Bei der „Baltic Honeybadger“-Konferenz in Riga hat Ark Labs einen neuen Meilenstein gesetzt: den allerersten Mainnet-Testlauf des vielversprechenden „Second Layers“ namens Arkade, der auf Bitcoin aufbaut. Das zeigt: Mit Bitcoin ist mehr möglich, als viele bisher angenommen hatten.
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Die ist ein Gastbeitrag von Veronika Kütt. Die studierte Mathematikerin ist langjährige Bitcoin-Advokatin und Layer2-Forscherin. Sie arbeitet derzeit bei Ark Labs, um die Skalierbarkeit und Programmierbarkeit von Bitcoin entscheidend voranzubringen.

Was ist Arkade?

Arkade ist tatsächlich kein weiteres „Layer-2-Projekt von vielen“, sondern eine Technologie, die auf Bitcoin aufbaut und viele neue Arten verschiedener Finanzanwendungen ermöglicht. Arkade baut auf der Ark-Technologie auf und bildet das Bitcoin-Transaktionssystem virtuell – wie man sagt „off-chain“ – nach.

Das Ark-Protokoll selbst nutzt einen Betreiber, den sogenannten „Operator“, der Transaktionen der Nutzer off-chain bündelt und on-chain verankert. Der Betreiber fungiert jedoch lediglich als Koordinator von Transaktionen, niemals als Verwahrer. Die Nutzer behalten jederzeit die volle Kontrolle über ihre Mittel. Sie können ihre virtuellen UTXOs (VTXOs) bei Bedarf selbst auf die Bitcoin-Blockchain zurückbringen und in traditionelle UTXOs umwandeln.

Die Off-Chain-Umgebung von Arkade sorgt jedoch nicht nur dafür, dass Transaktionen schnell ausgeführt werden, sondern auch dafür, dass Finanzanwendungen flexibel gestaltet werden können. All dies bei niedrigen Kosten und mit voller Kontrolle der Nutzer über ihre Bestände.

Arkade beim BHB ‘25

Arkade ging in Riga direkt in den Praxistest: Über das Ark-Zahlungssystem wurden an den Foodtrucks auf dem Konferenzgelände Point-of-Sale-Terminals eingesetzt, über die innerhalb der zwei Konferenztage insgesamt mehr als 1.000 Zahlungen abgewickelt wurden. Ein echter Live-Test, direkt vor den Augen der Konferenzbesucher.

Die Atmosphäre war entsprechend elektrisierend: Gespräche über das Geschehen machten schnell die Runde, während sich immer wieder Gruppen von Teilnehmern um die PoS-Terminals versammelten, diskutierten und filmten.

Eine Teilnehmerin hielt etwa ihre Zahlung an einem Kaffeestand fest:

Wir haben es geschafft – ich habe meinen Cappuccino und meinen Kaffee hier, ich bin super glücklich, das ist das erste Mal [dass ich mit Arkade bezahlt habe].
Mir Liponi, bekannte italienische Bitcoinerin

Neben den vielzähligen Arkade-Zahlungen an den Foodtrucks ging auch die erste Transaktion von Ark zu eCash über die Bühne, technisch verbunden über das Lightning-Netzwerk, das als Brücke zwischen den Systemen diente.

Haben wir gerade die erste eCash-zu-Ark-Transaktion überhaupt gemacht? Das Beste daran: Wir mussten über keine der beiden Technologien nachdenken, denn Lightning war unsere gemeinsame Sprache!
Eric Sirion, Bitcoin-Entwickler

Beide Premieren liefen reibungslos ab und sorgten für sichtbare Begeisterung. Dieses Interesse spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Daten von BTC Perception zeigen, dass Ark in den letzten Wochen deutlich Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Public Mainnet soon (™)

Ark Labs wird Arkade Schritt für Schritt ausbauen. Im Rahmen von Anwendungen sind etwa Kreditvergabe auf BTC-Basis oder der Handel mit mehreren Assets denkbar.

Das Spezielle ist, dass bei all diesen Anwendungen die Nutzer immer die Kontrolle über ihre Bestände behalten. Der Auftritt in Riga war ein erster öffentlicher Testlauf auf dem Mainnet. Andrew „Kukks“ Camilleri, einer der verantwortlichen Entwickler bei Ark Labs, stellte klar: 

Der vollständige öffentliche Mainnet-Launch steht in Kürze bevor.

Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für Anwendungen auf Bitcoin – vom einfachen Zahlungsservice bis hin zu komplexen Finanzabläufen. All das verdeutlicht: Arkade ist mehr als ein Testlauf. Es hat das Potenzial, zu einer wichtigen Infrastruktur für künftige Finanzinnovationen auf Bitcoin zu werden. Es zeigt, wie sich Bitcoin schrittweise von einer reinen Wertaufbewahrung hin zu einem Zahlungsmittel und einer vielseitigen Grundlage für dezentrale Finanzanwendungen entwickeln kann.

Über den Autor: Gastbeitrag

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