Bitcoin-Halter Strive lässt Vorzugsaktie SATA künftig täglich Dividende zahlen
Strive, die „Bitcoin Treasury Company“ des Vermögensverwalters, setzt das um, wozu Strategy bislang offenbar nicht in der Lage war: Die Vorzugsaktie SATA wird künftig nämlich täglich Dividenden ausschütten – und das, während die Aktionäre von Strategy gerade erst darüber abstimmen, ob STRC zweimal im Monat Dividenden zahlen darf. Doch nicht nur in diesem Punkt ist Strive einen Schritt voraus. Mittlerweile ist das Unternehmen nämlich auch schuldenfrei.
Vorzugsaktien machen den Unterschied
In der aktuell eher schwierigen Marktphase hat sich herauskristallisiert, dass Vorzugsaktien ein geeignetes Instrument für sogenannte „Bitcoin Treasury Companies“ sein können. Denn die Ausgabe der Wertpapiere, die eine möglichst niedrige Korrelation mit dem Bitcoin-Kurs aufweisen sollen, ermöglicht Strategy momentan Käufe in Milliardenhöhe.
Im Fokus hierbei steht insbesondere STRC, eine Vorzugsaktie, deren Kurs durch die Anpassung der Dividende bei 100 US-Dollar gehalten werden soll. Strategy emittierte seit Jahresauftakt allein für mehr als 5,5 Milliarden US-Dollar neue STRC-Aktien – in dieser Woche dürfte die Zahl deutlich weiter angestiegen sein.
Um die Attraktivität dieses Produktes zu steigern, gab Strategy kürzlich bekannt, die Dividende zweimal pro Monat ausschütten zu wollen. Die Dividendenrendite von aktuell 11,5 % soll dabei natürlich gleichbleiben, aber die Volatilität reduziert und konstantere BTC-Käufe ermöglicht werden.
Bislang ist die Mechanik nämlich so, dass der Kurs und das Handelsvolumen des Wertpapiers vornehmlich kurz vor Mitte eines Monats zulegen, da dort das „Ex-Dividend-Date“ ansteht – also der Tag, an dem eine STRC-Aktie gehalten werden muss, um die momentan monatlich anfallende Dividende zu erhalten.
Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass der Kurs üblicherweise nach diesem Stichtag ungefähr um den Dividendenabschlag fällt, um dann wieder langsam in Richtung 100-US-Dollar-Marke zurückzuklettern, ab der neue STRC-Aktien am Markt ausgegeben werden können.
Doch während Strategy die Aktionäre für die Hauptversammlung Anfang Juni derzeit darüber abstimmen lässt, ob die Dividendenfrequenz von monatlich auf zweimal im Monat geändert werden kann, prescht Strive mit einem noch viel innovativeren Ansatz voran.
Erste Vorzugsaktie mit täglicher Dividende
Strive ist die „Bitcoin Treasury Company“ des Vermögensverwalters Strive Asset Management, die im vergangenen Jahr via „Reverse Merger“ mit der Aktiengesellschaft Asset Entities an die Börse kam. Anders als der gescheiterte Wettbewerber Nakamoto, der dieselbe Art des „Börsengangs“ wählte, kauft Strive regelmäßig weitere Bitcoin.
Dafür lancierte Strive im November 2025 die Vorzugsaktie SATA. Das ist ein STRC-Äquivalent, das aktuell eine Dividende von 13 % aufs Jahr gerechnet zahlt. Bei SATA ist das „Ex-Dividend-Date“ der 1. eines Monats; die Ausschüttung erfolgt zur Monatsmitte.
Am heutigen Donnerstag gab Strive nun bekannt, dass die Dividende ab dem 16. Juni täglich ausgeschüttet werden soll – genau genommen an jedem Handelstag. Ziel sei, die Volatilität weiter zu verringern und das Produkt insgesamt attraktiver zu machen. Denn mit hochfrequenterer Auszahlung können die Halter auch früher die Dividenden reinvestieren und so eine höhere effektive Rendite erwirtschaften.
SATA wird das erste börsennotierte Wertpapier in der Geschichte der US-Kapitalmärkte sein, das ab dem 16. Juni 2026 an jedem einzelnen Geschäftstag Bardividenden ausschüttet, und zwar zu einem derzeitigen annualisierten Satz von 13,00 %. Dies ist eine echte Innovation, die einen neuen Maßstab setzt.
Strive-CEO Matt Cole in der Pressemitteilung
Laut CEO Matt Cole sei diese Änderung bereits von der Technologiebörse Nasdaq genehmigt worden – eine Zustimmung der Aktionäre sei zudem nicht erforderlich.
1. Die Nasdaq hat bereits tägliche Dividenden für $SATA genehmigt.
- Zwischen der Festsetzung und dem Stichtag der Dividende liegen weiterhin 10 Tage oder mehr, jedoch besteht keine Verpflichtung, dass zwischen Stichtag und Auszahlung 10 Tage liegen müssen.
2. Eine Abstimmung der Aktionäre ist nicht erforderlich.
- Die täglichen Dividenden für $SATA beginnen am 16.06.2026.
Strive-CEO Matt Cole
1. Nasdaq has already approved daily dividends for $SATA.
— Matt Cole (@ColeMacro) May 14, 2026
- There will still be 10 days or more between dividend declaration & record, but no requirement of 10 days between record & payment.
2. No shareholder vote is needed.
- Daily dividends for $SATA begin on 6/16/26. https://t.co/olcrpsfn1k
Interessant daran ist, dass Strategy eigentlich kommuniziert hatte, dass so etwas nicht möglich sei, da zwischen „Ex-Dividend-Date“ und Ausschüttung mindestens 10 Handelstage liegen müssen. Doch wie es jetzt aussieht, scheint Strategy zu früh aufgegeben beziehungsweise das missverstanden zu haben.
