Abverkauf von 40.000 Bitcoin?
Abverkauf von 40.000 BTC?
Anfang dieses Monats wurden acht Bitcoin-Wallets mit jeweils 10.000 Bitcoin seit dem Frühjahr 2011 wieder aktiv. Ein sogenannter „Satoshi-Ära-Wal“ verschob die Coins auf neue Adressen. Das Besondere dabei war jedoch nicht nur, dass auf einen Schlag so viele Coins aus der Bitcoin-Anfangszeit bewegt wurden, sondern auch, dass diesen Transaktionen Drohungen in Form von OP_RETURN-Nachrichten zuvorkamen.
Am heutigen Tag scheint diese bislang unbekannte Entität tatsächlich Coins zu verkaufen. 40.000 BTC, die Hälfte des Bestands, wurden in vielen kleineren Transaktionen auf die Wallet des Dienstleisters Galaxy Digital versendet. Galaxy Digital bietet unter anderem „over the counter (OTC) trading“ an, wobei Marktteilnehmer große Mengen BTC an normalen Börsen vorbei handeln können – mit der Absicht, keinen direkten Einfluss auf den Marktpreis zu haben.
Galaxy Digital leitete 6.000 dieser Coins außerdem bereits auf die Krypto-Börsen Binance und Bybit weiter. Damit verdichten sich die Indizien, dass der Bitcoin-Wal tatsächlich Verkaufsabsichten hat – auch wenn es theoretisch nicht ausgeschlossen ist, dass er einen Teil der Coins lediglich von einem Dienstleister verwahrt haben möchte.
Da die Entität einen regulierten Dienstleister nutzt, dürfte zumindest dieser jetzt auch wissen, welche Person hinter dieser „Satoshi-Ära-Wallet“ steckt. Ob der Wal an den übrigen 40.000 BTC festhalten wird, bleibt abzuwarten.
Interessanterweise schloss ein anderer Wal zum Beginn der Transfers des „Satoshi-Ära-Wals“ seine Long-Position und eröffnete eine Short-Position auf den Bitcoin-Kurs, worauf der 𝕏-Account Lookonchain aufmerksam machte. Dies nährte Spekulationen, dass es sich dabei um dieselbe Entität handeln könnte.
Negative Auswirkung auf Bitcoin-Kurs?
Ein potenzieller Abverkauf von tausenden Bitcoin wirkt sich in aller Regel negativ auf den Bitcoin-Kurs aus. Dabei überwiegt meist aber der psychologische Effekt. Als der „Satoshi-Ära-Wal“ am 4. Juli die 80.000 Coins auf neue Adressen transferierte, gab der Kurs im Tagesverlauf bereits um knapp 1,5 Prozent nach – und das, obwohl sich noch kein Verkauf wirklich abzeichnete.
Am heutigen Tag, wo ein Abverkauf der 40.000 Coins im Gegenwert von circa 4,7 Milliarden US-Dollar höchstwahrscheinlich geworden ist, notiert der Bitcoin-Kurs ebenfalls schwächer. Im Tief kostete ein Bitcoin heute nur noch etwas mehr als 116.200 US-Dollar – die Korrektur setzte jedoch bereits vor den Transfers ein. Damit handelte BTC rund 5,5 Prozent unter dem gestern früh gesetzten Allzeithoch von 123.231 US-Dollar. Mittlerweile konnte sich der Kurs jedoch leicht erholen und die Marke von 117.000 US-Dollar zurückerobern.
Das Bundesland Sachsen verkaufte zwischen dem 19. Juni und dem 12. Juli 2024 knapp 50.000 BTC. Dieser Verkauf war ebenfalls über die Transaktionen der identifizierten Adressen nachvollziehbar. Der Bitcoin-Kurs fiel in diesem Zeitraum um mehr als 10 Prozent. Stand heute haben sich die Behörden durch diese „Notveräußerung“ jedoch mehr als 2,3 Milliarden Euro durch die Lappen gehen lassen.
Ob sich der potenzielle Verkauf des „Satoshi-Ära-Wals“ in mehreren Monaten ebenfalls als großer Fehler herausstellen wird, wird die Zukunft zeigen. Die Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs dürften in jedem Fall von kurzer Dauer sein – selbst wenn der Wal noch die anderen 40.000 BTC zu einem Dienstleister transferieren sollte.
Bitcoin-Halter mit großen Beständen können ihre Coins nämlich nur einmal verkaufen und damit den Markt unter Druck bringen. Danach haben sich die BTC auf andere Entitäten verteilt – beispielsweise auf „Bitcoin Treasury Companies“ wie Strategy, Metaplanet und Co., die grundsätzlich nicht vorhaben, ihre Bitcoin jemals wieder zu verkaufen.