Bitcoin-Mining-Unternehmen Bitdeer expandiert weiter
Bitdeer setzt auf Expansion
Bitdeer ist einer der weltweit größten Hosting-Anbieter und betreibt in den USA, Norwegen und Bhutan eigene Bitcoin-Mining-Anlagen mit einer Stromkapazität von insgesamt fast 1,3 Gigawatt. Zudem engagiert sich das Unternehmen zunehmend auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Im vergangenen Jahr startete Bitdeer die eigene Mining-Hardware-Produktion und brachte den Sealminer A2 auf den Markt. Mit der neuen Hardware hat Bitdeer auch seine eigenen Anlagen aufgerüstet. Laut jüngst veröffentlichten Zahlen erhöhte sich dadurch die Zahl der selbst betriebenen Mining-Rigs auf 127.000, während die eigene Mining-Hashrate auf 22,3 Exahashes pro Sekunde (EH/s) stieg – Tendenz weiter steigend.
Insbesondere die Zunahme der Hashrate und die externen Verkäufe des Sealminer A2 trieben die Umsätze von Bitdeer deutlich an. Laut den Geschäftszahlen lagen die Einnahmen im zweiten Quartal 2025 bei 155,6 Millionen US-Dollar – ein Anstieg um etwa 57 % gegenüber dem Vorjahr und 122 % im Vergleich zum vorherigen Quartal. Die Kosten stiegen jedoch ebenfalls, was letztlich zu einem Rückgang der Gewinne führte. Eine Expansion in den USA soll die finanzielle Lage nun verbessern.
US-Produktion im Trend
Jeff LaBerge, Finanzanalyst und Leiter der strategischen Initiativen bei Bitdeer, geht davon aus, dass sich die finanzielle Situation des Unternehmens durch zusätzliche Investitionen in den USA – insbesondere in eine eigene Hardware-Produktionsstätte und verbesserte Energieinfrastruktur – deutlich verbessern wird.
Die Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump hat den Mining-Hardware-Markt spürbar beeinflusst. Bisher hatte Bitdeer gegenüber seinen chinesischen Konkurrenten wie Bitmain, MicroBT und Canaan einen Vorteil, da das Unternehmen seine ASICs in Vietnam produzieren ließ – einem Land mit besseren Handelsbeziehungen zu den USA und geringeren Einfuhrzöllen.
Da die dominierenden Hersteller von Bitcoin-Mining-Hardware ihre Produktionsstätten jedoch zunehmend ins Ausland und dabei auch in die USA verlagern, um die Zölle zu umgehen, plant nun auch Bitdeer den Aufbau einer eigenen US-Produktionsstätte.
LaBerge sieht in der „krypto- und energiefreundlichen“ Politik der Trump-Regierung zudem eine Chance: Trotz Sicherheitsbedenken von US-Behörden hofft er auf eine „Bitcoin-freundliche Lösung“, die weiteres Wachstum von Bitdeer im Bereich Hosting, Mining und Hardware-Produktion ermöglichen soll.
Bitdeers Zukunft
Obwohl Bitdeer durch die neue Hardware die Bitcoin-Produktion steigern konnte und derzeit 1.667 BTC auf der Bilanz hält, plant das Unternehmen keine Umstellung auf eine „Bitcoin Treasury Strategy“, wie LaBerge erläutert:
Wir sind eher pragmatisch als idealistisch, was das Halten von Bitcoin in unserer Bilanz angeht – es ist nicht Teil unserer Identität, wir wollen nicht unbedingt als Bitcoin Treasury wahrgenommen werden.
Jeff LaBerge, Chartered Financial Analyst bei Bitdeer, im Interview
Bitdeer setzt stattdessen auf Innovation und stellt sich dem wachsenden Konkurrenzdruck im Hardware-Segment. Die Börsennotierung könnte dem Unternehmen dabei einen strategischen Vorteil gegenüber dem Marktführer Bitmain verschaffen. Außerdem will Bitdeer mit neuen Mining-Chips Maßstäbe in puncto Effizienz setzen: Die Chips SEAL03 und SEAL04 sind bereits in Planung; letzterer soll laut Matt Kong, Chief Business Officer bei Bitdeer, eine Effizienz von 5 J/TH erreichen.
Ob sich die Sealminer von Bitdeer als Alternative zu den Antminer-Modellen vom Marktführer Bitmain oder den innovativen Lösungen neuer US-Konkurrenten wie Auradine oder dem Proto-Rig von Block durchsetzen, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Der zunehmende Wettbewerbsdruck und die wachsenden technischen Innovationen beleben den Markt – und Bitdeer möchte mit seiner Strategie sicherstellen, dabei eine führende Rolle einzunehmen.