Ein Fehler bei der Banking- und Trading-App Revolut sorgte am Freitagmorgen für Aufsehen in der Bitcoin-Community. Mehrere Nutzer berichteten davon, dass ihnen der Bitcoin-Kurs kurzfristig mit nur wenigen Cent angezeigt wurde. Screenshots in sozialen Netzwerken zeigten teilweise BTC-Preise von lediglich 0,02 US-Dollar, obwohl der globale Marktpreis weiterhin deutlich über 80.000 US-Dollar lag.

Nutzer melden fehlerhafte BTC-Anzeige

Mehrere Revolut-Nutzer berichteten, dass sie von Revolut einen ungewöhnlich niedrigen Bitcoin-Kurs angezeigt bekamen – zum Teil auch per Push-Benachrichtigung, laut der BTC auf 0,02 US-Dollar gefallen sei.

Diese Meldung soll bei einigen einen Schock ausgelöst haben. „Danke Revolut für den Herzinfarkt“, heißt es in einem Post eines Betroffenen.

Über die Revolut-Website lässt sich derweil nachvollziehen, dass der Bitcoin-Preischart auf 1-Tages-Sicht tatsächlich einen großen Knick aufweist.

In Reaktion auf die viel geteilten Screenshots wurde dann natürlich spekuliert, ob Kunden den Fehler ausnutzen konnten beziehungsweise ob Orders zu diesem Preisniveau ausgelöst wurden. 

Dafür gibt es bislang keine Bestätigung. Weder Revolut noch betroffene Nutzer legten bisher Nachweise dafür vor, dass tatsächliche Käufe oder Verkäufe zu diesen Kursen abgewickelt wurden.

Waren auch andere betroffen?

Während Revolut zeitweise fehlerhafte Preise anzeigte, liefen die Kurse auf großen Börsen wie Coinbase, Binance oder Kraken normal weiter. Auch aggregierte Kursdaten anderer Anbieter zeigten keinen plötzlichen Crash auf wenige Cent.

Das spricht stark dafür, dass kein echter Marktpreis betroffen war, sondern lediglich ein lokales Problem innerhalb der Revolut-Infrastruktur oder des angebundenen Preisfeeds vorlag. Also vermutlich fehlerhafte API-Daten, Probleme bei der Umrechnung oder einfach ein interner Anzeige-Bug.

Nichtsdestotrotz ist es schon das ein oder andere Mal vorgekommen, dass sich der Bitcoin-Kurs auf einer Börse wegen mangelnder Liquidität deutlich vom richtigen Preis entkoppelt hat. 

Auf der Börse Binance.US gab es im Sommer 2023 im Handelspaar BTC/USDT etwa einen Kursausschlag auf fast 140.000 US-Dollar, obwohl BTC eigentlich nur bei circa 30.000 US-Dollar zu der Zeit handelte.

So etwas kann vorkommen, wenn per Market-Order gekauft wird, aber nicht genügend Coins gerade zum Verkauf angeboten werden, sodass Verkaufsaufträge nur noch zu deutlich höheren Kursen „ausgefüllt“ werden können. Dies kann genauso auch andersherum passieren. Deshalb empfiehlt es sich, insbesondere bei größeren Summen, mit Limit-Ordern zu arbeiten.

Ob Orders betroffen waren, ist weiterhin unklar

Aktuell bleibt offen, ob der Fehler ausschließlich optischer Natur war oder ob einzelne Nutzer möglicherweise tatsächlich fehlerhafte Orders ausgelöst haben. Genau dieser Punkt sorgt derzeit für Diskussionen innerhalb der Community.

Bislang gibt es noch keine glaubwürdigen Berichte über erfolgreiche Käufe von Bitcoin zu wenigen Cent oder massive Liquidationen. Wäre es wirklich zu echten Ausführungen bei diesem Kursniveau gekommen, hätte dies vermutlich größere Wellen geschlagen.

Eine offizielle Stellungnahme von Revolut zu den Hintergründen liegt noch nicht vor.

Nachtrag: Revolut äußert sich

Inzwischen gab es eine Reaktion des Support-Accounts von Revolut auf 𝕏. In einer Antwort hieß es, dass es Probleme gab, die auch die Krypto-Preis-Feeds betroffen haben.

Derzeit treten Probleme auf, die einige Funktionen der App betreffen, darunter auch unsere Krypto-Feeds. […] Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstanden sind.
Revolut-Support auf 𝕏

In einer anderen Nachricht wurde erklärt, dass für die Wechselkurse die Daten unabhängiger Quellen genutzt werden.

Wir möchten Ihnen helfen, Ihre Bedenken bezüglich des Wechselkurses auszuräumen. Revolut verwendet variable Wechselkurse, die auf der Grundlage von Marktdaten unabhängiger Quellen festgelegt werden und sich je nach Marktlage häufig ändern können.
Revolut-Support auf 𝕏

Die Frage, ob BTC tatsächlich zu dem Kurs auf Revolut gehandelt wurde, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.

René

Über den Autor: René

René ist Blocktrainer-Mitarbeiter der ersten Stunde. Als „Chief Operation Officer“ ist er mittlerweile hauptsächlich mit strategischen und organisatorischen Aufgaben betraut, findet jedoch Freude daran, zeitweise redaktionell tätig zu sein. In den vielen Jahren, in denen er im Bitcoin-Kosmos unterwegs ist, hat er sich ein breit gefächertes Know-how in sämtlichen Bereichen rund um die bedeutendste Kryptowährung angeeignet.

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