Am 17. August 2025 gelang einem Solo-Miner mit circa 9 Petahashes pro Sekunde (PH/s) ein spektakulärer Glücksgriff: Er fand den Bitcoin-Block 910.440 und sicherte sich damit eine Belohnung von mehr als 3 BTC. Auffällig: In dem Block wurden ungewöhnlich viele Transaktionen mit Gebühren von unter 1 Sat/vB verarbeitet – ein Umstand, der den Pool-Betreiber CKpool zu einer Anpassung seiner Richtlinien bewegte.

Block 910.440

Mit der wachsenden Hashrate des Bitcoin-Netzwerks steigt auch die Mining-Schwierigkeit stetig an. Aktuell beträgt die gesamte Hashrate laut mempool.space durchschnittlich 937 Exahashes pro Sekunde (EH/s), während die Mining-Difficulty bei 129,44 T liegt.

Für Solo-Miner mit vergleichsweise geringer Hashrate wird es dadurch immer schwieriger, sich gegen die dominierenden Pools durchzusetzen. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich erneut ein einzelner Miner gegen alle anderen durchsetzen und Block 910.440 finden konnte.

Die Blockbelohnung setzt sich aus der Block-Subvention von 3,125 BTC sowie 0,01228095 BTC Transaktionsgebühren zusammen – insgesamt also über 370.000 US-Dollar zu der Zeit des Fundes. Der größte Teil ging an den Solo-Miner; CKpool erhielt als Betreiber rund 0,06 BTC.

CKpool schließt Transaktionen unter 1 Sat/vB künftig aus

Block 910.440 enthält insgesamt 4.913 Transaktionen, von denen etwa 3.300 mit Gebühren unter 1 Sat/vB bestätigt wurden. Der zusätzliche Ertrag durch diese günstigen Transaktionen lag jedoch nur bei 0,0018 BTC – etwa 220 US-Dollar oder 0,06 % der Block-Subvention.

Con Kolivas (alias Dr-ck), Betreiber von solo.ckpool, zog daraus eine klare Konsequenz:

  • Transaktionen unter 1 Sat/vB werden zwar weiterhin weitergeleitet, aber beim Mining nicht mehr in neue Blöcke aufgenommen.

Kolivas begründet seine Entscheidung damit, dass der geringe Ertrag den Aufwand nicht rechtfertige. Zudem erzeugen solche Transaktionen viele kleine UTXOs, die das Netzwerk langfristig belasten würden. 

Ein spürbarer Vorteil entstünde laut Kolivas erst, wenn die zusätzlichen Gebühren mindestens 1 % der Block-Subvention ausmachen würden – was in etwa erst ab dem Jahr 2040 der Fall wäre, wenn die Subvention auf ≤ 0,2 BTC sinkt.

Auch andere Pool-Betreiber sollten dies berücksichtigen, fordert Kolivas. Doch die meisten Mining-Pools haben sich dem Markt angepasst und erheben seit einigen Wochen Mindestgebühren ab 0,1 Sat/vB.

Mehr Mitbestimmung für Miner: Stratum V2 und DATUM

Die Entscheidung des Solo-Pools, Transaktionen unter 1 Sat/vB beim Mining auszuschließen, führt erneut zu einer zentralen Frage: Wer entscheidet, welche Transaktionen in den Block aufgenommen werden?

Während klassische Mining-Pools zentral über die Transaktionsauswahl bestimmen, eröffnen neue Protokolle mehr Freiheit für Miner:

  • Mit Stratum V2 können Miner selbst die Transaktionen auswählen, die sie einbeziehen wollen.
  • Auch das DATUM-Protokoll von Ocean verfolgt das Ziel, Dezentralisierung zu fördern sowie die Entscheidungsfreiheit und Teilhabe der Miner zu stärken.

So können Solo‑Miner über solche Protokolle individuell festlegen, ob sie Transaktionen unter 1 Sat/vB akzeptieren möchten – je nach Strategie, Effizienz, Netzlast oder UTXO‑Politik.

Kleine Miner, große Glücksfälle

Der aktuelle Fund von Block 910.440 war der 305te Solo-Block, der seit 2014 über den CKpool gefunden wurde. Dies zeigt, wie selten Solo-Mining-Erfolge sind. Die Wahrscheinlichkeit für einen Miner dieser Größe, einen gültigen Block zu finden, liegt laut Kolivas bei etwa 1 zu 800 pro Tag.

Mit 9 PH/s (9.000 TH/s) zählt der Miner im Vergleich zu vielen anderen Solo-Minern schon zu den größeren. Seine Hashrate entspricht der von etwa 100 Antminer S19j oder 45 Antminer S21.

Doch es geht noch kurioser: In den letzten Jahren wurden bereits zwei Blöcke von einzelnen Bitaxe-Minern gefunden – einem Gerät, das mit nur 500 bis 1.300 GH/s arbeitet, also nur einen winzigen Bruchteil der Hashrate des aktuellen 9 PH/s-Miners.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen Block-Fund mit diesen Geräten minimal ist, konnte ein Solo-Miner mit insgesamt nur 3 Terahashes pro Sekunde (TH/s) Ende Juli 2024 den ersten Bitaxe-Block finden. Im März 2025 folgte der zweite Block.

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Diese Erfolgsgeschichten zeigen, dass Solo-Mining zwar ein Spiel mit astronomisch geringen Chancen ist und bleibt, aber es manchmal selbst die kleinsten Akteure belohnt.

Stefan

Über den Autor: Stefan

Stefan ist studierter Medienwissenschaftler und Sinologe sowie selbstständig im künstlerisch-publizistischen Bereich. Neben den monetären Eigenschaften interessiert er sich vor allem für die sozialen und ökologischen Aspekte von Bitcoin und dem Bitcoin-Mining.

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