge und noch weniger ein Weg zu schnellem Bitcoin-Reichtum. Es ist vielmehr ein technisches Experiment, ein spannendes Hobby und ein kleiner Beitrag zur Dezentralisierung des Netzwerks. 

Obwohl die Chancen auf einen Blockfund extrem gering sind, zeigen die Glücksfälle, dass jeder Teilnehmer – selbst mit minimaler Hashrate – tatsächlich einen gültigen Bitcoin-Block finden kann. Somit ist Solo-Mining ein Ticket für die spannendste Lotterie der Welt, die jeder gewinnen kann und die im Schnitt alle 10 Minuten „ausgelost“ wird.

Stefan

Über den Autor: Stefan

Stefan ist studierter Medienwissenschaftler und Sinologe sowie selbstständig im künstlerisch-publizistischen Bereich. Neben den monetären Eigenschaften interessiert er sich vor allem für die sozialen und ökologischen Aspekte von Bitcoin und dem Bitcoin-Mining.

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