Laut Matt Cole könne diese Regel nämlich eingehalten, aber trotzdem täglich ausgeschüttet werden – denn die monatliche Ankündigung an die Nasdaq erfolge weiterhin mindestens 10 Tage im Voraus, während sich Halter für die tägliche Dividende schlicht durch den Besitz am jeweils vorangegangenen Handelstag qualifizieren.
Wäre Strategy also früher auf den Trichter gekommen, hätte sich das Unternehmen die Abstimmung und das gesamte Drumherum für die Anpassung auf zweimalige Ausschüttung pro Monat sparen können. Es ist davon auszugehen, dass Strategy mit STRC bald nachziehen wird.
Auch wenn Strive mit der heutigen Ankündigung Strategy in ein eher schlechtes Licht rückt, geht es hierbei weniger um Wettbewerb, sondern um eine gemeinsame Vision. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass Strategy-Gründer Michael Saylor regelmäßig die Kaufmitteilung von Strive repostet.
Strategy-CEO Phong Le reagierte bereits auf die neue Mitteilung von Strive zu der Dividendenänderung und schrieb dazu, dass es toll zu sehen sei, wie Strive rund um die Vorzugsaktien – im Bitcoin-Kontext auch „Digital Credit“ genannt – innoviert.
Es ist toll zu sehen, welche Innovationen bei Strive im Bereich Digital Credit entstehen.
Strategy-CEO Phong Le
Auch Michael Saylor gratulierte und nannte es „beeindruckend“.
Beeindruckend. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Strive-Team.
Strategy-Gründer Michael Saylor
Die bessere „Bitcoin Treasury Company“?
Im Zuge der heutigen Mitteilung gab Strive außerdem bekannt, dass die letzten 10 Millionen US-Dollar an Anleihen von der Bilanz getilgt wurden. Diese Schulden kamen durch die Übernahme von Semler Scientific hinzu. Strive übernahm die „Bitcoin Treasury Company“ im September 2025 in einem reinen Aktiendeal. Das Gesundheitsunternehmen hatte noch Wandelanleihen ausstehend, die Strive zu großen Teilen schon im Januar durch die Ausgabe neuer SATA-Aktien getilgt hatte.
Mit der jetzt erfolgten Abbezahlung der übrigen Schulden hat das Unternehmen nun eine Bilanz, die sich lediglich aus den 15.009 Bitcoin sowie einer Cash-Reserve für die Dividenden zusammensetzt. Demgegenüber stehen nur ausgegebene SATA-Vorzugsaktien im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar, was einen „Hebel“ (Amplification) von über 40 % ergibt.
Tatsächlich kommunizierte Strategy-Gründer Michael Saylor im letzten „Earnings Call“, dass eine perfekte „Bitcoin Treasury Company“ nur eine Vorzugsaktie mit variabler Dividende, keine Schulden und natürlich eine Menge Bitcoin hat.
Überdies erklärte Saylor schon mehrfach, dass er rückblickend am liebsten nur STRC und nicht die anderen Vorzugsaktien (STRK, STRF, STRD und STRE) ausgegeben hätte und auch die noch 8,25 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Wandelanleihen von der Bilanz tilgen möchte.
So gesehen ist Strive bilanziell genauso aufgestellt, wie es Strategy gerne wäre. Hinzu kommt jetzt auch noch die Tatsache, dass Strive einen Schritt voraus ist, was die Dividendenfrequenz der Vorzugsaktie angeht.
Strive ist letztlich eine der wenigen neuen „Bitcoin Treasury Companies“, die wirklich abliefert. Denn viele der anderen Neugründungen – darunter auch XXI von Jack Mallers und Tether – haben weder Vorzugsaktien herausgebracht noch weitere BTC gekauft.
Sogar Metaplanet wurde von Strive in dieser Hinsicht abgehängt. Denn der inzwischen drittgrößte börsennotierte BTC-Halter kauft zwar regelmäßig weiter nach, tut sich aufgrund der Vorschriften an den japanischen Kapitalmärkten aber schwer, das eigene STRC-Äquivalent namens MARS zu lancieren.
Gestern setzte CEO Simon Gerovich dazu einen Post ab, in dem er betonte, dass es in Japan insgesamt erst 6 Vorzugsaktien gibt, von denen keine eine unendliche Laufzeit hat. Dabei erklärte er auch, wie groß die Hürden sind, ein solches Produkt an den Start zu bringen. Mit MERCURY hat Metaplanet aber auch schon eine Vorzugsaktie mit Umwandlungsoption in die Stammaktie ausstehend.
Auch wenn Strive in manchen Punkten sogar Strategy einen großen Schritt voraus ist, hat der Platzhirsch einen „Track Record“ als vertrauenswürdiger Emittent von mehreren Jahren. Dies spiegelt sich unter anderem in der höheren Dividendenrendite von SATA (13 %) gegenüber STRC (11,5 %) wider.
Überdies spielen auch Skaleneffekte eine große Rolle. Mit 818.869 BTC auf der Bilanz fällt es Strategy leichter, Vorzugsaktien zu emittieren, deren Handelsvolumina groß genug sind, ohne zu große Risiken einzugehen. Bei Strategy beträgt der Hebel aktuell 33 % und damit rund 8 Prozentpunkte weniger als der von Strive.
Und während die Stammaktie von Strategy (MSTR) aktuell „nur“ rund 65 % unter dem Hoch des vergangenen Jahres handelt, sind es bei Strive (ASST) über 90 %.