Der Bitcoin-Kurs ist heute unter 96.000 US-Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit dem 7. Mai gefallen. Der Abverkauf setzt sich weiter fort, obwohl es positive Nachrichten gibt.

Kursschwäche hält weiter an

Nachdem der Bitcoin-Kurs in der vergangenen Woche bereits mehrfach kurzzeitig unter die 100.000-US-Dollar-Marke gefallen ist, geht es nun weiter bergab.

Am Sonntag sorgte die Hoffnung auf ein Ende des US-Shutdowns, das am Mittwochabend dann auch beschlossen wurde, noch für eine kleine Kursrally bei Bitcoin. Trotz der Einigung rutschte BTC gestern aber schließlich unter 98.000 US-Dollar ab.

Damit handelte Bitcoin am gestrigen Tag bereits unter dem Tiefststand vom 22. Juni, als die Eskalation zwischen den USA und dem Iran den Kurs der Kryptowährung kurzzeitig unter Druck brachte.

Heute setzt sich der Abverkauf weiter fort. Im Tief kostete ein Bitcoin heute nur noch weniger als 96.000 US-Dollar. Das letzte Mal notierte der Kurs auf diesem Niveau am 7. Mai dieses Jahres.

Nach dieser Korrektur beträgt der Rückgang seit dem bisherigen Allzeithoch vom 6. Oktober 2025, das rund 126.300 US-Dollar beträgt, über 23 Prozent.

Gestern beendete BTC zudem seit langer Zeit wieder eine Tageskerze unter der 100.000-US-Dollar-Marke. Zuvor gab es 188 „Tagesschlusskurse“ infolge in der Sechsstelligkeit – auch wenn der Kurs sowohl im Juni als auch in der vergangenen Woche kurzzeitig unter diese vielbeachtete Kursmarke abrutschte.

Fallender Kurs trotz positivem Umfeld

Die schwache Performance von Bitcoin in den vergangenen Wochen dürfte viele Marktteilnehmer überraschen. Denn der Kurs der Kryptowährung fällt, während sowohl die Aktienmärkte als auch das Edelmetall Gold nahe ihrer Höchststände notieren.

Überdies spricht die Saisonalität von BTC eigentlich für steigende Kurse. Historisch betrachtet ist der Oktober nämlich der Monat mit der höchsten Medianrendite. Der November ist derweil der Monat, in dem es die höchste durchschnittliche Rendite für BTC gab.

Hinzu kommt, dass normalerweise immer im vierten Quartal des Jahres, das nach einem Halving-Jahr (2012, 2016, 2020, 2024) stattfand, der Kurs stark zulegen konnte.

In diesem Jahr scheint diese Regelmäßigkeit aber gebrochen worden zu sein. Der Oktober war der erste mit Kursverlusten in einem Post-Halving-Jahr. Und auch der November verläuft bislang enttäuschend, womit BTC in diesem Quartal bereits rund 15 Prozent im Minus ist.

Neben der Saisonalität spricht eigentlich auch das fundamentale Umfeld für weiter steigende Notierungen. Die US-Zentralbank befindet sich seit September wieder im Zinssenkungsprozess und wird den Bilanzabbau ab Dezember beenden. Währenddessen läuft die institutionelle und nationale Adoption von BTC auf Hochtouren.

Am gestrigen Tag gab sogar die Czech National Bank (CNB) bekannt, im Rahmen eines Testportfolios Bitcoin zu halten, womit sie zur ersten Zentralbank wurde, die BTC gekauft hat. Zeitgleich erklärte der Finanzminister Luxemburgs, Gilles Roth, dass die Investition des Staatsfonds in Bitcoin-ETFs langfristig ausgelegt ist und weitere Nationen folgen werden.

Die Tatsache, dass unser Staatsfonds 1 Prozent seiner Assets in Bitcoin investiert, ist keine Ankündigung, um Aufmerksamkeit zu erregen – es ist bereits geschehen. […] Wir sind auf lange Sicht dabei. Und lassen Sie mich klar sagen: Luxemburg hodlt. Wir sind noch früh dran und sicher, dass andere bald unserem Beispiel folgen werden.
Gilles Roth, Finanzminister von Luxemburg

Eine Erklärung dafür, dass der Bitcoin-Kurs trotz alledem einbricht, könnte sein, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Federal Reserve bei der nächsten Notenbanktagung im Dezember deutlich zurückgelaufen ist – von über 90 Prozent Anfang Oktober auf unter 50 Prozent aktuell.

Hinzu kommt, dass Bitcoin das Hoch des Bullenmarkts bislang immer im vierten Quartal des Post-Halving-Jahrs erreicht hat. Eventuell verkaufen einige Marktteilnehmer jetzt schon ihre Coins in Antizipation, dass sich dieses Muster auch in diesem Zyklus wiederholt.

Ein weiterer Grund für die Schwäche könnte sein, dass die Kaufnachfrage der sogenannten „Bitcoin Treasury Companies“ aufgrund der schlechten Marktbedingungen für diese Aktiengesellschaften deutlich abgenommen hat.

Strategy, der größte Firmenhalter von Bitcoin, kaufte im November vergangenen Jahres teilweise mehr als 50.000 BTC pro Woche – in den vergangenen Wochen waren es nur noch wenige hundert.

Wie sich die Situation weiter ausspielen wird, muss die Zukunft zeigen. Trotz der Kursschwäche hat sich an der langfristigen Vision von Bitcoin nichts geändert. Fiatwährungen werden aufgrund der ausufernden Schuldenstände mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter an Wert verlieren, was immer mehr Anleger dazu bringen dürfte, in Alternativen mit einer begrenzten Gesamtmenge Zuflucht zu suchen – was bereits im großen Stil beobachtbar ist.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Artikel des Autors

Kommentare aus unserem Forum